Innovation | 28.06.2013

Ein Stück zusammengerückt

Ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt mit dem Schwerpunkt auf landwirtschaftlicher Produktion und Dienstleistungen in Südtirol und in Graubünden ist kürzlich abgeschlossen worden. Dabei lernten die teilnehmenden Betriebe, bäuerliche Qualitätsprodukte und Dienstleistungen neu zu entwickeln und bestehende zu verbessern.

Ziel des "Interreg Italien-Schweiz 2007-2013"-Projektes war es, die Produktion und Vermarktung von bäuerlichen Produkten sowie das Angebot von landwirtschaftlichen Dienstleistungen zu verbessern.

Ziel des "Interreg Italien-Schweiz 2007-2013"-Projektes war es, die Produktion und Vermarktung von bäuerlichen Produkten sowie das Angebot von landwirtschaftlichen Dienstleistungen zu verbessern.

Sowohl Innovationen als auch die Produktion und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse standen im Mittelpunkt dieses „Interreg Italien-Schweiz 2007-2013“-Projektes, das der Südtiroler Bauernbund zusammen mit dem Bündner Bauernverband, dem Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof, der Schweizer Vermarktungsorganisation alpinavera, dem Maschinenring Graubünden und dem Maschinenring Südtirol initiiert hatte. „Wir sehen für bäuerliche Betriebe in beiden Regionen große Chancen in der Direktvermarktung. Dieses Potential wollten wir aufzeigen und mithelfen, es auch zu nutzen“, erklärte Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler.
Einer der Schwerpunkte des Projekts betraf die Käseproduktion. Neben einer Basisschulung in Frankreich wurden in Zusammenarbeit mit der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern zwei Käse-Werkstätten organisiert.
Eine interessante Nische sind Fruchtaufstriche und –sirupe, aber auch Essigprodukte. Ihnen wurden zwei Frucht-Workshops gewidmet. Ein Markt besteht auch für Bauernbrot. „In Brot-Werkstätten informierten wir die Teilnehmer über die Teigherstellung und die richtige Lagerung von Brot. Auch die Herstellung von Schüttelbrot wurde geübt“, erklärte Irene Unterkofler, die das Projekt für den Südtiroler Bauernbund leitete.
Ebenfalls auf großes Interesse stieß die mehrteilige Fleisch-Werkstätte. Hier konnten die Interessierten lernen, wie Fleisch fachgerecht und neuartig verarbeitet sowie professionell vermarktet werden kann.

Zusammenarbeit mit Handel und Gastronomie gesucht

Doch auch das beste Produkt nützt nichts, wenn die Kunden fehlen. Mehrere Maßnahmen widmeten sich daher der Zusammenarbeit mit dem Handel und der Gastronomie. „In Gesprächen mit Kaufleuten, Hoteliers und Gastronomen haben wir erörtert, wie die Begehrlichkeit und die Wertschätzung für bäuerliche Produkte gesteigert werden kann. Mit einer Trendforscherin wurden Trends in der Ernährung untersucht“, so Unterkofler.
Bei einer Genuss-Werkstätte wurden Südtiroler und Graubündner Gastwirten und Hoteliers hochwertige Produkte der regionalen Landwirtschaft und deren Einsatzmöglichkeit präsentiert. Zusätzlich wurden ein Exklusiv-Frühstück und eine „Entdeckungsstraße“ mit bäuerlichen Lebensmitteln organisiert. 
Potential sehen die Projektverantwortlichen im Urlaub auf dem Bauernhof. In mehreren Workshops wurden Buchungsangebote und Hofspezialisierungen erarbeitet. Die Graubündner Bauern konnten sich in zwei Studienreisen über den Urlaub auf dem Bauernhof und die bäuerlichen Schankbetriebe informieren. Die Besonderheiten der bäuerlichen Angebote wurden zudem in verschiedenen Kurzfilmen festgehalten.

Mit Dienstleistungen Einkommen absichern

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes betraf die Dienstleistungen des Maschinenrings. „Während in Graubünden der Fokus auf den Personalverleih gelegt wurde, konzentrierte man sich in Südtirol auf die Betriebshilfe und den überbetrieblichen Maschineneinsatz. „Den Teilnehmern wurden die konkreten Möglichkeiten und Chancen des überbetrieblichen Maschineneinsatzes besonders in Berggebieten aufgezeigt“, erklärte Unterkofler.
Nun sei zu hoffen, dass das Projekt den Bauern, besonders aber den Jungbauern dazu dient, neue Chancen zu nutzen und so den Betrieb abzusichern.

Mitfinanziert wurde das Projekt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.