Marketing | 28.05.2009

Direktvermarkter erhalten Post vom Sanitätsbetrieb

Die Bezirke des Sanitätsbetriebes verschicken derzeit an alle registrierten Lebensmittelbetriebe gewisser Warenbereiche, darunter auch an die Direktvermarkter, ein Schreiben bezüglich der Finanzierung der amtlichen Kontrollen. Beigelegt ist auch ein Vordruck einer Eigenerklärung, der ausgefüllt und an den Sanitätsbetrieb zurückgeschickt werden muss.

Aufgrund der EU-Verordnung 882/2004, welche die Hygienekontrollen europaweit regelt, hat Italien die Möglichkeit genutzt, die amtlichen Kontrollen durch neue Gebühren zu finanzieren. Während diese Gebühren auf dem Sektor der tierischen Lebensmittel bereits seit Jahren eingehoben wurden, sind nun auch Hersteller pflanzlicher und anderer Lebensmittel betroffen. Allerdings nur jene, die mehr als 50% ihrer Produktion an den Engros-Handel verkaufen. Ausgenommen sind laut Auskunft des Amtes für öffentliche Hygiene nur jene Betriebe, die vorwiegend an den Endverbraucher verkaufen. Dies dürfte für die meisten bäuerlichen Direktvermarkter zutreffen. Ebenfalls ausgenommen sind Bauern die keine Verarbeitungen durchführen (reine Primärproduzenten).
Der Sanitätsbetrieb will nun von den Betrieben, die im Lebensmittelbereich tätig sind wissen, ob mehr oder weniger als 50% der Produktion an den Großhandel geht, bzw. wie hoch die Produktionsmenge ist, da die Gebühren auch nach der Größe der Betriebe gestaffelt ist. Die jährlichen Gebühren betragen zwischen 482,00€ und 1.807,50€.
Allerdings wurde der Begriff des „vorwiegenden Engrosverkauf“ im Gesetzestext nicht genau definiert. Konkret stellt sich die Frage, ob ein Verkauf an die Gastronomie und den Einzelhandel auch als Engos-Verkauf anzusehen ist.
Da bei einer verspäteten Abgabe der Eigenerklärung keine Sanktionen vorgesehen sind empfiehlt der Südtiroler Bauernbund mit der Abgabe derselben abzuwarten, bis diese offenen Fragen geklärt sind. Jene Betriebe, bei denen die Verkaufstätigkeit an den Endkonsumenten (z.B Bauernmarkt, Ab Hof) eindeutig vorwiegt, können die Eigenerklärung abgeben, da diese auf jeden Falle von der Bezahlung der Gebühren befreit sind. Sollte die Abgabe nicht persönlich erfolgen, muss die Kopie des Ausweises mitgeschickt werden.
Anschließend erhalten jene Betriebe, die zur Zahlung verpflichtet sind, eine Zahlungsaufforderung.