Vollversammlung der bäuerlichen Direktvermarkter der Marke „Roter Hahn“: Qualität und Innovation im Mittelpunkt
Weiter am Produkt arbeiten, Vermarktung und Vertrieb ausbauen und die Zusammenarbeit mit Handel und Tourismus stärken: Die bäuerlichen Direktvermarkter der Marke „Roter Hahn“ des Südtiroler Bauernbundes haben sich auf der Vollversammlung in Bozen für heuer einiges vorgenommen.
Im Mittelpunkt der Anstrengungen der knapp 50 bäuerlichen Direktvermarkter stehen auch weiterhin die bäuerlichen Lebensmittel. „Das Produkt ist entscheidend, nicht die Werbung. Den Großteil der Energie müssen wir auf die Entwicklung der Lebensmittel legen. Der Rest ist Vermarktung und Vertrieb“, erklärte der Leiter der Abteilung Marketing in Bauernbund Hans J. Kienzl.
Die bereits hohen Qualitätsstandards der heimischen Erzeugnisse der Marke „Roter Hahn“ müssten kontinuierlich weiterentwickelt werden. „Das Ziel ist, den Konsumenten weiterhin ein qualitativ hochwertiges und ehrliches Produkt aus der heimischen Landwirtschaft anbieten zu können. Das stärkt nicht nur das eigene Image, sondern auch die Marke „Roter Hahn“ insgesamt“, erklärte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.
Die Qualität der bäuerlichen Lebensmittel wird regelmäßig in Verkostungen überprüft. „Sensoriker, Sommeliers, Köche und Lebensmitteltechniker aus dem In- und Ausland testen jährlich knapp 200 verschiedene Produkte unserer Bauern. Nur wer die hohen Qualitätsstandards erfüllt, darf die Marke „Roter Hahn“ tragen. Sechs Betriebe sind 2009 neu dazugekommen, drei sind ausgeschieden“, erklärte Margareth Elsler von der Abteilung Marketing im Südtiroler Bauernbund, die für die bäuerlichen Direktvermarkter verantwortlich ist. Die vielen Auszeichnungen, die 2009 die „Roter Hahn“-Produzenten auf internationalen Vergleichsverkostungen erhalten haben, zeige, dass sie auf dem richtigen Weg seien. Zudem würden die Beratung und eine regelmäßige Weiterbildung die hohe Qualität sichern.
„2009 haben wir Workshops zu den Themen Verpackung, Etikettierung und Sensorik angeboten“, so Elsler.
Ein Augenmerk soll auf neue, innovative Produkte gelegt werden. „Innovationen werden auch von den bäuerlichen Direktvermarktern immer öfter gefordert.“
In Vermarktung und Vertrieb investieren
Ausbauen möchte die Abteilung Marketing im SBB die Zusammenarbeit unter den Direktvermarktern, aber auch mit Handel und Tourismus. „Besonders in der Zusammenarbeit mit den Vertriebsorganisationen ist noch viel Potential ungenutzt“, so Kienzl. Gut ist die Zusammenarbeit mit dem Handels- und Dienstleistungsverband hds.
Augenmerk auf Hauptabsatzmarkt Südtirol
2010 will der Südtiroler Bauernbund noch stärker als bisher den Hauptabsatzmarkt Südtirol bearbeiten. „Es wird wieder die Broschüre „DelikatESSEN vom Bauern“ geben, Pressearbeit über die bäuerlichen Produkte, Werbeanzeigen, Online-Newsletters und Radiowerbung. Zudem werden die bäuerlichen Lebensmittel auf vielen Veranstaltungen zu finden sein“, so Elsler. Im Ausland werbe der SBB mit den bäuerlichen Lebensmitteln für das Urlaubsland Südtirol. Gut angenommen werde die Internetseite www.roterhahn.it mit über 700.000 Besuchern im letzten Jahr.
Vorsicht bei Handelsmarken
Die bäuerlichen Direktvermarkter sollten weiterhin auf Vertrauen, Einzigartigkeit und Begehrlichkeit setzen und die Hände von Handelsmarken lassen, riet Hannes Spögler von Roi Team Consultant auf der Vollversammlung.
Im Lebensmittelsektor sind Handelsmarken immer mehr im Kommen. Was für den Handel interessant sein kann, birgt für die Hersteller große Gefahren. „Produkte werden austauschbar, der Produzent vom Abnehmer abhängig und sein Verhandlungsspielraum kleiner. Zudem laufe der Hersteller Gefahr, die eigene Identität zu verlieren“, erklärte der Unternehmensberater Hannes Spögler.
Daher sollten die Direktvermarkter der Marke „Roter Hahn“ sich weiterhin auf differenzierte Nischenprodukte konzentrieren und ein Markenimage aufbauen.
„Neben der Produktkompetenz müssen die Vermarktungskompetenz gestärkt und vermehrt Vermarktungskooperationen untereinander eingegangen werden. Alternative und lokale Vertriebskanäle sind regionalen vorzuziehen“, so Spögler. Zudem müssten die Direktvermarkter auch bei Preisverhandlungen Standhaftigkeit und Durchhaltevermögen zeigen.
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