Bauernbund | 20.02.2013

Starke Bäuerinnen hat das Land

Am 19. Februar fand die Klausurtagung der Ortsgruppen der Südtiroler Bäuerinnenorganisation (SBO) in Andrian statt. Den rund 200 Funktionärinnen aus ganz Südtirol wurde das Arbeitsprogramm vorgestellt, anschließend diskutierten sie über aktuelle verbandspolitische Themen sowie über das SBO- Jahresthema „Heint zu Tog Bäuerin sein“

Die Förderung der Frauen am Land, ein offizielles Berufsbild Bäuerin schaffen, die Anliegen der Bäuerinnen weiterhin unterstützen und ein gutes Familiengesetz: Das sind einige der Themenschwerpunkte, die sich die Südtiroler Bäuerinnenorganisation für 2013 vorgenommen hat. Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer zeigte den rund 200 Vertreterinnen der Ortsgruppen das vielseitige Arbeitsprogramm und die vielen Tätigkeiten der SBO auf: Die Ortsgruppen sind das Herz der SBO
„Ihr seid die Basis der Organisation und ich danke euch für eure Arbeit vor Ort, zu Hause, in der Dorfgemeinschaft“, betonte Landesbäuerin Erschbamer. Dass die Bäuerinnen viel bewegen und viel leisten, zeigen die zahlreichen Veranstaltungen der SBO-Ortsgruppen, deren Erlös dem Bäuerlichen Notstandsfonds gespendet wird: Im Jahre 2012 insgesamt ein Betrag von 47.468,63 Euro.

Nachfrage nach den Bäuerinnen-Dienstleistungen steigt
Die Bäuerinnen Dienstleistungen, sei es die Kinderbetreuung, die Fachkurse, die Produktvorstellung, die landwirtschaftliche Lebensberatung, die Seniorenbetreuung als auch die Brotzeit sowie die Bauernhofschule, sind weiterhin gefragt und entwickeln sich weiter.

Familiengesetz, Raumordnung, Vitalität des ländlichen Raums
In der Diskussion mit der Regionalratspräsidentin Rosa Thaler und der Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer wurden politische Themen wie das neue Familiengesetz, die Raumordnung, die Abwanderung im ländlichen Raum sowie unterschiedlichen Fördermaßnahmen im Berggebiet angesprochen. “Bisher gab es für alles ein Gesetz, nur für die Familie nicht. Mit diesem Gesetz wird der Familie Wert gegeben“. Ein wichtiger Aspekt ist für Kuenzer der Schülertransport. „Jedes Kind muss Zugang zur Bildung haben, deshalb müssen die Kriterien überdacht werden“; betonte L.-Abg. Kuenzer. Regionalratspräsidentin Thaler maß der Vitalität des ländlichen Raumes besonderen Stellenwert zu: „Die kleinen Betriebe sind die Grundpfeiler für Südtirol, diese müssen erhalten werden. Frauen spielen hier die Schlüsselrolle, denn ohne Familie ist die langfristige Weiterführung des Hofes nicht möglich“, so Thaler. „Die Zukunft vom ländlichen Raum hängt davon ab, ob der Beruf Bäuerin erstrebenswert ist oder nicht.“ so die Regionalratspräsidentin.
Heiß diskutiert wurde auch das Thema Raumordnung sowie die Ausweisung von Gewerbezonen. „Grund muss gespart und landwirtschaftliche Kulturflächen geschützt werden“, so die Forderung der Bäuerinnen, dem sich beide Politikerinnen anschlossen: Diskutiert wurde auch über die abwanderungsgefährdeten, entlegenen Gebiete, wo nach Möglichkeiten gesucht werden muss, damit junge Familien auch dort Zukunft sehen.

Heint zu Tog Bäuerin sein
Für die Zukunft der Landwirtschaft sei es wichtig, junge Frauen zu motivieren, Bäuerin zu werden. Ganz in diesem Sinne erzählten drei Bäuerinnen von ihrem Leben und ihrer Arbeit auf ihren Höfen: Amalia Höller und Angelika Schuster, die zwei Gewinnerinnen des Fotowettbewerbes „Heint zu Tog Bäuerin sein“, sowie Ulrike Laimer, Gewinnerin des europäischen Traktorwettbewerbes Geotrac. Landesbäuerin Erschbamer gratulierte den drei Bäuerinnen für ihre positive Einstellung zum Bäuerinsein: „Starke Bäuerinnen hat das Land und es ist schön, wenn unsere Bäuerinnen dies auch zeigen und das Gute an unserem Beruf an alle kundtun“.


Bildtext: v.l. Landessekretärin Verena Niederkofler, Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer, Regionalratspräsidentin Rosa Thaler, Ulrike Laimer, Amalia Höller, Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer, Landesbäuerinnen-Stellvertreterinnen Helga Fischnaller und Maria Egger.