Bauernbund | 10.12.2013

Zusammenhalt auch in Zukunft wichtig

Für gleich zwei Persönlichkeiten, die eng mit den Pusterer Bauern verbunden waren, war es die letzte Jahreshauptversammlung in ihrer derzeitigen Funktion: Landeshauptmann Luis Durnwalder und Bauernbund-Bezirksobmann Viktor Peintner treten beide Anfang des neuen Jahres ab. Ihnen wurde auf der Versammlung in Bruneck besonders gedankt. Ein weiterer feierlicher Höhepunkt war die Verleihung der Erbhofurkunden an vier Familien.

Vier Familien aus dem Pustertal wurde auf der Jahreshauptversammlung in Bruneck die Erbhofurkunde verliehen.

Vier Familien aus dem Pustertal wurde auf der Jahreshauptversammlung in Bruneck die Erbhofurkunde verliehen.

Viktor Peintner blickte in seiner letzten Rede auf seine knapp eineinhalb Jahrzehnte als Bauernbund-Bezirksobmann zurück. „Besonders die ersten Jahre, als die Kinder noch klein und ich viel außer Haus war, waren für die ganze Familie nicht einfach. Daher gilt ein besonderer Dank meiner Familie und allen, die mich in dieser Zeit unterstützt haben“, sagte Peintner. Als Bauer mit Leib und Seele war es ihm eine große Ehre, die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern im Pustertal zu vertreten. „Ich habe mich mit bestem Wissen und Gewissen für die bäuerlichen Familien eingesetzt. Es war nicht alles einfach, aber schön.“ Einen besonderen Dank richtete er an die  Mitglieder des Bezirksbauernrates und an die Mitarbeiter im Bezirk mit Bezirksleiter Walter Hintner. Hintner ging in seinem Vortrag auf die Arbeit im Bezirksbüro und die vielen wichtigen Neuerung im zu Ende gehenden Jahr ein. Er kritisierte die zunehmende Bürokratie, die zu einer immer größeren Belastung werde.
Mit dem abgelaufenen Jahr war Peintner im Großen und Ganzen zufrieden, auch wenn die Qualität des Futters und die Preise für das Vieh besser hätten sein könnten. Nun hofft Peintner auf einen leicht steigenden Milchpreis, um die Mehrkosten in der Produktion ausgleichen zu können. Für die Zukunft appellierte Peintner, die bäuerliche Familie zu stärken und auch weiterhin zusammenzuhalten. Zudem werde es noch wichtiger sein, hinter  der bäuerlichen Mandataren zu stehen und die Politik mit guten Argumenten von den Anliegen der Landwirtschaft zu überzeugen.
Neben der Forstbehörde, den Mitarbeitern im Bezirksamt für Landwirtschaft, der Schule und anderen öffentlichen Ämtern dankte Peintner ganz besonders der Politik. „Sie hat uns immer unterstützt, auch weil wir stets realistische Anliegen gestellt haben.“ Besonders bedankten sich Peintner und einige seiner Bezirksbauernratsmitglieder an Landeshauptmann Luis Durnwalder. „Über vier Jahrzehnte warst du für das Land und die Landwirtschaft im Einsatz. Würden wir alle deine Leistungen aufzählen, wären wir morgen noch hier. Du hast jeden angehört und versucht, zu helfen, wo es ging. Daher möchten wir dir aus innerer Überzeugung und großer Dankbarkeit einfach Vergelt’s Gott sagen.“ Ein sichtlich gerührter Landeshauptmann dankte seinerseits dem Bauernbund Bruneck und den knapp 300 Zuhörern, die Durnwalder einen langen Applaus spendeten, für die lobende Worte und die gute Zusammenarbeit. „Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben“, sagte Durnwalder, der einige der herausragendsten Ereignisse der letzten Jahrzehnte, wie die Einführung der Milchquoten, ansprach.  
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung diskutierten Viktor Peintner und SBB-Landesobmann Leo Tiefenthaler mit LH Luis Durnwalder, Senator Hans Berger, dem EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann sowie den Abgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer und Albert Wurzer über die Landwirtschaftspolitik nach der Ära Durnwalder und die Bedeutung der bäuerlichen Familie. Dabei appellierten die Diskussionsteilnehmer, die bäuerliche Familie zu stärken. Sie sei das Fundament jeden Hofes und trage zur Stabilität bei. Nach der Jahreshauptversammlung luden die Bäuerinnen aus dem Pustertal zu einem Buffet ein.
Wie eine Adelung
Der feierliche Höhepunkt der Hauptversammlung war die Verleihung der Erbhofurkunden an vier bäuerliche Familien. Um die Auszeichnung zu erhalten, muss eine Familie 200 Jahre ununterbrochen denselben Hof bewirtschaftet haben. Durnwalder hob die besonderen Leistungen der Erbhoffamilien hervor. „Sich heutzutage Besitzer eines Erbhofes nennen zu dürfen, ist auch aufgrund der bewegten Geschichte Südtirols keine Selbstverständlichkeit. Die Auszeichnung ist Anerkennung für die vergangenen Generationen und Auftrag für die jetzige und zukünftige Generationen, die den Hof irgendwann weitergeben werden.“ Neue stolze Eigentümer eines Erbhofes sind die Familien Ludwig Peter, Oberleiten in St. Peter, Roland Winkler, Haidacher in Aufhofen, Jakob Gartner, Oberachrain in St. Jakob und Evi Veronika Mair Mairegger, Mair am Hof in Stefansdorf.