Bauernbund | 13.05.2013

Internationaler Tag der Familie – Politik muss Prioritäten setzen

Laut Umfrage der Südtiroler Bäuerinnenorganisation hat eine Bäuerin durchschnittlich 2-3 Kinder, die Gesamtfruchtbarkeitsrate der Bäuerin in Südtirol somit bei 1,69. Das ist über den Durchschnitt in Südtirol, der bei 1,56 liegt (Italien 1,41). Damit Familien sich auch in Zukunft Kinder leisten können, muss die Politik handeln.

„Es ist eine Frage der Prioritäten, wo Geld in Zukunft investiert und ausgegeben wird. Wenn die Politik in Südtirol weiterhin Wert legt auf funktionierende Familienstrukturen, dann wird auch Geld vorhanden sein“, so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Die SBO hat in das neue Familiengesetz große Erwartungen gesteckt. Die Politik muss bei der Verteilung der öffentlichen Gelder Prioritäten setzen. Der Hinweis alleine, wie wichtig Familien sind, reiche nicht länger aus, so Erschbamer. Viele Bäuerinnen übernehmen die Betreuung der Senioren und die Erziehung der Kinder. So ist für Katherina Mittermair Gruber, Bäuerin des Jahres 2013, ganz klar: „Ich sehe zwar ein, dass es öffentliche Kinderbetreuungsstätten braucht und gestehe diesen auch eine Berechtigung zu, bin aber trotzdem davon überzeugt, dass gerade Kleinkinder in der Geborgenheit der Familie besser aufgehoben sind“. Sie fordert, dass im Rahmen des neuen Familiengesetzes auch die Betreuung und Erziehung in der Familie den ihr zustehenden Stellenwert erfahren muss.
So fordert die SBO gemeinsam mit L.-Abg. Maria Hochgruber Kuenzer seit Jahren, dass einerseits die Jahre, welche ein Elternteil für die Kinder zu Hause bleibt, als Rentenjahre einbezahlt werden und andererseits dass Eltern, welche aus verschiedenen Gründen nicht zu Hause bleiben können, durch Betreuungseinrichtungen wie z.B. Tagesmütter, finanziell unterstützt werden: „Eltern müssen selbst entscheiden können, ob sie bis zum Kindergarteneintritt zu Hause bleiben oder nach der Geburt zurück in die Arbeit gehen. Eltern, die sich der Erziehungsarbeit widmen, sind derzeit benachteiligt“.
Die SBO möchte den Internationalen Tag der Familie nützen und auf die Familie als Kern des bäuerlichen Betriebes, aber auch unserer Gesellschaft hinweisen. Wenn es nicht gelingt die Familien zu stärken, dann stellt sich die Frage, wie in 10 Jahren wohl unsere Gesellschaft aussieht? „Die Politik muss hier die Verantwortung übernehmen und entsprechend handeln und zwar jetzt und nicht morgen“, fordert Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer.

Bildtext: Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer und Katherina Mittermair Gruber, Bäuerin des Jahres 2013