Bauernbund | 06.11.2013

Bauernbund fordert Umdenken beim Flächenverbrauch

Der Südtiroler Bauernbund fordert ein stärkeres Bewusstsein für den Flächenschutz. „Die noch bebaubare Fläche ist fast ausschließlich landwirtschaftlicher Kulturgrund, der für die Lebensmittelproduktion notwendig ist“, sagt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Die Landwirtschaft spürt den Flächenverbrauch am meisten. Die potentiell noch bebaubare Fläche besteht vor allem aus landwirtschaftlichem Kulturgrund. „Und dieser ist die Arbeits- und Lebensgrundlage unserer Bäuerinnen und Bauern“, erklärt Tiefenthaler. „Je mehr verbaut wird, desto weniger Fläche bleibt für die landwirtschaftliche Nutzung und damit die Lebensmittelproduktion.“

Der Bauernbund fordert ein nachhaltiges Umdenken. Denn immer weniger Kulturgrund hat auch negative Auswirkungen auf die Landschaft, auf die Tier- und Pflanzenwelt, die Umwelt und den Tourismus. „Wir haben schon viel gebaut, jetzt müssen wir nachhaltiger mit dem vorhandenen Grund und Boden umgehen“, fordert Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner.

Vor einem „Weiter so“ beim Flächenverbrauch warnt der Bauernbund. Täglich werden Wiesen und Weiden in der Größe eines Fußballfeldes verbaut, alarmierte der SBB im Vorjahr mittels einer Studie. Von 1968 bis heute hat sich die verbaute Fläche im Land mehr als verdreifacht, bis 2007 wurden jährlich 280 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche verbaut. Nach der jüngsten Erhebung des ASTAT zum Dauersiedlungsgebiet ist die jährliche Verbauung in Südtirol in den letzten fünf Jahren wegen der Baukrise von 280 auf „nur“ noch 180 Hektar pro Jahr gesunken. „Dass aktuell ein Drittel von 40.784 Hektar Dauersiedlungsgebiet verbaut sind, sollte uns nicht beruhigen, sondern Anlass zu großer Sorge geben“, sagt Rinner. „Geht es in dieser Art weiter, ist in spätestens 150 Jahren alles zubetoniert.“

Der SBB fordert Maßnahmen zum nachhaltigeren Umgang mit Grund und Boden. Dazu zählen die genaue Beobachtung und Analyse der Bautätigkeit ebenso wie die Definition von Flächenzielen. Stärker als bisher muss die Wiedergewinnung von nicht oder nur wenig genutztem Gebäudebestand nach dem Motto „Braun vor Grün“ in den Mittelpunkt rücken.

Auch auf staatlicher Ebene ist man sich der Problematik des Flächenverbrauchs bewusst. In Rom wird an einem Gesetzentwurf mit Maßnahmen zur Eindämmung des Flächenverbrauchs und Wiedergewinnung bereits bebauter Flächen gearbeitet, mit dem Ziel, landwirtschaftliche Flächen zu schützen.