Bauernbund | 09.11.2013

Messe Bozen eröffnet

Am gestrigen Freitag ist die Alpenländische Landwirtschaftsschau Agrialp offiziell eröffnet worden. Hier die wichtigsten Aussagen der Politiker und Bauernvertreter.

Gernot Rössler, Präsident Messe Bozen
Willkommen zu dieser Ausgabe der Agrialp – Alpenländische Landwirtschaftsschau. Das heurige Motto „Vielfalt am Land“ spiegelt sich in dieser Leistungsschau der Landwirtschaft wider: Sie stellt vor allem Produkte rund um den Apfel, Wein und die Milch her. Die wahre Vielfalt aber zeigt sich in den vielen Nischenprodukten wie Getreide, Marille, Kirsche, Beeren, Gemüse usw., die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Zudem gibt es eine immense Vielfalt auch in der bäuerlichen Dienstleistung, wie Betreuung für Kinder oder Senioren am Hof oder bäuerliches Catering …
Die Landwirtschaft hat sich als krisensicher erwiesen, sie sorgt in Südtirol für eine Wertschöpfung in Höhe von 600 Mio. Euro. Das ist in Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich.

Leo Tiefenthaler, Landesobmann Südtiroler Bauernbund
Die nächsten vier Tage wird die Messe Bozen wieder zum Treffpunkt der Landwirtschaft in den Alpen, ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Das ist wichtig, denn der Informationsaustausch und das Wissen stellt heute einen der wichtigsten Faktoren für Entwicklung, Fortschritt und Vorsprung dar. Es freut uns, dass Menschen von weit her auf die Agrialp kommen, um sich mit uns auszutauschen.

Luigi Spagnolli, Bürgermeister von Bozen
Die Landwirtschaft sichert die Zukunft. Wir brauchen Bauern, die uns ernähren und unsere Landschaft lebendig erhalten. Das dürfe auch wir in der Stadt nie vergessen. Daher glauben wir auch an die regionalen Lebensmittel, an das Konzept Null-Kilometer. Das Modell der Südtiroler Landwirtschaft ist ein Modell für besseres Wachstum. Ich wünsche mir, dass es von hier Ideen für eine erfolgreiche Landwirtschaft in Europa ausgehen.

Herbert Dorfmann, Mitglied des Europaparlaments
Die Berglandwirtschaft wird oft als Bewahrer der Traditionen und des Althergebrachten gesehen. Aber gerade sie braucht und beweist das Gegenteil: Vielleicht mehr als in Gunstlagen braucht sie Innovation und Technologie, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Unsere Bauern wollen ebenso am Markt verkaufen und brauchen dazu ideale Voraussetzungen. Auch deshalb bin ich froh, dass es gelungen ist, den Begriff „vom Berg“ nun in Europa zu schützen.
Mit Blick auf Italien müssen wir leider feststellen, dass die Politik unseren Sektor vernachlässigt. Dabei ist er einer der ganz wenigen, die auch während der Wirtschaftskrise wachsen: Schinken, Apfel, Wein usw. sind als Wirtschaftssektor in Italien wichtiger als die Automobilindustrie von FIAT.
Südtirol, Italien, Europa, die Welt steht vor einem ganz entscheidenden Punkt: Es gilt die Herausforderung, rund 10 Milliarden Menschen zu ernähren mit einer Landwirtschaft, die nachhaltiger produzieren muss. Erstaunlich dabei: Entgegen viel verbreiteter Meinung nimmt der Hunger in der Welt nicht zu, sondern glücklicherweise ab. Hunger in der Welt gibt es heute vor allem noch da, wo es Krieg gibt. Aber die Menschen werden mehr, also auch die Nachfrage. Dies ist eine Aufgabe der Landwirtschaft, die andere ist es, die Welt gleichzeitig auch mit Energie zu versorgen. Die Schlussfolgerung: Wir müssen alle Flächen, die produzieren können, auch in der Produktion halten. Das gilt auch für unsere Berglandwirtschaft und das ist in Südtirol gelungen, im Gegensatz zu vielen anderen Alpenregionen und Gebieten der EU, wo Flächen stillgelegt wurden. Es ist also gut, wenn wir hier auf der Agrialp über die Zukunft der Landwirtschaft in den Bergen diskutieren: Von hier aus können Impulse nach ganz Europa ausgehen.

Florian Mussner, Landesrat
Wir alle müssen vorsichtiger mit unserer Natur und unserem Planeten umgehen. Das gilt für uns Entscheidungsträger wie für alle Verbraucher: Wir müssen unser Umfeld intelligent nutzen! Dazu braucht es zukunftsorientierte Informationen, und hier hilft uns die Agrialp als Messe der Informationen rund um die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist nicht nur Gärtner unserer Landschaft, sie will vor allem produzieren. Dazu braucht es neue Technologien, neues Wissen, Innovation aus der Tradition heraus. Wenn das gelingt, werden wir weiter eine gesunde Landwirtschaft haben. Für diese Ideen ist die Agrialp der Umschlagplatz.
Ich freue mich daher, im Namen der Landesregierung die Agrialp 2013 für eröffnet zu erklären!