Bauernbund, Südtiroler Bauernjugend | 24.07.2013

Bauernjugend lädt zu Polit-Diskussion

Im Rahmen ihrer traditionellen Sommersitzung hat die Südtiroler Bauernjugend Jugendkandidaten unter 35 Jahren, die sich im Herbst den Landtagswahlen stellen, zur Diskussionsrunde eingeladen. Ziel war es die jungen Kandidaten und ihre Ansichten zu wichtigen Themen kennenzulernen.

Die Südtiroler Bauernjugend hatte die Jugendkandidaten für die Landtagswahlen zu einer Diskussionsrunde eingeladen.

Die Südtiroler Bauernjugend hatte die Jugendkandidaten für die Landtagswahlen zu einer Diskussionsrunde eingeladen.

Der Einladung folgten die SVP-Jugendkandidaten Christian Gruber, Hans Christian Oberarzbacher und Philipp Achammer, die Jugendkandidaten der Freiheitlichen Michael Demanega, Tamara Oberhofer und Lukas Pfeifer, die Jugendkandidaten der BürgerUnion für Südtirol Stefan und Helmut Taber, die Jugendkandidaten der Süd-Tiroler Freiheit Christoph Mitterhofer, Dietmar Weithaler, Hannes Innerhofer, Matthias Hofer und Hannelore Koller Schwienbacher sowie Hanna Messner von den Jungen Grünen.
Schwarze Schafe abmahnen
Die Südtiroler Bauernjugend gab zu Bedenken, dass die Obstwirtschaft derzeit unter ihrem schlechten Image leide und völlig zu Unrecht für alles der Sündenbock sei. Dabei wird allzu oft vergessen, dass der Apfelanbau Exportmotor für Südtirol ist und die höhere Wertschöpfung auch viele Arbeitsplätze sichert. Christian Gruber, Jugendvertreter der SVP ist der Meinung, dass das schlechte Image vor allem mit dem Thema Pflanzenschutzmittel zu tun hat. „Hier herrscht allerdings ein völlig falsches Bild in der Bevölkerung“, kritisiert Gruber. „Pflanzenschutzmittel unterliegen europaweit einem strengen Prüfverfahren, damit sie keine Gesundheitsgefahr darstellen. In Südtirol gelten durch das Agrios-Programm noch strengere Toleranzwerte als gesetzlich vorgegeben.“, so Gruber. Um die Abdrift zu vermeiden, achten die Bauern unter anderem auf Abstände und setzen Abdrift hemmende Sprühgeräte ein. „Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, die sich nicht an den Bestimmungen halten. Diese müssen klar abgemahnt werden“, fordert Gruber. Weiteres Verbesserungspotenzial sieht Gruber in der Forschung und Entwicklung, vor allem bei der Sprühtechnik.
Stolz Bauer zu sein
Was die Betriebsnachfolge betrifft, fordert Hanna Messner von den Jungen Grünen einen Wertewandel. Vor allem in der Berglandwirtschaft. „Ein Bergbauer muss wieder stolz darauf sein, Bergbauer zu sein. Hier gilt es, vor allem der Jugend wieder alte Werte zu vermitteln“, so Messner. Hans Christian Oberarzbacher, Jugendkandidat der SVP stellt fest, „dass junge Menschen eine hohe Begeisterung in sich tragen, die Hofnachfolge anzutreten. Doch unterm Strich wird sich jeder angehende Jungbauer zuerst die Frage stellen ob er von der Landwirtschaft leben kann oder nicht.“
Bürokratische Auflagen für Vereine abbauen
Auf die Frage wie das Ehrenamt weiter aufgewertet und unterstützt werden kann, schlägt Helmut Taber von der Jungen BürgerUnion für Südtirol vor, „dass sich die Politik mit den ehrenamtlichen Organisationen zusammensetzt und im Dialog Unterstützungsmaßnahmen ausarbeiten soll, die dann auch wirklich den Bedürfnissen entsprechen“. Michael Demanega, Jugendkandidat der Freiheitlichen kritisiert vor allem die hohen bürokratischen Auflagen für Vereine: „Diese erdrücken kleine Vereine geradezu. Der Staat Italien zeigt hier wenig Sensibilität für das Vereinswesen.“ „Mit bürokratischen Erleichterungen sei“, so Demanega, „den Vereinen am meisten geholfen“.
Großraubwild ein Problem
Wo Bär oder Wolf sein Unwesen treiben, trägt auch die Landwirtschaft beachtliche Schäden davon. Auch die Sicherheit für die Bewohner in dessen Umfeld das Tier aktiv ist, ist nicht mehr gewährleistet. Auf die Frage wie die Jugendkandidaten zu diesem Problem stehen, ist Dietmar Weithaler von der Jungen Süd-Tiroler Freiheit der Ansicht, „dass jedes Tier so lange schützenswert ist, bis es zu einem Problem wird. Dann muss man entsprechende Maßnahmen setzen und es wegschaffen.“
Prävention vor härteren Strafen
Einig waren sich alle Jugendkandidaten auf die Frage wie sie zur neu erlassenen Bestimmung stehen, wonach der Aufschank von Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist. Philipp Achammer, Jugendvertreter der SVP fordert stärkere Maßnahmen in der Präventionsarbeit und setzt auf Dialog: „Wir müssen mit den Organisationen die es direkt betrifft sprechen, und mit ihnen gemeinsam präventive Maßnahmen ausarbeiten die auch zielgerichtet sind. Jugendliche mit härteren Bestimmungen abzustrafen, bringt nichts.“ Hanna Messner von den Jungen Grünen schlägt vor, stärker auf alternative Angebote zu setzen und „das Angebot an nichtalkoholischen Getränken auf Veranstaltungen auszubauen.“

Nach der Diskussionsrunde hatten die Teilnehmer noch genügend Zeit sich beim gemeinsamen Grillen auszutauschen.