Internationales | 27.12.2013

EU: Strukturwandel in der Landwirtschaft hält an

Der Strukturwandel in den ländlichen Gebieten der Europäischen Union setzt sich fort. Wie der Jahresbericht der EU-Kommission zur Entwicklung des ländlichen Raumes zeigt, ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der Union zwischen 2007 und 2010 um zwölf Prozent gesunken. von AIZ

Foto: Rike, www.pixelio.de

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Während die durchschnittliche Betriebsgröße auf 14,3 Hektar (gegenüber 12,7 Hektar im Jahr 2007) anstieg, bewirtschaften fast 70 Prozent aller landwirtschaftlichen Höfe in der EU immer noch weniger als fünf Hektar. Die Vollzeitjobs in der Landwirtschaft verringerten sich im gleichen Zeitraum um 16,5 Prozent. Der Anteil der Biofläche erhöhte sich zwischen 2006 und 2011 um 6,9 Prozent. Laut dem Bericht haben sich die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft weiter reduziert, und auch die Stickstoff- und Phosphorüberschüsse sowie die Nitratkonzentration in Oberflächengewässern sind weniger geworden.
Dem Bericht zufolge beschäftigt ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb in den EU-27 eine Vollarbeitskraft und hält etwas mehr als elf Großvieheinheiten (GVE). Der Hof ist überwiegend im Besitz einer einzelnen Person – die normalerweise auch der Betriebsleiter ist und in den meisten Fällen männlich und älter als 55 Jahre.

Kleine Betriebe dominieren
Selbst wenn die durchschnittliche Betriebsgröße steigt, existieren in der EU weiterhin mehrheitlich kleine landwirtschaftliche Höfe. Die Zahl der bäuerlichen Betriebe in der EU hat sich in den letzten zehn Jahren in allen Mitgliedstaaten verringert. Besonders hoch war die durchschnittliche jährliche Abnahmerate zwischen 2003 und 2010 in jenen Ländern, die der EU 2004 und 2007 beigetreten sind. In Staaten, die von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffen sind, prägte sich der Rückgang weniger aus. Als Gründe werden in dem Bericht der Mangel an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten und die Tendenz, seinen Bauernhof als Sicherheitsnetz in schwierigen Zeiten zu halten, genannt.
Im internationalen Vergleich bleiben die landwirtschaftlichen Betriebe in der EU klein: Nur drei Prozent haben mehr als 100 Hektar, 28 Prozent bewirtschaften einen mittelgroßen Hof zwischen fünf und hundert Hektar.

Je größer, umso mehr Spezialisierung
Abhängig von der Betriebsgröße spezialisieren sich die Betriebe auf verschiedene Aktivitäten. Kleine Bauernhöfe haben ihre Produktion zumeist breiter gestreut und bevorzugen hier Sparten mit wenig Flächenverbrauch (Dauerkulturen oder Geflügel), die durchaus sehr wirtschaftlich geführt werden können.
Familienbetriebe sind die dominierende Organisationsform in der EU-Landwirtschaft. Annähernd alle kleinen Höfe werden dem Bericht zufolge von Mitgliedern der Familie bewirtschaftet. Geführt werden viele kleine Betriebe von älteren Bauern, deren Interesse an Investitionen und Innovationen sich eher in Grenzen hält. Der Anteil der jungen Landwirte steigt nur sehr allmählich. Die Mehrheit der Betriebsleiter ist weiterhin männlich.

Auch wenn die Durchschnittszahlen die Realität in den meisten Mitgliedstaaten nicht widerspiegeln, dienen sie als gute Benchmark für Vergleiche zwischen Ländern und Regionen, heißt es in dem Bericht. Die Ergebnisse veranschaulichten die Vielfalt der EU-Landwirtschaft zwischen den Regionen und Ländern.