Arbeitsberatung | 14.03.2013

Neuerungen bei der Bezahlung mit Wertgutscheinen

Die Anstellung von landwirtschaftlichen Arbeitern mittels Wertgutscheinen hat sich in den letzten Jahren in der Landwirtschaft bewährt. Die Bezahlung der Arbeiter ist auch in diesem Jahr wieder mittels Voucher möglich. Aufgrund der letztjährigen Arbeitsmarktreform und verschiedener Rundschreiben von Seiten des Arbeitsministeriums haben sich jedoch einige Änderungen ergeben.

Grundsätzlich haben sich die Regeln für die Landwirtschaft im Verhältnis zu anderen Sektoren nur wenig geändert. Es dürfen weiterhin Studenten und Pensionisten für saisonale Tätigkeiten in der Landwirtschaft mittels Wertgutscheinen bezahlt werden. Dasselbe gilt für Bezieher von Arbeitslosenzahlungen. Hier ist wichtig anzumerken, dass die Definition von Studenten und Pensionisten gleich geblieben ist.
Betriebe die von der Mwst. Registerführung befreit sind, dürfen weiterhin alle Arbeiter bis € 5.000 netto mittels Wertgutscheinen entlohnen.
Wer darf nicht mehr mittels Wertgutscheinen bezahlt werden?
Die Arbeitsmarktreform hat für die Anwendung der Voucher in der Landwirtschaft jedoch auch einige Einschränkungen gebracht. So dürfen Hausfrauen und auch Arbeiter, welche mittels eines Teilzeitvertrages angestellt waren nicht mehr mit Voucher bezahlt werden.
Einkommensgrenzen und Strafen
Neu definiert wurden auch die Einkommensgrenzen. Für die Landwirtschaft gilt, dass Arbeiter nur mehr bis € 5.000 Netto pro Jahr mittels Voucher beschäftigt werden dürfen. Seit Inkrafttreten der Arbeitsmarktreform gilt, dass diese Grenze auf den Arbeiter bezogen ist. Das heißt, er darf bei alle Auftraggebern zusammen bis zu diesem Betrag mittels Voucher bezahlt werden.
Die Anstellung mittels Wertgutscheinen wurde für kleine, gelegentliche Zusatztätigkeiten vom Gesetzgeber eingeführt. Diese Einstufung als gelegentliche Zusatztätigkeit wird vor allem durch die Einkommensgrenze definiert. Aus diesem Grund ist bei Verletzung dieser Einkommensgrenze unter Anwendung der entsprechenden Strafen, die Umwandlung in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit vorgesehen. Es ist darum zu empfehlen sich vom Arbeiter eine Erklärung einzuholen, in der er bestätigt diese Grenze nicht zu überschreiten.
Voucher ist stundenbezogen
Zusätzlich zur Einschränkung über die Einkommensgrenze ist der Voucher nun auch stundenbezogen. Das heißt, dass dem Arbeiter ein gewisser Betrag pro Stunde an Voucher bezahlt werden muss. In der Landwirtschaft muss dem Arbeiter der kollektivvertraglich vorgesehene Bruttolohn der entsprechenden Tätigkeit bezahlt werden (siehe Tabelle). In allen anderen Sektoren ist der Stundenwert mit € 10 Brutto definiert worden.
Arten von Voucher und Gültigkeit
Es gibt weiterhin, die bisher bekannten Arten von Wertgutscheinen. Für die Landwirtschaft sind vor allem die Voucher, die über die Tabaktrafik angekauft wurden, zu empfehlen. Diese müssen wie bisher auf der Internetseite des NISF/INPS aktiviert werden. Die Aktivierung gilt als Beweis gegen die Schwarzarbeit und für die Aktivierung des Versicherungsschutzes Die Voucher über die Tabaktrafik haben eine Gültigkeit von einem Jahr ab Ankauf. Als Alternative können die Wertgutscheine in Papierform verwendet werden. Diese können wie bisher auch in den Büros der Abteilung Arbeitsberatung/Löhne angekauft werden. Vor Arbeitsbeginn muss das Fax an die INAIL für die Aktivierung des Versicherungsschutzes und als Beweis gegen die Schwarzarbeit gemacht werden. Diese Voucher haben eine Gültigkeit von 2 Jahren ab Ankauf beim NISF/INPS. Es sollte pro Jahr aber immer nur die Menge an Voucher gekauft werden, die auch gebraucht wird.
Saisonale Tätigkeiten
Für die Landwirtschaft gilt die Einschränkung für die Verwendung der Voucher für die saisonalen Tätigkeiten. Hier ist nun von Fall zu Fall abzuwägen, ob die Tätigkeit des Arbeiters saisonal ist. Eindeutig als solche zu klassifizieren sind z.B. die Erntetätigkeiten, das Auszupfen, der Baum- und Rebschnitt, die Tätigkeit im Urlaub auf dem Bauernhof, saisonalen Tätigkeiten in Gärtnereien oder das Verkaufen am Bauernmarkt. Eindeutig nicht erlaubt sind z.B. Stallarbeiten.
Einschränkungen in der Anwendung der Voucher
Nicht geeignet ist die Anstellung über die Voucher für gefährliche Tätigkeiten. Außerdem dürfen Arbeiter, die mittels Voucher bezahlt werden nicht Arbeiten für Dritte ausführen. Dies ist z.B. bei einem Werkvertrag der Fall.
Seit Inkrafttreten der Arbeitsmarktreform kann das Einkommen über Voucher auch für die Erneuerung der Aufenthaltsgenehmigung im Falle von Nicht EU Bürgern verwendet werden.
Nähere Informationen, ein Infoblatt zum Thema sowie verschieden Vorlagen erhalten interessierte Mitglieder in der Abteilung Arbeitsberatung/Löhne des Südtiroler Bauernbundes.

Tabelle Einkommen

Einstufung   Entlohnung (Brutto)
Gewöhnlicher Taglöhner  € 9,15622
Erntehelfer  € 6,73153