Südtiroler Bauernjugend | 05.08.2013

Hundertstel-Krimi auf der Wiese

Brigitte Goller und David Tirler, beide aus Kastelruth, sind die besten Handmäher Südtirols. Mit einem schnellen und sauberen Schnitt haben sie die Konkurrenz hinter sich gelassen. Die beiden Top-Athleten hatten es nicht leicht und mussten sich mit 56 weiteren Konkurrenten in einem Hundertstel-Krimi messen. Es ging um viel, denn die 15 besten Athleten des „Mäher-Cups“ qualifizierten sich auch für die Europameisterschaft im Handmähen, die heuer vom 6. bis 8. September in Toblach ausgetragen wird.

Beim Landesentscheid im Handmähen ging es nicht nur darum, die besten Mäherinnen und Mäher Südtirols zu küren, sondern auch die Teilnehmer an der Europameisterschaft im Handmähen zu finden.

Beim Landesentscheid im Handmähen ging es nicht nur darum, die besten Mäherinnen und Mäher Südtirols zu küren, sondern auch die Teilnehmer an der Europameisterschaft im Handmähen zu finden.

Im Eiltempo wurde beim Landesentscheid im Handmähen die große „Eggwies“ beim Untermathon-Hof in Vöran von den Athleten aus dem ganzen Land niedergemäht. „Senioren“ und „Oldies Herren“ mussten 100 Quadratmeter saftiges Grün möglichst schnell abmähen. Auf die Junioren warteten 70 Quadratmeter, auf die „Unter-16-Jährigen“ ein Feld mit jeweils 49 Quadratmetern. Unter den 58 Teilnehmern waren auch acht Frauen. Für die Seniorinnen und die „Oldies Damen“ galt es, ein jeweils 35 Quadratmeter großes Feld so schnell und so sauber wie möglich abzumähen. Für die Juniorinnen waren es immerhin noch jeweils 25 Quadratmeter Wiese. In der  Kategorie „Sensenlänge unter 90 Zentimeter“ galt es 35 Quadratmeter Wiese abzumähen.
Sauberkeit zählt
Bei der sportlichen Jagd nach Hundertstel schauten sechs Juroren und ein Oberschiedsrichter fachkundig und mit wachsamen Auge auf die „flachgelegte“ Wiese. Die Bewertungszeit ergibt sich schlussendlich aus der gestoppten Mähzeit sowie der Sauberkeit der Mahd, die mittels eines Schlüssels in einen Zeitzuschlag umgerechnet wird. Trotz des vielen Trainings zeigten die erschöpften Gesichter am Ende jeder Mahd, dass das Handmähen ein Leistungssport ist.
Die Top-Athleten des Landes
Brigitte Goller aus Kastelruth war nicht zu schlagen und sicherte sich beim Landesentscheid im Handmähen den ersten Platz in der Kategorie „Seniorinnen“, dicht gefolgt von Christine Innerhofer aus Vöran und Kathrin Tschurtschenthaler aus dem Sarntal. Goller war damit nicht nur schnellste in ihrer Kategorie sondern sicherte sich mit der Tagesbestzeit bei den Frauen gleichzeitig auch den Titel „Landesmeisterin im Handmähen“. Bei den „Oldies Damen“ siegte Agatha Tschöll aus St. Leonhard in Passeier. David Tirler aus Kastelruth mähte bei den „Senioren“ am schnellsten, dicht gefolgt von Ulrich Gögele aus dem Passeiertal und Daniel Lanziner aus Kastelruth. Auch Tirler war damit nicht nur schnellster in seiner Kategorie, sondern sicherte sich mit der Tagesbestzeit bei den Männern gleichzeitig auch den Titel „Landesmeister im Handmähen“. Markus Stauder aus dem Sarntal hatte bei den „Junioren“ den besten Sensenschwung. Er holte sich „Gold“ vor Gabriel Comploi und Gabriel Argreiter, beide aus Enneberg. Gold bei den „Oldies Herren“ ging an Hubert Pamer aus dem Passeiertal vor Simon Oberrauch aus Latzfons/Verdings und Georg Spiess aus dem Sarntal.  Bei den unter 16-Jährigen Teilnehmern siegte Valentin Wiedmer aus Mölten, vor Stefan Mittelberger aus Vöran und Simon Gamper aus Proveis. In der Kategorie „Sensenlänge unter 90 Zentimeter“ holte sich Stephan Zöggeler aus Vöran den Heimsieg, gefolgt von Josef Zöggeler, ebenfalls aus Vöran und Hermann Wiedmer aus Mölten.
EM im Handmähen: „Team Südtirol“ steht fest
Vom Freitag, 6. bis Sonntag, 8. September findet in Toblach die Europameisterschaft im Handmähen statt. Das Großereignis wird von der Südtiroler Bauernjugend Ortsgruppe Toblach in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Südtiroler Bauernjugend organisiert und ausgetragen. Mit dem Landesentscheid im Handmähen stand dann auch fest, welche 15 Athletinnen und Athleten Südtirol bei der Europameisterschaft vertreten dürfen. Es sind dies: David Tirler aus Kastelruth, Ulrich Gögele aus dem Passeiertal, Anton Schieder aus Kastelruth, Jan Argreiter aus Enneberg, Christian Irsara aus Abtei, Daniel und Klaus Lanziner beide aus Kastelruth, Valentin Domanegg aus Flaas, Christian Thaler aus Latzfons/Verdings, Florian Pichler aus dem Passeiertal, Christine Innerhofer aus Vöran, Kathrin Tschurtschenthaler aus dem Sarntal, Brigitte Goller, Manuela Mahlknecht und Barbara Gasslitter alle drei aus Kastelruth. Ersatzmäherinnen und Ersatzmäher sind: Simon Oberrauch aus Latzfons/Verdings, Florian Gabloner aus Kastelruth und Karolin Koch, ebenfalls aus Kastelruth.
„Alle Besucher der Europameisterschaft im Handmähen können sich neben einem spannenden Wettbewerb auf ein länderübergreifendes Fest unter Freunden freuen.“, erklärt Hannes Dosser, Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend. Der Wettbewerbstag ist der Sonntag. Beginn ist um 08.30 Uhr mit dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche von Toblach. Ab 10 Uhr großer Umzug beginnend von Alttoblach zum Festzelt zum Thema „Grünlandbewirtschaftung früher bis heute“. Um 13 Uhr Beginn des Wettbewerbs, um 16 Uhr messen die Promis beim „Promimähen“ ihr Können. Um 18 Uhr findet die Preisverteilung mit anschließendem Festausklang im Festzelt statt. Auch das Programm am Freitag und Samstag kann sich sehen lassen: Freitag Partynight mit Ö3-Disco und am Samstag sogen nach der offiziellen Eröffnung, Vorstellung der Teilnehmer und Verlosung der Startnummern, die „Die Jungen Paldauer“ für Musikalische Unterhaltung.
Der Landesentscheid im Handmähen wird von ITAS-Versicherungen und Faie, dem landwirtschaftlichen Online-Shop, unterstützt.