Internationales, Bauernbund | 14.01.2014

„Familienbetriebe sind Antwort auf zukünftige Herausforderungen“

Nachhaltig auf immer weniger Agrarfläche künftig bis zu neun Milliarden Menschen zu ernähren, wird die große Herausforderung der Landwirtschaft sein, hieß es auf der Eröffnungsfeier der Grünen Woche in Berlin. Eine große Bedeutung haben dabei die bäuerlichen Familienbetriebe.

Friedrich, Prast, Tiefenthaler, Wowereit, Rukwied am Südtirol-Stand auf der Grünen Woche.

Friedrich, Prast, Tiefenthaler, Wowereit, Rukwied am Südtirol-Stand auf der Grünen Woche.

Zur Eröffnung der Grünen Woche, der weltgrößten Agrarmesse, hat der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft hervorgehoben. „Alleine in Deutschland beschäftigen 750.000 Unternehmen über 4,5 Millionen Menschen. Jeder neunte Arbeitnehmer ist damit in diesem Bereich beschäftigt. Die Landwirtschaft ist eine Jobmaschine und eine der zentralen Säulen der Wirtschaft nicht nur im Ländlichen Raum.“ Wichtig sei es deshalb, besonders kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe künftig gezielt zu fördern.

Planungssicherheit für diese Betriebe forderte Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes. „Unsere Bauern müssen Einkommen erzielen, in die Betriebe  investieren, Arbeit und Ausbildung sichern. Und sie müssen ihren Betrieb an die nächste Generation weitergeben können.“

Für EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos müssten zwei Aspekte zukünftig stärker betont werden:  Innovation und Jugend. “Junge Landwirte bringen innovative und progressive Ideen mit. Doch derzeit sind lediglich 6 % der Landwirte in der EU jünger als 35 Jahre.“ Deshalb wird die neue GAP die Innovation, die angewandte Forschung und einen Generationenwechsel fördern. Zudem wird die EU die Absatzförderung ausbauen. Damit soll der Sektor für junge Menschen attraktiver werden.

Eine zentrale Botschaft, die auf der Eröffnung immer wieder zu hören war, ist jene der Nachhaltigkeit. „Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts hat sich Europa ehrgeizige Ziele gesteckt: die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln sowie den Tier- und Umweltschutz. Heute gehen wir mit dem "Greening", das nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken EU-weit fördert, einen Schritt weiter“, so Ciolos. Ziel müsse sein, so umwelt- und ressourcenschonend wie nur möglich Lebensmittel für zukünftig neun Milliarden zu produzieren. Hier sieht Rukwied die Landwirtschaft nicht nur in Deutschland gut aufgestellt. „Hinter unseren Betrieben stehen Menschen, bäuerliche Unternehmer, die Verantwortung für Betrieb und Region haben und übernehmen und verantwortlich sind für Ressourcen- und Tierschutz sowie für sichere Lebensmittel.“ Eine besondere Rolle komme den bäuerlichen Familienbetrieben zu. „Das Erfolgsmodell Familienbetrieb ist die Antwort auf zukünftige Herausforderungen. Eine familienbetriebene Landwirtschaft ist am Besten in der Lage, nachhaltig und marktgerecht zu produzieren und eine verlässliche Nahrungsmittelversorgung, aber auch den Umstieg in Erneuerbare Energien zu bewerkstelligen.“ Um alle Aufgaben erfüllen zu können, müssten die Bäuerinnen und Bauern die unternehmerische Freiheit haben, ihre Betriebe langfristig weiterentwickeln zu können, forderte Rukwied.

Heute öffnet die Grüne Woche ihre Tore für die Besucher. Bis zum 26. Januar werden 1.650 Aussteller aus 70 Ländern ihre Produkte zeigen. Über 400.000 Besucher werden erwartet.

Vor kurzem statteten Bundesminister Friedrich, Bauernverbands-Präsident Rukwied und Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit dem Südtirol-Stand einen Besuch ab. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und Export Organisation Südtirol-Direktor Hansjörg Prast luden Friedrich zu einem Besuch in Südtirol ein.


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