Lostage / Bauernregeln
MÄRZ
Märznregn
ist den Feldern gar nit glegn.
Lacht die Kunigund (3.),
bringt sie frohe Kund.
Altgregori (12.) steigt auf an Baam gschwind
und horcht, ob recht waht der Wind.
Windets, flick deine Handschi bald,
es weard nämlig no saggrisch kalt.
Ist Gregor hell und klar,
freut man sich auf a guats Obesjahr.
Es füahrt Sankt Gertraud (17.)
die Kuah zum Kraut, die Beien zum Flug
und die Roß zum Zug.
Ist josefi (19.) schian Wetter gar,
frei di, so bleibts 's ganze Jahr!
Märznstaab bringt Gras und Laab hea,
Märznschnea tuat den Früchtn weah!
APRILDer Eardäpfl sagt,
um Rat angfragt:
Setzt du mi im April,
kimm i, wenn i will -
setzt du mi aber im Mai,
nachr kimm i gleit
Bessr Wassernoat im April,
als wia der Mäus lustigs Spiel!
Am Karfreitag, wenn es regnet,
so ist das ganze Jahr gesegnet!
Dagegn Regn am Ostertag,
Dürre und wenig Futter man erwartn mag.
Singt die Grasmugg,
bevor herfürsprosst der Wein,
so gibt's viel Wein
und weard überhaupt a guats Jahrl sein.
Zu Georgi (23.) blinde Rebn
soll volle Traubn spater gebn.
MAI
Es sei koa Maiensunntig so keck,
dass er die Sunn in ganzn Tag versteck.
Maientau macht grüan die Au,
abr Maienfröst sein unliabe Göst!
Viel G'witter im Mai
schreit der Bauer "Juchhei!".
A Beienschwarm im Mai
ist wert a Fuader Heu.
A kühler, abr nit nasskalter Mai
gibt guatn Wein und viel Heu.
Regn am Urbanustag (25.),
der Wein recht sauer werdn mag;
hat abr Urban Sonnenschein,
so weard er guat, der huirige Wein.
JUNI
Auf den Juni kimmt's drauf an,
ob die Ernt' soll wohl bestahn.
Gibt's in dem Jahr viel Fisch,
's Obes fahlt dafür am Tisch.
Nach St. Veit (15.)
wandlt sich die Zeit.
Wenn's bei den Kindern ins Bett geit,
holt man zur Hilf den heiligen Veit.
Voar St. Johann (24.) bitt' um Regn,
danach kimmt er unglegn.
Wenn der Guggu nach Johannes schreit,
kimmt Mißwachs und tuire Zeit.
Peater-Pauli (29.) hell und klar
bringen dir a guates Jahr.
JULI
Weard d'Muattergottes beim Gang
übers Gebirge naß,
vier Wochen Regn bedeutet das!
Im Juli muaß vor Hitzn all's bratn,
soll die Ernte guat geratn.
A a Fauler bringt's Heu guat ein,
wenn zu St. Ulrich (4.) Sunnenschein.
Maria Magdalena (22.) Regn
ist für das Korn a wahrer Segn.
Ist's schian auf jakobi (25.)
viel Obes hab i!
Sankt Anna (26.)
regnt in die Muaspfanna.
AUGUST
Der Tau ist im August so not
wie jedermann das täglich Brot.
Regn an Oswald und Maria Schnee (5.),
tu at dem Korn recht tüchtig weh.
Laurentius (10.) heiter und gut,
an schianen Herbst verheißn tut.
Wia dicker im August der Regn,
wia dünnern Wein wird's gebn.
Himmlfahrt Mariens (15.) Sunnenschein,
bringt allemal guatn und süffign Wein.
Wenn die Schwaibn in Summer fischn
gern die Blitze zischn.
Sankt Bartlmä (24.) ist a groaßer Wettermann:
er zoagt's ganze Herbstwetter an.
SEPTEMBER
Sunn vom Ägiditag (1.)
a no der Mich! gern mag.
Wie's Wetter an Mariä Geburt (8.),
so setzt sich's no vier Wochn furt.
Ist St. Lambert (18.) klar und rein,
wird's nächste Fruahjahr trockn sein.
Dös oane hab i gern vom liabn Matthias: (21.)
er macht mir die Weimer süaß.
Schian Wettr zu Michaeli (29.) macht mir bang,
weil der Winter weard recht lang.
Und nach Septembergwittern
weard man im Hornung
vor Schnee und Kältn zittern.
OKTOBERSchneibt's die Roasnkranzmuettr ein
weard a woacher Winter sein.
Laubfall auf Leodegar (2.),
's nächste ist a fruchtbars Jahr.
Sitzt aber das Laub am Baam recht fest
bau dir fürn Winter a recht warms Nest!
Auf St. Gall (16.)
bleibt die Kuah im Stall.
Wenn Gallus kimmt, hau ab den Kohl,
er schmeckt im Winter saggrisch wohl.
Und ist St. Lukas (18.) mild und warm,
kimmt a Winter, daß Gott derbarm!
Wenn Simon und Judas (28.) vorbei,
kimmt der Winter ganz glei.
St. Wolfgang (31.) Regn
verspricht a Jahr,mit Segn.
NOVEMBER
Allerheilign (1.) kalt und klar
macht zu Weihnachtn alles starr.
Ist abr Allerheilign schian und rein
tritt no der Altweibersummr ein.
Baamblüat spat im Jahr,
nia a guats Zeichn war.
St. Martin (11.)
tuat's Fuir in den Kamin.
Schneibt's voar St. Martin übern Inn
ist der halbe Winter hin.
Wenn der November regnet und rostet
dös der Saat das Lebem kostet.
Sankt Kathrein (25.)
stellt Räder, Geign und Pfeifn ein.
Zoagt der November sich im Schnee,
bringt er reiche Frucht und Klee.
DEZEMBERWenn's im Dezember nil wintern tuat,
weard der nächste Summer gar nil guat.
Wenn Ambros (7.) schneet,
Gregor (12. 3.) weht.
Eßt Kranebitt und Biberneil,
kimmt der Toad nil gar so schnell.
Alt- Thuma (21.)
kehrt den Tag umma.
Wie's Adam und Eva (24.) spendt,
bleibt's Wetter bis ans End.
Weihnachtn im Klea -
Oastern im Schnea.
Grünen am Christtag Felder und Wiesen,
weard sie zu Oastern der Schnea verschließen.
Hängt aber z' Weihnachtn Eis an den Weiden,
kannst zu Oastern Palmen schneiden.