Bauernbund | 07.11.2013

Besenwuchs ist ernstes Problem und wird intensiv erforscht

Auf Einladung des Versuchszentrums Laimburg und unter Beteiligung des Südtiroler Beratungsrings für Obst- und Weinbau (SBR), des Amtes für Obst- und Weinbau sowie des Südtiroler Bauernbundes hat am gestrigen Mittwoch im Vereinhaus Marling eine Informationsveranstaltung zum Besenwuchs stattgefunden. 300 Landwirte sind gekommen, um sich über die Forschung zum Besenwuchs zu informieren und mit den Forscherinnen und Forschern zu diskutieren. Für laufende und geplante Forschungsprojekte werden in den kommenden Jahren 3,2 Millionen Euro bereitgestellt.

Der Besenwuchs stellt ein ernstes Problem dar, das vom Versuchszentrum Laimburg sehr ernst genommen wird, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Krankheitswelle im Burggrafenamt und unteren Vinschgau. Die bisherigen Anstrengungen zur Erforschung der Krankheit werden in zwei Schwerpunktprojekten fortgesetzt. Die Forscherinnen und Forscher wollen insbesondere herausfinden, welche Faktoren die große Anzahl an Neubefall in den besonders betroffenen Gebieten beeinflussen. Denn der Besenwuchs kommt auch in anderen Gebieten vor, nur wesentlich seltener. Dabei arbeitet das Versuchszentrum Laimburg eng mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau (SBR) zusammen und tauscht Ergebnisse und Daten aus.

Forschungsergebnisse zum Besenwuchs
Bereits in den umfangreichen, bisher durchgeführten Studien haben die Forscherinnen und Forscher wichtige Erkenntnisse zum Besenwuchs erarbeitet. So ist der Sommerapfelblattsauger als Hauptüberträger der Krankheit identifiziert worden und es sind die Grundlagen für die Bekämpfungsstrategien der Blattsauger erarbeitet worden. Zudem ist eine molekulare Methode zur Diagnostik der Krankheit entwickelt worden, die es erlaubt, kranke Pflanzen lange vor dem Auftreten der Symptome zu erkennen. Getestet wurden auch Mittel zur Stärkung des Immunsystems der Pflanzen. Doch bewirken diese nur eine zeitweise Unterdrückung der Symptome. Daher können kranke Pflanzen nicht geheilt werden, sondern müssen gerodet werden. Ein Mittel für Behandlungen gegen den Besenwuchs ist für die nächsten Jahre jedoch nicht realistisch.

Aktuelle Situation und Diskussion
Im Rahmen der Informationsveranstaltung hat der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau (SBR) eine erste Übersicht über die aktuelle Befallssituation gegeben. Insbesondere das Burggrafenamt und der untere Vinschgau weisen eine hohe Zahl an Neubefall auf. Zudem haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Versuchszentrums Laimburg die aktuellen Forschungsprojekte zum Besenwuchs vorgestellt. Die Landwirte sind anschließend auch vom Amt für Obst- und Weinbau über die Vorschriften im Umgang mit erkrankten Pflanzen informiert worden. Der Südtiroler Bauernbund hat appelliert, die Forschung weiter voranzutreiben und die Landwirte aufgefordert, die Vorschriften und Maßnahmen im Interesse aller zu befolgen und umzusetzen.

Eine Fragerunde hat den Landwirten die Möglichkeit gegeben, ihre Fragen direkt an die Referentinnen und Referenten zu richten sowie beim anschließenden Umtrunk in kleiner Runde zu diskutieren.

3,2 Millionen Euro für Forschungsprojekte
Bereits bis 2011 sind 1,5 Millionen Euro in Forschungsprojekte zum Schwerpunkt Besenwuchs geflossen. Von 2012-2017 werden weitere 3,2 Millionen Euro für Schwerpunktprojekte zur Erforschung des Besenwuchses eingesetzt.

Das Land- und Forstwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg
Das Land- und Forstwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg versteht sich als führende Forschungsinstitution für die Landwirtschaft in Südtirol. Das Versuchszentrum Laimburg betreibt vor allem angewandte Forschung mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Südtiroler Landwirtschaft zu steigern.

Über 200 Mitarbeiter arbeiten jährlich an rund 400 Forschungs- und Versuchsprojekten aus allen Bereichen der Südtiroler Landwirtschaft, von Obst- und Weinbau bis hin zur Berglandwirtschaft. Das Versuchszentrum Laimburg wurde 1975 gegründet.