Bauernbund | 25.09.2013

EU-Agrarreform: Bauernbund mit Einigung zufrieden

Vertreter von Europaparlament und EU-Staaten haben sich in den letzten Punkten der EU-Agrarreform geeinigt. So sollen große Betriebe zukünftig weniger Geld bekommen und die Agrarpolitik allgemein grüner werden. Der Südtiroler Bauernbund zeigt sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden.

Als eine „starke Antwort auf die großen Herausforderungen“ für die EU-Landwirtschaft – die Sicherheit der Lebensmittelversorgung, der Klimawandel, das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in ländlichen Gebieten – wertet der EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos das Verhandlungsergebnis. In der Tat wird sich in der EU-Agrarpolitik einiges ändern. So werden die EU-Direktzahlungen an Großbetriebe gekürzt. Damit reagiert die EU auf Kritik an der bisherigen Förderung, wo Milliarden nicht an die klein- und mittelgroßen Betriebe, sondern an große Agrarindustriebetriebe mit teilweise Tausenden Hektar Fläche flossen. Diese Betriebe müssen nun mit Kürzungen von mindestens fünf Prozent bei EU-Direktzahlungen von mehr als 150.000 Euro rechnen. Für den Südtiroler Bauernbund ist die jetzige Regelung gerechter, da bisher die Großbetriebe unverhältnismäßig von den EU-Geldern profitiert hätten. Klar ist nun auch, dass die EU-Agrarpolitik insgesamt noch grüner werden soll. Ein Teil der Förderungen wird an eine umweltfreundliche Bewirtschaftung geknüpft. Auch diese Neuerung stößt beim Südtiroler Bauernbund auf Zustimmung. Eine Änderung gibt es auch bei der Finanzierung von Projekten für die ländliche Entwicklung in besonders strukturschwachen Gebieten. Diese sollen großzügiger unterstützt werden. Für die europäischen Junglandwirte sieht die EU-Agrarreform Verbesserungen vor. „Die bisherigen Mittel für junge Landwirte sollen erhöht werden. Damit wird die Landwirtschaft für Einsteiger wieder attraktiver. Was das im Detail für Südtirol bedeutet, ist allerdings noch nicht ganz klar“, erklärt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner.
Nächste Woche wird der EU-Agrarausschuss die Reform absegnen. Voraussichtlich im November dürften dann auch die EU-Staaten und das Europäische Parlament der EU-Agrarreform zustimmen. Alle Forderungen der Berggebiete sind zwar nicht berücksichtigt worden, dennoch wertet der Südtiroler Bauernbund die Reform im Großen und Ganzen als zufriedenstellend.