Marketing | 01.05.2013

Urlaub auf dem Bauernhof: Nebensaison besser nutzen

Mit attraktiven Angeboten und Zusatzdienstleistungen kann die Nebensaison auf den Bauernhöfen belebt werden. Immer wichtiger wird dabei das bäuerliche Genussangebot, hieß es auf der 3. Fachtagung für Urlaub auf dem Bauernhof in Dietenheim, zu dem die Bezirksbäuerinnen eingeladen hatten. 200 Bäuerinnen und Bauern sind dem Aufruf gefolgt.

Während in der Hochsaison die Pusterer Bauernhöfe gut gebucht sind, bleiben in der Nebensaison die Betten zu oft leer. Um die Bettenauslastung in den schwächeren Tourismusmonaten zu steigern, braucht es besondere Angebote, erklärte Helmut List, Tourismusexperte und Trainer im Beratungsunternehmen Kohl & Partner. „Der Nebensaisons-Gast will ein attraktives Urlaubsangebot mit zusätzlichen Dienstleistungen. Dies könnten z. B. zusätzliche geführte Wanderungen, die Teilnahme an besonderen landwirtschaftlichen Aktivitäten wie gemeinsam Knödel zuzubereiten, aber auch bäuerliche Produkte und ein attraktives Frühstücksangebot sein. Vor allem aber muss die Nebensaison besser als eine interessante Urlaubsgelegenheit kommuniziert werden.“
Dies unterstrich auch Bäuerin Erika Gebhard Obrist vom Thalhoferhof in Latzfons, die ihren Urlaub auf dem Bauernhof-Betrieb vorstellte. „Hofeigene Produkte werden in der Vermarktung von Urlaub auf dem Bauernhof immer wichtiger. Besonders seit wir auch ein Frühstück mit eigenen Produkten anbieten, ist die Auslastung gestiegen.“ Der Leiter der Abteilung Marketing im SBB Hans J. Kienzl schlug in seiner Ansprache in dieselbe Kerbe: „Unsere Daten belegen es: Dem UaB-Gast der Zukunft sind die Verabreichung hofeigener Produkte und ein hochwertiges Frühstücksangebot neben einem lebendigen Bauernhof sehr wichtig. Der kulinarische Genussfaktor bekommt eine immer größere Bedeutung.“

Mehrfachbelastung nicht unterschätzen
Bei aller Begeisterung für die Betreuung der Gäste auf den Bauernhöfen, die in Dietenheim spürbar war, dürften die Bäuerinnen die Belastung durch Familie, Landwirtschaft und Gästebetreuung nicht unterschätzen. „Wichtig ist deshalb, sich selbst und gegenüber anderen Grenzen zu setzen. Nur so können Arbeit und Privatleben in Einklang gebracht werden“, berichtete die Kommunikationstrainerin Susanne Steidl.
Organisiert wurde die dritte Pusterer Informationsveranstaltung für Urlaub auf dem Bauernhof von der Weiterbildungsgenossenschaft im Südtiroler Bauernbund auf Initiative des Pustertaler Bezirksbäuerinnenrates mit der Bezirksbäuerin Rita Verginer an der Spitze. Durch den Vormittag führte Matthias Bertagnolli, der Leiter der Weiterbildungsgenossenschaft im Südtiroler Bauernbund. Die Bäuerinnen des Bezirks zeichneten sich für das abschließende Buffet verantwortlich.