In südlichen Ländern werden Blumen häufig weder fair noch umweltfreundlich produziert. Dass es auch anders geht, will die Südtiroler Gärtnervereinigung mit Partnerorganisationen aufzeigen.
Globalisierte Blumen
Die Globalisierung der Weltwirtschaft hat vor rund 30 Jahren auch die Blumenproduktion erfasst. Gerade in der kalten Jahreszeit haben Schnittblumen bereits eine halbe Weltreise hinter sich. Jede dritte Schnittblume auf dem Weltmarkt wächst in den Ländern am Äquatorgürtel, vor allem Rosen und Nelken. Kolumbien ist weltweit inzwischen sogar der zweitgrößte Blumenproduzent nach den Niederlanden. Dahinter folgen Kenia, Israel und Simbabwe.
Vor allem wenn die Blumenproduktion in Mitteleuropa wegen des kalten Winters zum Erliegen kommt, ist Hochsaison für die Exporteure in den sogenannten Entwicklungsländern. In Lateinamerika und Afrika wachsen die Schnittblumen meist auf großen Plantagen. Die Bedingungen für die Arbeitskräfte, -meist Frauen, aber auch Kinder - sind häufig menschenunwürdig: Sehr geringe Löhne reichen kaum zur Lebenshaltung. Pestizide werden eingesetzt, ohne dass den Frauen Schutzkleidung zur Verfügung steht. Hautkrankheiten und Fehlgeburten sind die Folgen.
Zur Bewusstwerdung dieser Problematik beteiligt sich die Gärtnervereinigung bereits zum vierten Mal am Fairtrade-Projekt „fair schenkt Blumen". Höhepunkt des Projektes ist diesjährig eine international besetzte Tagung zum Thema „Fairschenkt Blumen" am 23. und 24. Jänner in der Eurac in Bozen.
Südtirols Gärtner produzieren fair
Die eigentliche Aufgabe der Südtiroler Gärtner ist die gärtnerische Produktion vor Ort, also in Südtirol; in gut 70 heimischen Gärtnereibetrieben werden jährlich Millionen von Blumen und Pflanzen kultiviert, wobei vor allem Topfpflanzen kultiviert werden. Hierbei garantieren modernste Kulturtechniken ein umweltschonendes, - und das europäische Arbeitsrecht ein menschenfreundliches Arbeitsumfeld.
Somit ist es folgerichtig dass lokal kultivierte Blumen und Pflanzen als fair produziert und gehandelt zu betrachten sind. Lokal erzeugte Blumen und Pflanzen bewirken zudem keine, oder kaum umweltkritische Transporte.
Valtl Ralffeiner. Obmann der Gärtnervereiniung ist überzeugt: „Der Kunde von heute verlangt zu Recht immer mehr, über die Herkunft der Ware informiert zu werden.“
Da Südtirols Gärtnereien kaum Schnittblumen kultivieren werden diese vorwiegend aus italienischer und holländischer Produktion bezogen; in der Winterzeit ist die Verwendung von Schnittblumen aus Übersee oft unumgänglich; hierbei ist es den Südtiroler Gärtnern ein Anliegen den fairen Anbau und Handel zu unterstützen und auf entsprechend zertifizierte Blumen zurückzugreifen.
Endverkaufsbetriebe der Gärtner verkaufen im Winter, - mit einem besonderen Höhepunkt am VaIentinstag, fair produzierte und gehandelte Rosen. So wollen Südtirols Gärtner die Schenker und Beschenkten für die Anliegen des fairen Handels gewinnen. Die Blumen tragen das Fairtrade-Zeichen, ein Zeichen für menschen- und umweltgerecht erzeugte Blumen.
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