Marketing | 08.01.2006

Neue Bestimmungen zur Beseitigung architektonischer Barrieren

Kürzlich hat die Landesregierung die Durchführungsbestimmungen zur Beseitigung architektonischer Barrieren erlassen. In der Folge finden Sie die Bestimmungen kurz zusammengefasst.

Wer ist betroffen?
Von den Bestimmungen betroffen sind Neu- oder Umbauten von privaten oder öffentlichen Gebäuden, inklusive Gebäuden, die dem Gastgewerbe, der Industrie, dem Handwerk, dem Handel, dem Dienstleistungssektor oder der Landwirtschaft dienen. Die Bestimmungen kommen auch dann zum tragen, wenn nur eine Änderung der Zweckbestimmung (Umwidmung) erfolgt. Nicht angepasst werden müssen Gebäude, an denen ausschließlich Wartungsarbeiten und ordentliche Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden. Angepasst werden müssen nur jene Gebäudeteile, die von einem eventuellen Umbau betroffen sind.

Das Benutzbarkeitssymbol (siehe Bild oben)
Betriebe, die bereits an diese neuen Bestimmungen angepasst wurden, müssen an einer sichtbaren Stelle das Benutzbarkeitssymbol anbringen.
Das Dekret regelt auch die Voraussetzungen von öffentlichen Sportanlagen, Schulen, Arbeitsplätzen, Garagen, Parkplätzen usw. An dieser Stelle werden allerdings nur jene Bestimmungen angeführt, die den bäuerlichen Nebenerwerb betreffen könnten.

Privatgebäude
Den Personen mit eingeschränkten oder fehlenden Bewegungs- oder Sinnesfähigkeiten muss auch in Privatgebäuden, welche der Öffentlichkeit zugänglich sind (z.B. Privatzimmervermietung oder Beherbergung im Rahmen von UaB) ein müheloser Zugang gewährleistet werden.
Auch im Inneren der Räume muss diesen Personen eine genügende Bewegungsfreiheit vorhanden sein. Beträgt die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellte Fläche mehr als 200 Quadratmeter, so ist eine behindertengerechte Sanitäranlage vorzusehen.

Gewerbliche Beherbergungsbetriebe
In Beherbergungsbetrieben müssen alle gemeinsame Gebäudeteile und Anlagen, wie z.B. Parkplätze, Gärten, Schwimmbäder, Wellnesseinrichtungen, Sanitäreinrichtungen, Speisesäle, Bar und sonstige Aufenthaltsräume, auch mittels Aufzüge oder Hebevorrichtungen erreichbar sein. Mindestens ein Gehweg im Freien muss barrierenfrei gestaltet werden. Für Kleinbetriebe unter 25 Betten sind Erleichterungen vorgesehen.
Nicht betroffen von diesen Bestimmungen sind Beherbergungsbetriebe mit bis zu 6 Schlafzimmern oder bis zu 4 Ferienwohnungen (Urlaub auf dem Bauernhof und Privatzimmervermieter). Diese müssen nur die Bestimmungen für Privatgebäude einhalten. Ebenfalls nicht betroffen sind Betriebe ohne Zufahrt.

Schankbetriebe
Schankbetriebe müssen für alle zugänglich sein und mindestens eine behindertengerechte Sanitäranlage aufweisen. Davon ausgenommen sind nur jene Betriebe, deren öffentlich zugängliche Fläche kleiner als 50 m² ist. Nicht betroffen sind Betriebe ohne Zufahrt.

Vorgegebene Mindestmaße
Das Dekret regelt die Mindestmaße und Mindestanforderungen sehr genau. So sind Mindestmaße von Gehwegen, Rampen, Zufahrten, Eingängen, Treppen, Aufzügen, Sanitäranlagen, Duschen, Türen, Fenster und Brüstungen, Balkone und Terassen sowie elektrische Anlagen genau geregelt.

Nähere Informationen erhalten sie in den Abteilungen Zu- und Nebenerwerb in Ihrem Bezirksbüro.