Südtiroler Landwirt, Politik | 26.05.2016

Betriebsprämien bald bei den Bauern

Die Zitterpartie nimmt ein gutes Ende: Die Landeszahlstelle kann die EU-Betriebsprämien bis spätestens 30. Juni an die Bauern überweisen. Zusätzlich verspricht LR Arnold Schuler: Die Ausgleichzulage, Umweltprämien usw. werden danach schnellstmöglich folgen. Mehr...

Bauernbund

Absatz: Produkte vom Roten Hahn im Hogast-Einkaufsportal
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Service

Gesetz: Neuerungen für die Bauern im Sozialomnibus
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Produktion

Dienstleistung: Neuer Gülleseparator beim Maschinenring
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Produktion

Studie: Alternativen zum Abschuss von Murmeltieren
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EDITORIAL

Win-win-Situation mit Nachdruck nutzen!

Wenn man sich am freien Markt bewegt, wird hart verhandelt. So war es auch bei den Vertragsbedingungen zwischen der Bauernbund-Marke „Roter Hahn“ und dem Verkaufsportal Hogast (S. 4). Doch auch am freien Markt bewährt sich eine Zusammenarbeit langfristig, wenn sie partnerschaftlich gelebt wird. Genau das haben wir hier vor.
Denn von dieser Zusammenarbeit können beide profitieren: Die Hogast, weil sie ihren Abnehmern – den Südtiroler Hotels und Gastronomiebetrieben – heimische Produkte mit garantiert bäuerlicher Herkunft und konstant hoher Qualität bieten können. Also genau das, was die Gäste der Hotels und Gasthäuser immer stärker suchen.
Den „Roter Hahn“-Produzenten dagegen erschließt sich ein neuer Absatzmarkt, den sie sonst wahrscheinlich nicht hätten beliefern können. Und sie haben einen verlässlichen Partner, der pünktlich zahlt. Gestärkt wird auf diese Weise schließlich auch die Marke „Roter Hahn“ selbst. Denn durch den Verkauf in Hotels und Gastronomie wird sie noch sichtbarer und später – etwa im Hofladen oder Supermarkt – schneller wieder erkannt.
Ein Knackpunkt könnte die Liefergarantie sein. Die Hogast braucht verlässliche Lieferanten, die das ganze Jahr über liefern können. Wir vom Südtiroler Bauernbund sind aber sicher, dass unsere Betriebe so flexibel und auch imstande sind, sich darauf einzustellen. Immerhin ist dies eine klare Wachstumschance.
Wir sind überzeugt: Diese Zusammenarbeit ist eine schöne Chance. Sowohl wir als Verband als auch die Betriebe sollen und werden sie nutzen!

Siegfried Rinner, Bauernbund-Direktor


TOP

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Sieg des Hausverstands

Eines vorneweg: Niemand will die putzigen Murmeltierchen aus den Alpen vertreiben. Darum ist es bei den Sonderabschussgenehmigungen des Landes auch nie gegangen. Es ging lediglich darum, die Almwirtschaft vor massiven Schäden zu bewahren, ohne die Population zu gefährden. Solche Kompromisse werden immer nötig sein, wenn Mensch und Natur sich begegnen. Für die Bauern war seit jeher klar: In diesem Fall ist ein gezielter Abschuss absolut gerechtfertigt. Zum gleichen Schluss ist – nach unzähligen Anfechtungen der Umweltschützer – nun auch das Verwaltungsgericht gekommen. Aus Sicht der Landwirtschaft ein Urteil mit Hausverstand! (S. 46) gst


FLOP

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Proben mit bitterem Beigeschmack

An sich ist das Ergebnis erfreulich: Die Verbraucherzentrale hat den im Frühjahr so beliebten „Zigori“ aus bäuerlichen Anbauflächen auf Rückstände untersucht (S. 65). Alle Proben  waren einwandfrei.
Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack: Welchen Aufschrei hätte es
gegeben, hätte man Pflanzenschutzmittel-Rückstände gefunden? Hätte man dann auch anerkannt, dass es auf diesen Flächen um Äpfel, Trauben und Pflanzenfutter geht und nicht um ein Wildgemüse, das zufällig dort wächst? ­Hätte man berücksichtigt, dass die „Kunden“ sich diese Ernte meist ungefragt auf Privatgrund holen? Diese Fragen bleiben wohl unbeantwortet. gg