Bauernbund | 08.11.2013

Sanieren zahlt sich aus

Die Sanierung alter Bauernhäuser unterstützen und sie so vor dem Abriss bewahren, ist das Ziel der Initiative „Bauern(h)auszeichnung“ von Südtiroler Bauernbund, ITAS Versicherungsverein, Südtirol Marketing (SMG), Architekturstiftung Südtirol und den Landesabteilungen für Denkmalpflege und Natur, Landschaft und Raumentwicklung.

Stellten die Initiative "Bauern(h)Auszeichnung PLANEN" vor: Leo Andergassen, Carlo Azzolini, Moderator Michael Deltedesco, Uli Rubner und Leo Tiefenthaler.

Stellten die Initiative "Bauern(h)Auszeichnung PLANEN" vor: Leo Andergassen, Carlo Azzolini, Moderator Michael Deltedesco, Uli Rubner und Leo Tiefenthaler.

Denn mit jedem historischen Bauernhof, der abgerissen wird, verschwindet auch ein Stück Südtiroler Kulturlandschaft.

Sanieren oder abreißen? Diese Frage stellen sich viele Bauherren. Nicht selten entscheiden sie sich für einen Neubau. Dem wollen die Partner entgegenwirken, erklärte heute bei der Vorstellung im Rahmen der Fachmesse Agrialp Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. “Die Initiative Bauern(h)auszeichnung möchte einen Anreiz zur Erhaltung der ländlichen Baukultur schaffen und prämiert sowohl gute Planung zur Sanierung alter Bauernhäuser als auch bereits vorbildlich sanierte Bauernhäuser. Ich kann nur allen Bäuerinnen und Bauern empfehlen, sich ab Ende der nächsten Woche auf www.bauernhauszeichnung.it zu informieren.“

Neu: Ideenwerkstatt „Bauern(h)auszeichnung PLANEN“

Die Ideenwerkstatt „Bauern(h)auszeichnung PLANEN“ soll helfen, historische Südtiroler Bauernhäuser zu erhalten, statt sie abzureißen und neu zu errichten. Bäuerinnen und Bauern, die planen, ihr altes Bauernhaus zu sanieren, können sich bewerben. Eine Jury - bestehend aus Vertretern der Projektpartner - wählt aus allen Bewerbungen drei besonders typische Bauernhäuser aus. „Historische Bauernhäuser prägen zusammen mit einer intakten Kulturlandschaft das Südtiroler Landschaftsbild. Die Gebäude zu erhalten, aber auch den Anforderungen der modernen Bauernfamilien anzupassen, ist für das Bild Südtirols bei unseren Gästen wichtig.“, betont die SMG-Präsidentin Uli Rubner.

Teilnehmen können am Wettbewerb ebenso Architekten, Raumplaner, Denkmalpfleger und Landschaftsplaner. „Sie arbeiten einen Entwurf für die ausgewählten Bauernhäuser aus. Dieser besteht aus Skizzen, einer Beschreibung und einem Kostenkonzept. Wichtig ist uns, die Charakteristik des Hauses zu erhalten, aber auch die neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen, um möglichst hohen Wohnkomfort für die bäuerlichen Familien zu erreichen“, erklärte Carlo Azzolini, der Präsident der Architekturstiftung Südtirol.  

Anschließend bestimmt die Jury den besten Ideenentwurf für jedes der drei ausgewählten Objekte. Entscheidet sich der Bauherr, sein Bauernhaus nach diesen Vorlagen zu sanieren, erhält er einen Beitrag von 2.500 Euro. Mit dem Ausführungsprojekt wird der Planer des besten Entwurfs beauftragt.

„Zum Ideenwettbewerb zugelassen sind Südtiroler Bauernhäuser, die mindestens 100 Jahre alt und in einen stimmigen landschaftlichen und historischen Kontext eingebettet sind. Zudem muss das Gebäude zu einem bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieb gehören“, erklärte Tiefenthaler.  

Leo Andergassen, der Direktor der Abteilung Denkmalpflege hob den besonderen architektonischen Wert von alten Bauernhäusern hervor. Er sprach sich für eine stärkere Förderung von geplanten Sanierungen aus. Vor den Auflagen brauche sich kein Bauherr zu fürchten.

Abgabefrist ist der 31. Januar 2014. Innerhalb Februar erfahren die Bäuerinnen und Bauern, ob ihr Haus ausgewählt wurde. Interessierte Planer müssen bis zum 16. April ihre Teilnahme am Wettbewerb mitteilen. Die Bekanntgabe der Siegerprojekte ist für November 2014 vorgesehen. Die Preisgelder der Ideenwerkstatt „Bauern(h)auszeichnung PLANEN“ werden von der Stiftung Südtiroler Sparkasse zur Verfügung gestellt.

ITAS-Preis für vorbildliche energetische Sanierung

Erstmals wurde heuer der ITAS-Preis für sanierte historische Bauernhäuser verliehen. Anders als die Ideenwerkstatt „Bauern(h)auszeichnung PLANEN“ richtet sich der Preis des „ITAS-Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit“ an Bäuerinnen und Bauern, die ihr Haus bereits vorbildlich energetisch saniert haben.

Bewertet werden Gebäude, die entweder denkmalgeschützt oder architektonisch von Bedeutung sind und nach 2005 saniert wurden. Zudem muss das Bauernhaus mindestens 50 Jahre alt und Teil eines bewirtschafteten Hofes sein. Mit der ersten Ausgabe war Gerhart Gostner, der Vize-Präsident der ITAS sehr zufrieden. „Etwa ein Dutzend Bauherrren haben sich um den Preise beworben. In den nächsten Jahren dürften es noch mehr werden.“ Eine Jury bewertet die Sanierung, erklärte Waltraud Kofler Engl, die Direktorin des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler. „Beurteilt werden u. a. die Nachhaltigkeit der Sanierung, der Energiehaushalt, das Gesamterscheinungsbild des Gebäudes, die Berücksichtigung des Denkmal- und Ensambleschutzes, die Wohnqualität und Authentizität sowie die Wirtschaftlichkeit.“ Sie unterstrich, dass Sanierungen und Denkmalschutz sehr gut in Einklang gebracht werden können. Ulrich Santa, der Direktor der KlimaHaus Agentur ging auf die Entwicklungen im Bereich der energetischen Sanierungen ein.

Der erste ITAS-Preis für die mustergültige energetische Sanierung ihres Bauernhauses geht an die Familie Johann Gasser vom Söhlerhof in St. Lorenzen. Der siegreiche Bauherr erhält als Preis die Lebensversicherungspolizze „ITAS Vermögen Classic“ in der Höhe von 10.000 Euro.

Einen Anerkennungspreis erhält die  Familie Friedrich Ebner vom Huberhof in Lüsen. „Obwohl viele zu einem Abriss geraten haben, hat sich der Bauherr für eine Sanierung entschieden“, erklärte Gostner und Kofler Engl. Gestiftet wurde der Preis von den ITAS-Versicherungsagenten Südtirols.

Mehr Informationen und die Auslobung für beide Initiativen finden Interessierte in Kürze unter www.bauernhauszeichnung.it.

Kurzfilme über die Preisträger:

- Siegerprojekt: Familie Johann Gasser, Söhlerhof, St. Lorenzen: http://youtu.be/SB26eAG8_FY
- Anerkennungspreis: Familie Friedrich Ebner, Huberhof, Lüsen: http://youtu.be/sAgA6mCcvYA