Bauernbund | 20.12.2013

Qualitätsangabe "Bergerzeugnis": Regelung auf der Zielgeraden

Jahrelang hat Südtirol vor allem mit Bayern darum gekämpft, Produkte aus dem Berggebiet mit einer eigenen Qualitätsangabe kennzeichnen zu dürfen. "Nun scheint es, als wären wir auf der Zielgeraden", so Landeshauptmann Luis Durnwalder, dem ein Regelungstext der EU vorliegt, der endgültig sein dürfte. "Für Obst und Gemüse gibt's keine Probleme, bei der Milch ist noch einiges zu prüfen", so Durnwalder. von LPA

Zur Aufwertung der Produkte der Berglandwirtschaft hat man in Südtirol schon vor Jahren die Idee geboren, ein eigenes Herkunfts- und Qualitätssiegel für Berg-Produkte zu entwickeln. "Erzeugnisse der Berglandwirtschaft sind schließlich nicht nur solche, die mit weit größerem Aufwand produziert werden, sondern auch solche, die sich durch Herkunft und Qualität von Massenware unterscheiden", so der Landeshauptmann. Dies dem Konsumenten vor Augen zu führen, sei das Ziel, das das Land gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann und mit Unterstützung Bayerns mit der fakultativen Qualitätsangabe verfolge.

Der nun vorliegende EU-Regelungsentwurf (O-Ton Durnwalder: "Es dürfte wohl der endgültige sein.") schreibt nun die Kriterien fest, die Produkte aus dem Berggebiet erfüllen müssen, um das Herkunftssiegel "Bergerzeugnis" tragen zu dürfen. Die gute Nachricht vorneweg: "Weder für unser Obst, noch für unser Gemüse sehen wir irgendwelche Probleme, sie werden wohl durchgängig die neue Angabe tragen dürfen", so der Landeshauptmann.

Komplizierter wird's bei der Milch: "Für diesen Bereich hat die EU vorgesehen, dass mindestens 60 Prozent des Futters der Kühe aus dem Berggebiet stammen muss, damit auch die Milch als Bergerzeugnis anerkannt wird", so Durnwalder, der mit Blick auf den notwendigen Einsatz von Kraftfutter fürchtet: "Das könnte für einige knapp werden." Allerdings sieht der Landeshauptmann in der Regelung auch einen Anreiz mehr, die flächengebundene Viehwirtschaft zu stärken: "In der Viehwirtschaft zielt die fakultative Qualitätsangabe 'Bergerzeugnis' eindeutig in Richtung einer umweltgerechten landwirtschaftlichen Praxis", so Durnwalder.