Bauernbund | 20.11.2013

Verteilungskampf hat begonnen

Der italienische EU-Landwirtschafts-Fördertopf ist für den Zeitraum 2014 bis 2020 wieder mit 37 Milliarden Euro gefüllt worden. Wie viel von diesen Geldern nach Südtirol fließt, muss mit Rom verhandelt werden.

Foto: Lupo, www.pixelio.de

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Für Südtirols Landwirtschaft steht bei den Verhandlungen mit der Regierung bzw. den anderen Regionen einiges auf dem Spiel. Mit der EU-Agrarreform wurde die bisherige Form der Unterstützung und Förderung zum Teil auf eine völlig neue Grundlage gestellt. Während auf EU-Ebene die Landwirtschaftsgelder von 417 (2007 - 2013) auf 362 Milliarden Euro (2014 - 2020) zurückgeschraubt worden sind, erhält Italien wie schon im abgelaufenen Sieben-Jahres-Zeitraum wieder 37 Milliarden Euro. Bei der Zuweisung der Mittel gibt es allerdings eine Verschiebung von der ersten in die zweite Säule: Bisher standen für die Direktzahlungen 28 Milliarden zur Verfügung, künftig sind es 27 Milliarden Euro. Die Mittel für die ländliche Entwicklung wurden hingegen von 9 auf 10,5 Milliarden Euro aufgestockt.

Landeshauptmann Luis Durnwalder sieht die Umverteilung grundsätzlich positiv: „Erfreulich ist, dass die Gelder für die ländliche Entwicklung deutlich aufgestockt worden sind. Das heißt aber nicht, dass diese Mittel im selben Umfang auch automatisch nach Südtirol fließen werden. Die Regionen, die weniger Geld über die erste Säule bekommen, werden es uns hier sicher nicht leicht machen."

Für Südtirol geht es unter anderem um die Definition des „aktiven Landwirts“: „Es steht der Vorschlag im Raum, dass nur Haupterwerbsbauern als aktive Landwirte definiert werden sollen. Damit hätten nur sie Anspruch auf Direktzahlungen. Man kann sich ausmalen, was dies für Südtirol mit seinem hohen Anteil an Nebenerwerbsbauern bedeuten würde“, unterstreicht Durnwalder. Würden die Nebenerwerbsbauern nicht als aktive Landwirte anerkannt, so hätten sie auch kein Anrecht auf Beiträge wie z.B. die Ausgleichszulage, die Junglandwirteförderung oder die Förderung für ökologische Landwirtschaft. „Deshalb geht es für unsere Landwirtschaft jetzt um sehr viel und wir werden, gemeinsam mit den anderen Bergregionen Italiens, unser gesamtes Verhandlungsgewicht in die Waagschale werfen“, verspricht Durnwalder.