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Biogas in Südtirol: großes Wachstumspotential

23.06.2010

Würde man das Biogaspotential Südtirols voll ausschöpfen, könnte man damit den Energiebedarf der gesamten öffentlichen Beleuchtung Südtirols decken, was 2 Prozent des gesamten Südtiroler Stromverbrauchs entspricht. Das ist eines der wichtigsten Ergebnisse einer Studie, die vom Bereich Energie & Umwelt des TIS innovation park im Auftrag der Abteilung Landwirtschaft der Provinz Bozen durchgeführt wurde.

Im Rahmen dieser Studie wurde berechnet, wie stark Südtirol bereits auf die Erzeugung von Biogas setzt, gleichzeitig wurde die tatsächlich in Südtirol vorhandene Biomasse aus Abfällen beziffert und das Wachstumspotential des Biogassektors ermittelt. Die Studie wurde am Dienstag, 22. Juni, im Zuge einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Jahre 2008 wurden in der Provinz Bozen 16 Millionen Kubikmeter Biogas zur Strom- und Wärmeproduktion erzeugt. Würde man das gesamte Biogaspotential aus organischen Abfällen der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie voll nutzen, ließe sich die Biogaserzeugung verdreifachen. Mit dem gewonnenen Strom weiterer 35 Millionen Kubikmeter Biogas könnte man den gesamten Jahresbedarf der öffentlichen Beleuchtungsanlagen Südtirols decken oder rund 20.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Mehr Biogas könnte erzeugt werden, indem mehr organische Abfälle aus der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie genutzt werden. Laut Studie ist das Potential aus diesem Sektor nicht voll ausgeschöpft: Würde man das gesamte vorhandene Potential ausnutzen, könnte man achtmal soviel Biogas erzeugen wie bisher. Mist und Jauche sind nur ein Teil der in Südtirol vorhandenen Biomasse, mit der Energie erzeugt werden könnte. Daneben können auch Abfälle aus Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, für die oft keine sinnvolle Art der Wiederverwertung gefunden wird, eingesetzt werden. Diese Abfälle stellen „hochwertige“ Biomasse dar, da sie eine hohe Erzeugbarkeit aufweisen.

„Biogas ist auch abseits des reinen Energiewertes sehr attraktiv“, so Landesrat Hans Berger, „da bei sinnvoll geplanten Anlagen und Kreisläufen viele positive Effekte für Klima, Umwelt und Gesellschaft erreicht werden können.“ Franz Schöpf, Direktor der Abteilung Innovation, Forschung und Entwicklung, ergänzt: „Die Produktion von Biogas ist nicht nur wegen der steigenden Energieunabhängigkeit von Südtirol wichtig, sondern bietet immer mehreren Südtiroler Unternehmen einen interessanten Nischenmarkt, der sich nicht nur auf Südtirol begrenzt, sondern inzwischen auch für den italienischen Markt sehr interessant ist. Mehrere Forschungsprojekte zur Optimierung der Biogasanlagen und zur besseren Nutzung von Biomüll unterstreichen diesen Trend".

Was versteht man eigentlich unter Biogas? Biogas besteht hauptsächlich aus Methan und CO2 und entsteht durch Mikroorganismen in Mist, Jauche oder organischen Haushaltsabfällen. In Südtirol besteht die Biomasse zur Biogaserzeugung zu über 50 Prozent aus Abfällen aus der Viehzucht, zu 40 Prozent aus Schlamm aus Kläranlagen und lediglich zu 8 Prozent aus organischen Haushaltsabfällen, dem so genannten „Biomüll“. In Lana soll deshalb die Anlage ausgebaut werden, die in der Lage, ist Biogas aus Biomüll zu gewinnen. In den kommenden Jahren soll dies zu einer Steigerung der Biogaserzeugung führen. Gleichzeitig wird ein Großteil des Biomülls der Südtiroler Städte sinnvoll wiederverwertet.

„Die vom Bereich Energie & Umwelt des TIS durchgeführte Studie ist Teil der aktuellen politischen Stoßrichtung, die darauf abzielt, das Potential der erneuerbaren Energien voll und ganz auszuschöpfen“, sagt Stefano Dal Savio, Manager des Bereichs Energie & Umwelt im TIS, und ergänzt: „Im Biogassektor steckt großes Potential. Wird es voll ausgeschöpft, könnte es einen wichtigen Beitrag zu mehr Energieunabhängigkeit und zu mehr Nachhaltigkeit leisten.“

Die Studie ist Teil des nationalen Projektes „PROBIO“.


Pressemitteilung von TIS - Techno Innovation Südtirol KAG




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