Bauernbund | 21.06.2013

Doppeltes Dilemma

Vieles spricht für einen Südtiroler Milchpool.

Im Rahmen des Milchgipfels stellten Luis Holzner und Christian Gruber von ROI Team Consultant eine Analyse über die Zukunft der Südtiroler Milchwirtschaft vor. Hier zeigte sich deutlich ein doppeltes Dilemma: Südtirols Milchbauern produzieren immer weniger Milch. Die Tendenz dürfte sich in den kommenden Jahren mit einem jährlichen Rückgang von 1,5 bis 2 Prozent fortsetzen. Gleichzeitig brauchen die Milchhöfe immer mehr Milch. Sie sind optimistisch, dass sie die Produktion jährlich um rund 1 bis 3 Prozent steigern können.
Gleichzeitig klafft eine Schere zwischen Sommer- und Wintermilch: Die Milchhöfe brauchen im Sommer am meisten Milch, die Bauern liefern aber die meiste Milch im Winter. Gleichzeitig verteilt sich die Milch nicht entsprechend dem Bedarf der Südtiroler Milchhöfe: Bergmilch Südtirol hat einen jährlichen Überschuss, den sie oft relativ billig als Tankmilch nach Süditalien abgeben muss. Die Milchhöfe Sterzing, Brimi und Meran dagegen haben einen Milch-Mangel.
Nimmt man alle Milchhöfe zusammen, wird in Südtirol auch in den nächsten Jahren noch genügend Milch vorhanden sein, um all jene Produkte herzustellen, die das Qualitätssiegel Südtirol tragen.

Alle diese Fakten sprechen für eine gemeinsame Lösung, die nach der Aussprache von Mitte Juni nun konkrete Züge annimmt.