Bauernbund | 13.06.2013

Das Klima und der Wein

Die Klimaerwärmung ist eine Tatsache. Darüber sind sich die Experten einig. Sie hat bislang aber eher positive Auswirkungen auf den heimischen Weinbau. Allerdings braucht es Strategien, wie man in Zukunft darauf reagieren soll.

Die Klimaerwärmung macht auch vor Südtirol nicht halt – bislang mit noch durchwegs positiver Wirkung auf die Qualität der Weine. (Foto: Frieder Blickle)

Die Klimaerwärmung macht auch vor Südtirol nicht halt – bislang mit noch durchwegs positiver Wirkung auf die Qualität der Weine. (Foto: Frieder Blickle)

Die globale Emission von Kohlendioxid war im Jahr 2012 wieder um zwölf Prozent höher als im Jahr davor. Aber auch andere sogenannte Treibhausgase wie Methan, Stickoxid oder fluorierte Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) sind Grund dafür, dass die Globalstrahlung seit den 1980er Jahren stetig zunimmt.
Hans-Reiner Schultz, Professor an der Universität Geisenheim, stellte beim Runden Tisch des Versuchszentrums Laimburg Mitte Mai ganz lapidar fest: „Wir haben die Atmosphäre aufgeräumt." Das wiederum sei Grund für die Klimaerwärmung, die weltweit deutlich nachgewiesen werden kann.
„Alle Regionen zeigen eine Temperaturerhöhung von 0,2 bis 0,6 Grad Celsius pro Dekade. Südafrika am wenigsten, Portugal am meisten", erklärt Schultz weiter. Günther Geier vom Landeswetterdienst bestätigt diese Aussagen: Der Trend der Temperatur sei auch in Südtirol stark positiv. Das sei eindeutig messbar. Schwieriger gestalte sich eine klare Trendbestimmung bei den Klimafaktoren Niederschlag oder Sonnenscheindauer. Hier sei je nach Region oder Jahr eine starke Variabilität festzustellen. „Der Temperaturanstieg ist sicher die größte Herausforderung, auf die wir zugehen", sagt Geier. „Wir erwarten uns nämlich für die nächsten 100 Jahre einen Anstieg der Durchschnittstemperatur von zwei bis sechs Grad Cesius." Zudem gebe es durch den Klimawandel auch eine Zunahme der Wetterextrema, wie beispielsweise Starkregenereignisse oder auch Hagelschlag.