Bauernbund | 22.04.2013

Meilenstein für die Berglandwirtschaft

Neuer Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING – Ziel: Rundum-Beratung Es war ein historischer Moment für die heimische Berglandwirtschaft: Nach nur einem Jahr Vorbereitung wurde nun der neue Beratungsring für die Berglandwirtschaft, kurz BRING, gegründet. In den nächsten Monaten wird der Verein mit den Beratungen beginnen.

Schon länger hatten die politisch Verantwortlichen, allen voran der frühere Landesrat Hans Berger und Landeshauptmann Luis Durnwalder, und der Südtiroler Bauernbund eine umfassende und ganzheitliche Rundum-Beratung für die Südtiroler Bergbauern gefordert – nach dem Muster des Beratungsringes für Obst- und Weinbau. Auch viele Bergbauern und landwirtschaftliche Entscheidungsträger selbst sprachen sich in einer Befragung des mit der Konzeption beauftragten Beratungsunternehmen „ROI Team Consultant“ für eine ganzheitliche und unabhängige Beratung aus.
Gestern war es nun endlich soweit: Nach einem Jahr intensiver Verhandlungen wurde von knapp 100 Gründungsmitgliedern der Verein Beratungsring für die Berglandwirtschaft BRING gegründet.
„Ziel des Vereins ist es, durch eine umfassende Beratung den Bergbauern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihren Betrieb wirtschaftlich gut weiterführen können – in der Milchwirtschaft, mit Sonderkulturen und im Zu- und Nebenerwerb“, erklärte Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler.

Dreistufiges Beratungskonzept
Konkret erfolgt die Beratung in drei Stufen. In der ersten Stufe – der individuellen Vertrauensberatung – analysiert ein Vertrauensberater die Lage am Hof und zeigt Entwicklungsmöglichkeiten auf. Zudem koordiniert er die weiterführende Beratung durch einen Fachberater oder durch ein Mitglied der sogenannten Expertenplattform, die sich unter anderem aus den Tierzuchtverbänden, dem Sennereiverband, dem Südtiroler Bauernbund, den Tierärzten, Forschungseinrichtungen wie der Laimburg, den Fachschulen und weiteren Partnern zusammensetzt.
Die zweite Stufe im Beratungskonzept sieht eine Gruppenberatung auf Bezirksebene vor. Bei verschiedenen Treffen können die Mitglieder dann ihre Erfahrungen austauschen und sich mit den ausgewählten Schwerpunkten beschäftigen. Auf einer dritten Ebene geht es um Entwicklungsthemen von Landesinteresse, die über eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie durch Vorträge, Seminare und Lehrfahrten allen Bergbauern zugänglich sein sollen.
Die beiden großen Themenfelder – die Produktions- und die Betriebsberatung – werden zum Teil vom BRING selbst, zum Teil von der Expertenplattform abgedeckt. „So sollen die Mitglieder bei der Produktionsberatung in den Bereichen Viehwirtschaft, Pflanzenbau, Sonderkulturen sowie Bauwesen und Landtechnik vom BRING beraten werden, die Bereiche Produktveredelung und Erneuerbare Energien deckt der Bauernbund ab. Im Themenfeld Betriebsberatung beschäftigt sich der Beratungsring vor allem mit den Aspekten der Betriebswirtschaft wie dem Geschäftsplan, Investitionsberatung, Kostenrechnung, Krisenberatung und den Cross-Compliance-Bestimmungen“, erklärte Tiefenthaler.

Vorstand und Obmann gewählt
Neben der Genehmigung des Statuts haben die Gründungsmitglieder auf der Versammlung im Haus der Tierzucht, dem Sitz des BRING, auch den Vorstand des Vereins gewählt. Pro Bezirk wurden jeweils zwei Vertreter ernannt, dazu kommt je ein Vertreter für den Bereich Gemüse- und Ackerbau und für den Bereich Beerenobstanbau. Zum Gründungsobmann des BRING wurde der Feldthurner Daniel Gasser bestimmt, sein Stellvertreter ist Viktor Peintner aus Taisten. Weiters sind im Vorstand Robert Thaler, Gottfried Stuefer, Franz Kaserer, Herbert Pichler, Markus Alber, Harald Paris, Armin Klammer, Herbert Seeber, Antonia Egger und Rudolf Maier vertreten. „Ich freue mich auf die Aufgabe sowie die Chance, diesen neuen Beratungsring aufzubauen. Das Besondere am BRING ist, dass der Beratungsring als Verein von Bauern für Bauern konzipiert ist. Ich bin überzeugt, dass es uns gelingt, professionell und umfassend zu beraten und so den Bergbauern fundierte Grundlagen für ihre unternehmerischen Entscheidungen zu liefern“, erklärte Obmann Daniel Gasser.

Neue Mitglieder
Wer dem BRING als Mitglied beitreten will, kann sich bei der Vereinigung der Südtiroler Tierzuchtverbände (Tel. 0471 063881; E-Mail: info@vstz.it) im Haus der Tierzucht melden.


Bilder: Der erste Obmann des neuen Beratungsringes für die Berglandwirtschaft BRING Daniel Gasser aus Feldthurns und der neu gewählte Vorstand.