Arbeitsberatung | 28.10.2013

Auch bei Lohnstreifen gilt Bargeldgrenze

Erntehelfer empfinden die Bezahlung ihrer Arbeitsleistung in bar als die sicherste. Doch Achtung: Auch bei der Bezahlung von Lohnstreifen ist die seit 2011 vorgeschriebene Bargeldgrenze von 1000 Euro einzuhalten.

Um Schwarzzahlungen und Geldwäsche zu unterbinden wurde Ende des Jahres 2011 die Bargeldgrenze auf 1000 Euro herabgesetzt. In bar können nur noch Transaktionen von maximal 999,99 Euro getätigt werden. Betroffen sind alle Transaktionen, die durch ein offiziell ausgestelltes Dokument belegt sind, z.B. Rechnungen und Lohnstreifen. Beim Lohnstreifen gilt das Limit pro Lohnstreifen und nicht pro Arbeitsverhältnis.

Probleme in der Praxis
Die Bezahlung in bar wird vom Erntehelfer als die sicherste Art der Zahlung empfunden.
Bei Arbeitsverhältnissen, die nur über einen Teil des Monats bestehen, liegt der Lohnstreifen der Arbeiter (Einstufung Erntehelfer) unter 1000 Euro. In diesem Fall kann der Lohn in bar bezahlt werden. Wenn das Arbeitsverhältnis jedoch über einen Großteil des Monats besteht und auch Überstunden oder Feiertagsarbeit gemacht werden und zudem das Arbeitsende in diesem Monat liegt und somit auch die Abfertigung anfällt, dann liegt der Betrag im Lohnstreifen mit großer Wahrscheinlichkeit über 1000 Euro.

Lösungsansätze
In diesen Fällen kann z.B. eine Akontozahlung per Scheck oder Banküberweisung gemacht werden (z.B. 500 Euro). Der Rest kann dann in bar bezahlt werden. Die Raika Bozen bietet etwa ein günstiges Konto, das „Pocket Konto“ an, das für Erntehelfer geeignet wäre.

Lohnstreifen
Aufgrund der Arbeitsspitzen im Herbst ist es der Bauernbund-Abteilung Arbeitsberatung/Löhne nicht möglich, Lohnstreifen bzw. Probelohnstreifen sofort auszuarbeiten. Abhilfe schafft hier die Online Eingabe der Stunden. In diesem Fall steht der Lohnstreifen innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung.

Strafen und Meldepflicht
Die Strafe bei Nichteinhaltung der Bargeldgrenze richtet sich nach dem Betrag der Transaktion, wobei eine Mindeststrafe von 3000 Euro besteht. Zudem sind etwa Banken verpflichtet, offensichtliche Fälle von Missachtung des Limits zu melden.