Bezirke | 09.04.2013

Auf Nischenprodukte setzen – Interessierte gesucht

Der Südtiroler Bauernbund, die Bezirksgemeinschaften Wipptal und Vinschgau, das Versuchszentrum Laimburg und der TIS innovation park bieten interessierten Bauern aus dem Vinschgau und Wipptal mit dem ESF-Projekt NiKuPas eine umfassende Unterstützung beim Anbau, der Verarbeitung und der Vermarktung von Nischenkulturen. Die Idee wurde kürzlich in Burgeis und Sterzing vorgestellt.

Wesentliches Ziel des ESF-Projektes „NiKuPas“ ist es, realistische und erfolgsversprechende Erwerbsmöglichkeiten für die Landwirtschaft zu erschließen, welche sich zusätzlich zu den traditionellen Produktionszweigen eröffnen. „Die Initiative unterstützt Landwirte aus dem Vinschgau und Wipptal beim Anbau, der Veredelung und der Vermarktung von Beeren, Steinobst, Gemüse und Kräuter“, erklärte Irene Unterkofler, die im Südtiroler Bauernbund für das Projekt verantwortlich ist.

Standort geprüft
In einem ersten Schritt wurde von den Experten des Versuchszentrums Laimburg erhoben, welche Nischenkulturen im Vinschgau und Wipptal angebaut werden können. „Unsere Experten sind überzeugt, dass in den Projektgebieten große Potentiale für den Anbau von Nischenkulturen vorhanden sind“, so Unterkofler. Letztlich aber muss jeder Standort gesondert auf seine Eignung v.a. hinsichtlich Klima, Boden und Bewässerungsmöglichkeiten geprüft werden. Zu achten ist dabei natürlich auch auf die Anbaukosten, die je nach Kultur unterschiedlich hoch sind. Bei all ihren Fragen zum Anbau stehen den Bauern im Projekt die Experten der Laimburg beratend zur Seite.

Absatzmarkt vorhanden
Zweite wichtige Voraussetzung für den Umstieg auf Nischenkulturen: der Verkauf. Im Rahmen der Informationsveranstaltung in Burgeis bekräftigten die Genossenschaften MEG, OVEG und ALPE ihr konkretes Interesse an der Vermarktung v.a. von Blumenkohl, Kirschen, Marillen, Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren sowie Kräutern. Auf der Veranstaltung in Sterzing signalisierten sowohl die Obstversteigerung Egma Vilpian als auch die Obsterzeugergenossenschaft Melix Brixen ebenfalls ihr Interesse besonders an Beeren und Kirschen. Dass Nischenkulturen im Trend liegen, bestätigten die Vertreter des Cluster Alimentaris des TIS innovation park. So zeigten erste Marktanalysen, dass auch der Handel, die Gastronomie und die Hotellerie ein Interesse an Vinschger und Wipptaler Nischenprodukten haben. Wer auf diese Absatzschienen setzen will, erhält über das Projekt professionelle Unterstützung durch die Experten des TIS. Eine weitere Chance liegt letztendlich auch in der Direktvermarktung, wie die Abteilung Marketing im Südtiroler Bauernbund bei den Informationsveranstaltungen feststellte.

Interessenten gesucht
Nun werden für den Projektstart Vinschger und Wipptaler Bauern gesucht, die an Nischenkulturen interessiert sind. Diese können sich beim Projektkoordinator im Südtiroler Bauernbund, Lukas Unterhofer, unter Tel. 0471 999 363 oder lukas.unterhofer@sbb.it melden.