Arbeitsberatung | 02.08.2013

Lehrberuf: Pferdehalter können jetzt Lehrlinge aufnehmen

Kürzlich wurde ein neuer Lehrberuf eingeführt: Pferdefachfrau bzw. Pferdefachmann. Interessierte Betriebe können sich ab sofort zur Aufnahme eines Lehrlings melden.

Für Betriebe, die Lehrlinge im Pferdebereich aufnehmen, gelten verschiedene Voraussetzungen. (Foto: www.agrarfoto.com)

Für Betriebe, die Lehrlinge im Pferdebereich aufnehmen, gelten verschiedene Voraussetzungen. (Foto: www.agrarfoto.com)

Mit dem im Herbst beginnenden Schuljahr ist es erstmals möglich Lehrlinge im Pferdebereich auszubilden. Es handelt sich dabei um einen traditionellen Lehrberuf, der neu eingeführt wurde. Die Rahmenbedingungen für die praktische Umsetzung wurden nach langer Vorbereitung in diesem Sommer endgültig geschaffen.

Sektor übergreifender Kollektivvertrag

Grundvoraussetzung für die operative Anwendung eines Lehrberufes ist die kollektivvertragliche Verankerung, die von den Sozialpartnern ausgearbeitet wurde. Da die Betriebe, welche Pferdefachfrauen/männer ausbilden aus unterschiedlichen Sektoren kommen können, wurde zwischen den Arbeitgeberverbänden Südtiroler Bauernbund, HGV und HDS und den Fachgewerkschaften ein Landesabkommen, welches diesen Lehrberuf regelt ausgearbeitet. Das Abkommen wurde am 25. Juni 2013 unterzeichnet und regelt den arbeitsrechtlichen Aspekt des Lehrberufes.
Genauere Informationen zum Inhalt des Abkommens und zur Entlohnung der Lehrlinge, können beim für den Betrieb zuständigen Arbeitgeberverband eingeholt werden.

Bildungsordnung

Eine weitere Voraussetzung für die Anwendung eines Lehrberufes ist die Ausarbeitung einer Bildungsordnung Diese wurde von der Abteilung Land-, forst- und hauswirtschaftlichen Berufsbildung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung ausgearbeitet. Diese muss noch von der Landesregierung genehmigt werden, ist aber bereits anwendbar.

Betriebliche Voraussetzungen

Betriebe, welche Lehrlinge in diesem Bereich aufnehmen möchten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Da es sich um einen neuen Lehrberuf handelt, müssen diese Voraussetzungen genau geprüft werden. Die Einhaltung der Standards zur betrieblichen Lehrlingsausbildung muss dem Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung mitgeteilt werden.
Interessierte Betriebe können sich auch hier wiederum beim zuständigen Verband melden, um genauere Informationen einzuholen.

Fachschule in Deutschland

Die theoretische Ausbildung erfolgt an einer spezialisierten Schule in München. Die Einschreibung in die Schule erfolgt von Amts wegen und ist kostenlos. Der Heimplatz in München wird von der Landesverwaltung bezahlt, welche auch einen Teil der Fahrtkosten übernimmt.
Genauere Informationen zur Schule erhalten Betriebe und Lehrlinge bei der Abteilung Land-, forst- und hauswirtschaftlichen Berufsbildung. Die zuständige Kontaktperson ist die Koordinatorin der Dienststelle für Bergbauernberatung Dr. Claudia Nocker (0471/415019).

Meldepflichten

Zusätzlich zur Mitteilung der betrieblichen Ausbildungsstandes muss der Lehrling über das System ProNotel2 beim Amt für Arbeitsmarktbeobachtung gemeldet werden. Die Daten werden dann an das Amt für Lehrlingswesen weitergeleitet. Diese Meldung ist Voraussetzung, dass der Lehrling an der Schule angemeldet werden kann.