Bauernbund | 07.06.2013

Altes Handwerk neu beleben

Neben dem Urlaub auf dem Bauernhof, den Schankbetrieben und der Direktvermarktungen soll in Zukunft auch das bäuerliche Handwerk den Bäuerinnen und Bauern ein zusätzliches Einkommen direkt am Hof ermöglichen. In einem entsprechenden Lehrgang der Bauernbund-Weiterbildung lernten die Teilnehmer, Handwerksprodukte zu gestalten und zu vermarkten. von Michael Deltedesco

Filzen, Drechseln oder Flechten: Traditionelles Handwerk war früher auf vielen Bauernhöfen „zuhause“. In den letzten Jahrzehnten ist das bäuerliche Handwerk leider fast in Vergessenheit geraten. Nun soll die traditionelle bäuerliche Handwerkskunst wieder zum Leben erweckt werden. Dazu haben die Bauernbund-Weiterbildung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Marketing und der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen den Lehrgang „Bäuerliches Handwerk“ organisiert. Hauptziel dieses Lehrgangs, der vom Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert wurde, war es, die Teilnehmer in der Gestaltung und Vermarktung ihres jeweiligen Handwerkproduktes zu schulen und zu unterstützen. Neben betriebswirtschaftlichen Grundlagen und Strategien des Marketings erhielten die Teilnehmer auch einen fundierten Einblick in die rechtlichen Aspekte, die beim Verkauf bzw. der Vermarktung handwerklicher Produkte zu beachten sind. Zudem lernten die Teilnehmer die Winterschule Ulten als fachliche Partnereinrichtung kennen, in der traditionelle handwerkliche Tätigkeiten und Techniken gelehrt werden. Ebenso stand  eine Exkursion nach München auf dem Programm, wo verschiedene Handwerksbetriebe besichtigt wurden.

Eine Besonderheit des Lehrgangs war das Kooperationsprojekt mit der Freien Universität Bozen. Von Professor Kuno Prey betreute Studenten der Fakultät für Design und Künste arbeiten zusammen mit den Lehrgangsteilnehmern Ideen aus und berieten sie bei der Gestaltung der Handwerksprodukte. „Die hohe Teilnehmerzahl unterstreicht, dass traditionelles Handwerk der bäuerlichen Bevölkerung sehr am Herzen liegt“, stellte der Leiter der Bauernbund-Weiterbildung, Matthias Bertagnolli, zufrieden fest.

Vermarktet werden sollen die bäuerlichen Handwerksprodukte in Zukunft unter der Dachmarke „Roter Hahn“ – neben dem Urlaub auf dem Bauernhof, den bäuerlichen Schankbetrieben und den Qualitätsprodukten vom Bauern. „Damit wollen wir alle „Produkte“ vom Hof unter eine Marke stellen“, erklärte Hans J. Kienzl, der im Südtiroler Bauernbund für die Marke „Roter Hahn“ verantwortlich ist. Alle Beteiligten hoffen, dass das bäuerliche Handwerk ähnlich erfolgreich wird wie die übrigen drei „Produkte“ der Marke „Roter Hahn“.