Marketing | 10.09.2008

Neues UaB-Gesetz - mehr Freiraum für Betriebe

Mit dem neuen Urlaub auf dem Bauernhof-Gesetz, das der Südtiroler Landtag gestern mit überwältigender Mehrheit genehmigt hat, zeigt sich der Südtiroler Bauernbund im Großen und Ganzen zufrieden. Einige der Forderungen des SBB, wie etwa weniger bürokratische Auflagen, sind erfüllt worden. Wermutstropfen sind allerdings die Ablehnung der Beherbergung auf Almen und des Campings am Bauernhof.

Seit langem hat der Südtiroler Bauernbund auf eine Neuregelung des touristischen Zuerwerbs am Bauernhof gedrängt. „Die staatliche Regelung der Urlaub auf dem Bauernhof-Tätigkeit ist wesentlich weiter gefasst als die heimische, auch wenn das einige wenige Vertreter des Tourismus nicht wahrhaben wollen. Mit dem neuen Urlaub auf dem Bauernhof-Gesetz sind nun endlich einige alte Forderungen des Südtiroler Bauernbundes in ein Gesetz umgewandelt worden“, freut sich Bauernbund-Obmann Georg Mayr. So muss der Beginn der Tätigkeit nur mehr der Gemeinde mitgeteilt werden. Bisher gab es für den Urlaub auf dem Bauernhof ein eigenes Landesverzeichnis. Wer die UaB-Tätigkeit neu beginnen will, muss eine Ausbildung vorweisen. „Dadurch soll die Qualität des Angebots nochmals gesteigert werden“, ist Mayr überzeugt.
Positiv bewertet der Südtiroler Bauernbund auch die klare Regelung für die Verabreichung von Produkten. „Mindestens 80 Prozent der verwendeten Produkte müssen von heimischen landwirtschaftlichen Betrieben oder Genossenschaften stammen. Bei der Verabreichung von Produkten am Hof müssen mindestens 30 Prozent vom eigenen Hof stammen“, erklärt Georg Mayr. Das gelte auch für das Frühstück. Mit dieser Neuregelung würden einerseits die Zusammenarbeit zwischen den bäuerlichen Betrieben gefördert und andererseits dem Wunsch nach Originalität, Authentizität, sicherer Herkunft und hoher Qualität der Produkte Rechnung getragen.
Nochmals unterstrichen wird im neuen Gesetz die Vorrangigkeit der Landwirtschaft. „Unter zehn Betten bzw. Sitzplätzen am Hof wird die Landwirtschaft automatisch als vorrangig eingestuft. Über 10 Betten bzw. Sitzplätzen in den Buschenschänken gilt als Maßstab der Zeitaufwand. Und dieser muss bei der landwirtschaftlicher Tätigkeit in jedem Fall höher sein als für den Zu- und Nebenerwerb“, präzisiert Mayr.
Nicht berücksichtigt wurde im neuen Gesetz – zum Leidwesen des SBB – die Möglichkeit, einige wenige Campingplätze am Hof bereitzustellen. Ebenso dürfen nur mehr jene Almhütten an Gäste vermietet werden, in denen bereits in Vergangenheit Gäste beherbergt wurden. „Wir haben verlangt, dass für bestehende Almhütten diese Möglichkeit vorgesehen werden sollte, nicht aber für neue. Dass unser Vorschlag kein Gehör im Gesetz gefunden hat, bedauern wir sehr“, erklärt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner.
Georg Mayr freut sich über die breite Zustimmung für das neue UaB-Gesetz im Landtag. „28 Ja-Stimmen zeigen, dass die Bedeutung des Zu- und Nebenerwerbs für unsere klein strukturierten Betriebe parteiübergreifend erkannt wurde – auch gegen den Willen einiger weniger Touristiker, die den Urlaub auf dem Bauernhof, die bäuerliche Schanktätigkeit und die Qualitätsprodukte vom Bauernhof als unlautere Konkurrenz sehen. Der Zu- und Nebenerwerb am Hof ist aber nicht Konkurrenz, sondern ergänzt das touristische Angebot. Und ganz allgemein ist die Zusammenarbeit mit den Touristikern gut“, erklärt Mayr.