Marketing, Innovation | 11.11.2013

Ideen von Profis – Wie Innovation gelingt!

Sie suchen neue Pfade und gehen voller Mut, Fleiß und Begeisterung eigene Wege. Und sie sind erfolgreich, die landwirtschaftlichen Unternehmer, die auf der Agrialp-Aktionsbühne des Bauernbundes gemeinsam mit Innovationsexperten über ihre Erfahrungen berichteten.

Diskutierten am Samstag auf der Agrialp über verschiedene Beispiele für Innovationen in der Landwirtschaft: (v.l.) Moderator Matthias Bertagnolli, Dominik Matt, Johannes Gutmann, Andreas Gugumuck, Karl Luggin, Thomas Messner und Lukas Unterhofer.

Diskutierten am Samstag auf der Agrialp über verschiedene Beispiele für Innovationen in der Landwirtschaft: (v.l.) Moderator Matthias Bertagnolli, Dominik Matt, Johannes Gutmann, Andreas Gugumuck, Karl Luggin, Thomas Messner und Lukas Unterhofer.

„Ich hab nicht viel gedacht, sondern einfach gemacht“, bringt es Andreas Gugumuck auf den Punkt. 2007 hat er seinen Bauernhof in eine Schneckenfarm umgewandelt. Mittlerweile leben etwa 500.000 Weinbergschnecken in natürlicher Freilandhaltung auf seinem Gemüseacker in Rothneusiedl nahe Wien. Die auch zu Schneckenkaviar und -leber verarbeiteten Weinbergschnecken finden unter Österreichs Spitzengastronomen und darüber hinaus begeisterte Abnehmer. „Wir haben in Europa eine so große Vielfalt - jede Region hat andere Spezialitäten und traditionelle Verarbeitungsweisen und dieses Wissen geht viel zu schnell verloren“, sagt Andreas Gugumuck, der 2012 im Europäischen Parlament zum besten Junglandwirt Europas gekürt worden ist.

Selbstvertrauen und Beständigkeit

„Wenn man etwas will, dann kann man es erreichen“, davon ist auch der Vinschgauer Biobauer Karl Luggin vom Kandlwaalhof in Laas überzeugt. Fleiß, Selbstvertrauen und Beständigkeit sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Gemeinsam mit seiner Familie dörrt er Palabirnen, Erdbeeren, Kirschen und viele andere Früchte, die auf seinem Hof wachsen, stellt Essig und Apfelsäfte her und produziert Marillen-, Birnen-, Kräuter- und Bauernsenf. Die Leute suchen hochwertige und besondere Produkte, so seine Erfahrung. Auch Thomas Messner vom Buchhütterhof am Ritten, hat bei seiner Idee einen Wunsch seiner Kunden aufgegriffen. Er will in Zukunft seine Freilandeier in kleinen, innovativen Eierverpackungen anbieten.

Regionale Kreisläufe

Die regionalen Kreisläufe funktionieren derzeit gut, sind aber ausbaufähig, so das Resümee von Dominik Matt, Direktor von Fraunhofer Italia und Professor an der Freien Universität Bozen. Er gibt allen innovativen Unternehmern den Tipp: „Prüfen Sie den Nutzen, den das Produkt haben soll. Dabei erkennen Sie, wie gut Ihre Idee ist.“ Denn zwischen der Idee und dem fertigen Produkt steckt viel Arbeit. Das bestätigt auch Johannes Gutmann, Geschäftsführer von Sonnentor. Aus Überzeugung und den gegebenen Möglichkeiten hat der heutige Top-Unternehmer aus Zwettl in Niederösterreich zusammen mit drei Bauern die Vermarktung seiner biologischen Produkte begonnen. Inzwischen beliefern 150 Bauern Sonnentor mit Kräutern und Gewürzen. Die Produkte wie Regenbogensuppen oder Tee-Adventskalender werden weltweit in über 50 Länder exportiert.

Jeder kann innovativ sein

Das Fazit aus der Diskussionsrunde, die vom Innovationsschalter im Südtiroler Bauernbund und mit finanzieller Unterstützung der Landesabteilung Innovation organisiert worden ist: Eine erfolgreiche Idee muss keine Weltneuheit sein. Sie kann auch bestehende Produkte oder Arbeitsabläufe verbessern und somit neue Wege auftun. „Jeder kann in seinem landwirtschaftlichen Betrieb innovativ sein. Jeder kann eine Idee umsetzen, die seinem Betrieb neue Zukunftsaussichten eröffnet, eine höhere Wertschöpfung sichert und ihn wettbewerbsfähiger macht“, sagt Lukas Unterhofer, Mitarbeiter des SBB-Innovationsschalters.

Hilfe und Tipps

Wichtig bleibt eines: Ohne Vorbereitung mit einer neuen Idee zu starten, führt selten zum Ziel. Es gilt zunächst, die Idee genau zu beschreiben und auch die notwendigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu klären. Hilfestellung gibt dabei der Innovationsschalter im Südtiroler Bauernbund. Er bietet laufend Beratungsgespräche an (Anmeldung unter Tel. 0471 999 363, innovation-energie@sbb.it).
Zudem hat der Schalter mit finanzieller Unterstützung der Landesabteilung Innovation vor kurzem die Publikation „…neue Idee? Wissen, was zu tun ist!“ herausgebracht. In kompakter und einfacher Weise gibt diese Tipps für die erste Beschreibung der Idee bis hin zu deren Konkretisierung. Die Publikation kann auf dieser Seite im Bereich Downloads heruntergeladen werden. Sie liegt auch in allen Bauernbund-Bezirksbüros auf.

Links zu den Betrieben: