Marketing | 13.06.2010

Gastronomie: Mehr „Produktpatriotismus“ als erwartet

Südtirols Gastwirte verwenden erstaunlich häufig heimische Produkte. Das hat eine Studie des WIFO der Handelskammer Bozen ergeben, die aber auch Verbesserungspotentiale aufzeigt.

Mit der Studie, die von Landesrat Hans Berger angeregt worden ist, wollte das Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen die Verwendung sowie Beurteilung der heimischen Lebensmittel mit kontrolliertem Qualitäts- oder Herkunftszeichen, darunter „Qualität Südtirol“, die europäischen Ursprungsbezeichnungen und der „Rote Hahn“, in der heimischen Gastronomie erheben.
Die Ergebnisse zeigen, dass die heimische Gastronomie mehr heimische Produkte verwendet als allgemein angenommen. „Immerhin die Hälfte der Gastronomen verwendet häufig heimische Produkte, 40 Prozent manchmal“, so Landesrat Hans Berger und Handelskammer-Präsident Michl Ebner bei der Vorstellung der Studie. Bei den Milchprodukten erreichen die Südtiroler Produkte teilweise Anteile von über 90 Prozent. Auch Äpfel und Speck stammen häufig aus Südtirol.

Sehr hohes Qualitätsbewusstsein
Sehr hoch sind bei den Gastwirten das Qualitätsbewusstsein und die Einschätzung, dass Südtirols Produkte ein sehr hohes Qualitätsniveau haben. „Die Qualität der Produkte ist über 80 Prozent der Befragten sehr wichtig. Auch die Herkunft der Produkte und die kurzen Transportwege spielen bei der Auswahl eine Rolle. Weniger wichtig wird von den Befragten die Verwendung des Qualitätszeichens angesehen“, erklärte Georg Lun vom WIFO der Handelskammer. Der biologische Anbau und die Herkunft vom Bauernhof spielen nur eine untergeordnete Rolle.
In Zukunft würden die heimischen Gastronomen gerne mehr heimische Produkte verwenden, wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, wenn die Lieferanten die Produkte im Sortiment führen und genügend von diesen Produkten erhältlich sind. Dafür wären 60 Prozent der Befragten bereit, bis zu zehn Prozent mehr zu bezahlen. Wahrscheinlich auch, weil über 90 Prozent der Befragten heimische Produkte als sehr wichtig für das Image Südtirols einschätzen. Überraschend ist aber, dass nur knapp die Hälfte glauben, dass sie auch für das Image des eigenen Betriebes sehr wichtig ist.
Verbesserungspotential gibt es in der Kommunikation. Nur 55 Prozent der Gastwirte teilen ihren Kunden die Verwendung der Südtiroler Produkte aktiv mit. Und wenn, dann meist mündlich. Hinweise zum Beispiel auf der Speisekarte oder beim Frühstücksbuffet werden nur sehr selten angeführt.


Lesen Sie mehr über die Studie: www.camcom.bz.it/de-DE/WIFO/studien_und_analysen.html?idblock=5456 

Bild: Landesrat Hans Berger und Handelskammerpräsident Michl Ebner bei der Vorstellung der Studie