Bauernbund | 20.03.2013

Ohne Wasser kein Essen

Eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft ohne ausreichend Wasser ist aufgrund des Klimawandels zukünftig undenkbar, mahnt der Südtiroler Bauernbund anlässlich des morgigen (Freitag, 22. März) Internationalen Tag des Wassers. Ohne Wasser wäre nicht nur die Lebensmittelproduktion, sondern auch die Kulturlandschaftspflege in Frage gestellt.

Obwohl Südtirol allgemein als wasserreich gilt, fehlt in immer mehr Gebieten ausreichend Wasser – besonders in der Berglandwirtschaft. „Die Versorgung mit dem kühlen Nass ist eine der größten Herausforderungen in der Grünlandwirtschaft. In den letzten Jahren gab es selten einen Sommer ohne größere Trockenschäden und dadurch große Einbußen bei der Heuernte. Wollen wir die flächendeckende Berglandwirtschaft erhalten, müssen wir die Wasserversorgung verbessern“, erklärt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Nur dann sei garantiert, dass Südtirol weiter Lebensmittel in der gleichen Quantität und Qualität wie bisher bereitstellen kann.

Bewässerung weiterhin unterstützen
Mehr Gelder sollen in den Neu- bzw. Ausbau der Bewässerungsnetze gesteckt werden. „Eine funktionierende Wasserversorgung sichert die Zukunft der Landwirtschaft und garantiert die Weiterbewirtschaftung der Höfe“.
Dazu muss aber auch ausreichend Wasser für die Bauern vorhanden sein. „Da in Südtirol fast das gesamte Wasseraufkommen an die Stromproduzenten vergeben ist, sind sie verpflichtet, das in der Landwirtschaft benötigte Wasser zur Verfügung zu stellen“, erklärt Direktor Siegfried Rinner. Angepasst werden soll auch der Gewässernutzungsplan. „Die darin für die Landwirtschaft vorgesehene Wassermenge reicht nicht aus, um den Bauern das nötige Nass zu sichern“, erklärt Rinner, der dafür auf das Verständnis der Stromwirtschaft hofft. „Viele Stromproduzenten stehen unserem Anliegen positiv gegenüber.“

Wassersparen oberstes Gebot

Am Internationalen Tag des Wassers erinnert Rinner zudem an die enormen Anstrengungen der heimischen Bauern, sparsam mit Wasser umzugehen. „Als die Wiesen noch mit den Waalen bewässert wurden, waren über 2 l/sec/ha nötig. Dank moderner Bewässerungssysteme genügen heute 0,5 l/sec/ha bzw. 1 l/sec/ha Wasser. Die Tropfbewässerung im Obstbau benötigt hingegen gar nur 0,3 l/sec/ha“, so Rinner. Neben dem Ausbau der Bewässerung sei das Wassersparen daher eine zweite zentrale Herausforderung der nächsten Jahre, der sich die Landwirtschaft stellen wird.