Bauernbund | 09.11.2013

Startschuss für „Plattform Land“

Der künftige Landeshauptmann Arno Kompatscher und Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler haben heute auf der Agrialp die „Plattform Land“ vorgestellt. Sie soll künftig Impulse für einen lebendigen ländlichen Raum und gegen Flächenfraß geben.

Der schleichenden Abwanderung rechtzeitig vorbeugen und den ländlichen Raum mit allen verfügbaren Mitteln attraktiv halten: Das sind die vorrangigen Ziele der „Plattform Land“, die der Südtiroler Gemeindenverband und der Südtiroler Bauernbund kürzlich aus der Taufe gehoben haben. Noch als Gemeindenverbandspräsident hatte Arno Kompatscher mit Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler das entsprechende Einvernehmensprotokoll unterzeichnet.
Heute haben die beiden während der Landwirtschaftsmesse Agrialp auf der Bauernbund-Aktionsbühne über die Notwendigkeit dieser Plattform diskutiert und eine möglichst breite Basis aus Institutionen, Verbänden und Vereinen aller Bevölkerungsschichten eingeladen, Teil dieser Plattform zu werden. Gemeinsam wollen sie an Ideen für ein lebenswertes Südtirol von der Hauptstadt bis in die kleinsten Orte und Weiler arbeiten. Denn, wie Tiefenthaler es formulierte: „Hier sind nicht nur die Landesverwaltung, die Gemeinden und der Bauernstand gefragt, hier braucht es die gesamte Gesellschaft.“

Verstädterung und Zentralisierung entgegenwirken
Kompatscher verwies darauf, dass Verstädterung und Zentralisierung inzwischen weltweite Entwicklungen seien: „Sie entvölkern nicht nur den ländlichen Raum, sondern bereiten auch den städtischen Gebiete Schwierigkeiten, die diese nur schwer schultern können.“
Südtirol sei davon bisher relativ verschont geblieben: „Durnwalder und seine Regierung haben früh erkannt, dass die Wohn- und Lebensqualität in den Dörfern und die Erschließung der Höfe wichtige Faktoren sind, damit die jungen Menschen dort eine Zukunft sehen und dort bleiben. Jetzt müssen wir unsere Aufgaben rechtzeitig erkennen, um den Menschen auch in 30 Jahren noch eine Zukunft zu garantieren.“ Als Beispiele nannte Kompatscher das Breitband als „Straße des 21. Jahrhunderts“, soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten, vor allem aber attraktive, hochqualifizierte Arbeitsplätze: Ansätze gibt es da genug, und die Plattform sei ein gutes Instrument, diese Ideen zu sammeln, konkrete Maßnahmen vorzuschlagen und dann gemeinsam mit Gesetzgebung, Verwaltung, Wirtschaft und allen Gesellschaftsgruppen umzusetzen.

Gefahr Flächenfraß
Hand in Hand mit der Vorbeugung gegen die Abwanderung geht das Bemühen um sorgsamem Umgang mit bebaubarem Land, sprich dem Verhindern von Flächenfraß. Leo Tiefenthaler erinnerte, „dass Grund und Boden der ureigene Arbeitsplatz und somit die Existenz der Bauern ist.“ In den letzten Jahrzehnten sei immens viel verbaut worden – auch in der Landwirtschaft selbst. Jetzt brauche es ein Umdenken, sprich es gilt, „alles zu unternehmen, um zuerst leer stehende, verfügbare Kubatur zu verwenden und erst bei unbedingter Notwendigkeit frei stehenden Grund zu verbauen.“
Kompatscher sieht gute Voraussetzungen, dass es gelingt, den ländlichen Raum und die Flächensicherung ins breite Bewusstsein zu rücken. Der Gemeindenverband ist Gründungsmitglied und der Rat der Gemeinden wird künftig sicher mehr darauf schauen, wie sich Gesetze auf diese Bereiche auswirken.

Jetzt beginnt Partnersuche
In beiden Fällen sind Kompatscher und Tiefenthaler zuversichtlich, dass sich möglichst viele Partner finden, um diese Anliegen voran zu bringen, vor allem, weil es bereits jetzt viel Zustimmung gibt, unter anderem unter Wirtschaftsverbänden, aber beispielsweise auch beim Alpenverein Südtirol oder dem Südtiroler Schützenbund. Die Partnersuche hat jedenfalls bereits begonnen.

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