Arbeitsberatung | 05.05.2013

Rahmenabkommen: Anwendung der Ersatzsteuer von 10%

Ab der Lohnperiode April ist die Anwendung der Ersatzsteuer von 10% der Einkommenssteuer IRPEF und des regionalen Zuschlages wieder möglich. Der günstigere Steuersatz kann wie in den Vorjahren auf produktivitätssteigernde Lohnelemente der landwirtschaftlichen Arbeiter angewandt werden. In der Landwirtschaft betrifft dies in erster Linie Überstunden in Gärtnereien, bei Ausdünnarbeiten, bei Qualitätssicherungsarbeiten und natürlich bei den Erntearbeiten.

Außerdem wurden die Nachtarbeit, der Bereitschaftsdienst sowie die Anwendung flexibler und elastischer Klauseln in die Begünstigung mitaufgenommen.
Die Anwendung der Ersatzsteuer ist nur für landwirtschaftliche Arbeiter möglich.

Gesetzliche Grundlage
Die Möglichkeit der Ersatzbesteuerung von produktivitätssteigernden Lohnelementen wurde erstmals 2008 eingeführt und für die Folgejahre immer wieder verlängert. So wurde diese Möglichkeit auch für das Jahr 2013 vorgesehen. Damit die Steuerbegünstigung aktiv wird, bedarf es eines Dekretes des Ministerpräsidenten, welches die Kriterien der Anwendung festlegt. Dieses wurde heuer sehr spät veröffentlicht. Betroffen sind landwirtschaftliche Arbeiter, welche im Vorjahr ein Arbeitseinkommen bis max. 40.00 Euro erzielten sowie Lohnelemente bis max. 2.500 Euro.

Abkommen zwischen den Sozialpartnern
Das Dekret sieht ein Abkommen zwischen den Sozialpartner, das heißt zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern, vor (siehe Dokument zum Download). Durch die gute Zusammenarbeit der Sozialpartner in der Landwirtschaft ist es gelungen ein Zusatzabkommen zum Kollektivvertrag auszuarbeiten und zu unterzeichnen.
Es wurden somit die Rahmenbedingungen geschaffen, den Mitarbeitern die Steuerreduzierung zu ermöglichen. Dies ist in dieser schwierigen wirtschaftlichen Phase äußerst wichtig.
Schon im letzten Jahr wurde im Landeskollektivvertrag für die landwirtschaftlichen Arbeiter die Möglichkeit der Steuer- und Beitragserleichterung zur Produktivitätssteigung verankert. Ein Zusatzvereinbarung wurde notwendig, weil die Regierung die Verankerung an messbare Größen zur Produktivitätssteigerung, zur Einkommenssteigerung, zur Qualitätssteigerung, Effizienz oder Innovation verlangte. Diese messbaren Größen wurden nun von den Sozialpartnern vereinbart.

Praktische Anwendung
Der begünstigte Steuersatz kann für alle in der Provinz Bozen beschäftigten landwirtschaftlichen Arbeiter und Gartenbauarbeiter angewandt werden.
Bei Betrieben, die in der Abteilung Arbeitsberatung/Löhne des Südtiroler Bauernbundes Mitglied sind, wird die Ersatzsteuer automatisch auf die produktivitätssteigernden Lohnelemente angewandt, sofern es für den Arbeiter von Vorteil ist. Der Arbeiter kann aber ausdrücklich auf die Anwendung verzichten.