Bauernbund | 09.03.2013

Bäuerinnen verbreiten Zuversicht und wollen mehr Mitsprache

Gestern trafen sich über 600 Bäuerinnen in ihren wunderschönen Trachten im Auditorium in Bozen zum 33. Landesbäuerinnentag. Ganz nach dem Motto der Landesversammlung „Heint zu Tog Bäuerin sein…“ verbreiteten die Bäuerinnen Aufbruchsstimmung im Saal.

Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer zeigte in ihrer Begrüßungsrede, untermauert mit wunderschönen Bildern so mancher Südtiroler Bäuerin, die Vielfältigkeit des Bäuerinseins auf und fragt: „Was wäre der ländliche Raum ohne Frauen? Der Beruf „Bäuerin“ muss noch mehr an Attraktivität gewinnen. Junge Frauen sollen sagen können: Ich will Bäuerin werden.“ Deshalb möchte die Südtiroler Bäuerinnenorganisation ein offizielles Berufsbild Bäuerin schaffen. Zudem wird sich die Bäuerinnenorganisation für die Familie, für die Tradition und für die Regionalität einsetzen.
L.-Abg. Maria Kuenzer sprach in ihrem Festvortrag „Heint zu Tog Bäuerin sein“ von einem Mosaikstein. „Jede Bäuerin ist ein besonderer Stein mit einem besonderen Glanz, und alle zusammen ergeben ein bewundernswertes Bild.“ Kuenzer rief die Bäuerinnen auf, sich politisch einzumischen, und die Rolle als Kulturträgerin und Traditionspflegerin einzunehmen. „Heint zi Tog Bäuerin sein heißt Verantwortung für Grund und Boden zu übernehmen und nachhaltig zu denken und die Attraktivität des ländlichen Raums einzufordern“.
Dass das Leben einer Bäuerin schön sein kann, zeigte der Film über die Bäuerin des Jahres 2013: Katherina Mittermair Gruber. Gemeinsam mit ihrem Mann bewirtschaftet sie den Stimpflhof in Aldein, den sie nach der Übernahme erfolgreich von Viehwirtschaft auf Obst- und Weinbau umgestellt haben. Die Arbeit mit und in der Natur hat Katharina immer schon fasziniert. Mit viel Fleiß und Freude an der Landwirtschaft hat sie ihre Ideen am Hof umgesetzt und für sich und ihre Familie ein erfülltes Leben am Hof ermöglicht. In ihrer Ansprache riefe sie die Verantwortlichen der Politik auf, nicht nur Sonntagsreden zu halten, sondern für „Fair Play“ zu sorgen. „Es kann nicht sein, dass die Auszahlungspreise für landwirtschaftliche Produkte seit 20 Jahren gleich geblieben ist, und die Produktionskosten ständig weiter ansteigen, da stimmt vieles nicht!“
Beim Landesbäuerinnentag wurden weiters sechs Bäuerinnen werden für ihren Mut und ihre Tapferkeit aufgrund besonders schwerer Schicksalsschläge gewürdigt: Florina Wittmer aus Taufers im Münstertal, Anna Schwarz aus Pill in Moos in Passeier, Rosa Darocca aus Gummer, Teresa Lardschneider aus Wolkenstein, Walburg Kofler aus Kurtatsch und Agnes Mittermair Wwe. Weger aus Getzenberg bei Kiens. Gerhard Brandstätter, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, welche beide Ehrungen fördert, überreichte den Bäuerinnen die Auszeichnung. In seiner Rede dankte Brandstätter den Bäuerinnen: „Es ist schön, die Kraft, das Positive und vor allem die Zuversicht, die die Bäuerinnen verbreiten, mitzuerleben“.