Marketing | 11.03.2009

Punkte sammeln mit Südtirol-Produkten

Christoph Engl (SMG) schlägt Bonus-Karte vor – Chancen für Roter Hahn-Produkte

Landwirtschaft und Tourismus in einem Ressort: eine einmalige Chance für unser Land! Dies die Meinung von Christoph Engl. Den Produkten der Marke „Roter-Hahn" attestiert er hervorragende Qualität und regt eine professionellere, ansprechendere Verpackung und Präsentation der Produkte an.
Der Direktor der Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG) hat vergangene Woche einen Vortrag beim Jahrestreffen der Direktvermarkter unter dem Markenzeichen „Roter-Hahn" gehalten.
Dazu folgendes Interview:

www.sbb.it: Wir haben eine neue Konstellation in der Landespolitik: Tourismus und Landwirtschaft sind in einem Ressort zusammengefasst. Eine Chance, in den nächsten fünf Jahren etwas aufzubauen?
Christoph Engl: Es ist gut, wenn man Tourismus und Landwirtschaft aus einer Hand in einer Verantwortung haben kann. Hans Berger wird sicher neue Impulse geben. Im Wesentlichen geht es darum, zu erkennen, dass Landwirtschaft und Tourismus stark voneinander abhängig sind.

Bauern, die eine wunderbare Landschaft pflegen, und Hotels, die Produkte von diesen Bauern verwenden?
Die Hotellerie verwendet immer stärker die heimischen Produkte: Weil sie gut geworden sind! Auf den Weinkarten Südtirols sind die Weine Südtirols auf den ersten Stellen aufgelistet – und zwar in einer phantastischen Auswahl. Das Beispiel zeigt, welches Potenzial wir haben.
Und den Gästen können wir das ganze Jahr die landwirtschaftlichen Produkte als dauerhafte Botschafter unseres Landes in ihre Heimatländer nachschicken. Wir nutzen dieses Potenzial bereits, dennoch gibt es für die Zukunft noch große Möglichkeiten.

Eine Möglichkeit wäre das Projekt „Einheimisch genießen“: Die Landesräte Hans Berger und Thomas Widmann haben Sie vor etwa zwei Jahren beauftragt, Vorschläge zur verstärkten Verwendung heimischer Lebensmittel in der Gastronomie zu erarbeiten. Was ist daraus geworden?
Ich glaube, das Projekt ist momentan mehr ein politisches Programm, ein Schlagwort. Ich habe dazu mehrere Ideen schriftlich hinterlegt. Eine davon ist eine Südtirol-Karte: Eine Art Bonus-Karte, mit der jeder Südtiroler und jeder Hotelier prämiert wird, der viele Südtiroler Produkte kauft. Wir könnten damit die erste regionale Konsumkarte haben.

Die wie funktioniert?
Jeder bekommt Punkte und sieht: Wieviel habe ich aus Südtirol gekauft? Alle Südtiroler sind ja überzeugt: „Es wäre gut, wenn man Südtiroler Produkte kauft.“ Aber wenn sie das tatsächlich auf ihrer Rechnung sehen, bekommen sie ein ganz anderes Gefühl dafür. Und wenn sie dann noch Bonuspunkte dafür bekommen, einen Urlaub gewinnen können und mit den Punkten wiederum Südtirol-Produkte kaufen können – dann haben wir dieser Idee endlich Leben eingehaucht. Es gäbe hier auch schon konkrete Geschäftspartner, die in dieses Projekt einsteigen.
Ich halte dagegen wenig davon, wenn man bei einigen Hotels irgendwelche Schilder aufhängt und sagt: Dieses Hotel verwendet einheimische Produkte.

Die SMG betont die Mischung unseres Landes zwischen mediterranem und alpinem Charakter. Damit wollen Sie unser Land unter den besten zehn Tourismus-Regionen Europas platzieren. Warum ist das so wichtig?
Wir müssen unter die Top-Ten -Destinationen, damit wir für unseren Tourismus und auch für unsere Produkte jenen Preis erhalten, den wir brauchen. Südtirol ist nicht geeignet für Masse. Wir können in Europa nur mit der besten Qualität punkten.

Sie sagen: Die Erfolgsfaktoren für die Zukunft von Qualitätsprodukten sind Authentizität und Regionalität. Das klingt ja wie geschaffen für die Produkte „Roter-Hahn“ …
Es stimmt, in diesen Punkten haben diese Produkte eine fantastische Chance: Es sind Produkte von bester Qualität. Man weiß von ihnen sogar, von welchem Hof sie kommen! Damit sind Authentizität und Regionalität gesichert und damit für die Zukunft auch ein guter Preis.

Sehen Sie bei den Produkten der Marke „Roter-Hahn" noch weitere Chancen?
In puncto Präsentation sehe ich noch großes Potenzial. Einige Produkte der Marke „Roter Hahn“ haben ein phantastisches Produkt in einer relativ billigen Plastikverpackung. Man versteckt sozusagen die Qualität des Produktes.
Um erfolgreich zu sein, muss sich jeder Produzent Gedanken darüber machen: Wie sieht die Etikette aus, die Verpackung, der Hofladen, der gesamte Hof … Der Kunde nimmt alles als Gesamtes wahr und vermutet nicht, dass hinter einer schlechten Verpackung beste Qualität stecken kann.
Wenn man sich von den anderen abhebt und auch in der Verpackung einzigartig ist, wird man begehrt. Wenn man gleich und austauschbar ist, landet man im Preiskampf des Wühltisches.


Interview: Guido Steinegger


Qualitätsprodukte vom Bauern