Arbeitsberatung | 03.02.2014

Wertgutschein-Neuerungen im Überblick

Für das Jahr 2014 gibt es bei der Anstellung von Arbeitern mittels Wertgutscheinen (Voucher) einige Neuerungen. Hier fasst die Bauernbund-Abteilung „Arbeitsberatung/Löhne“ die wesentlichen Punkte zusammen.

Grundsätzlich dürfen weiterhin Studenten und Pensionisten für saisonale Tätigkeiten in der Landwirtschaft bis 5000 Euro netto mit Wertgutscheinen bezahlt werden. Die Regelung, dass auch Bezieher von Arbeitslosenzahlungen mittels Voucher beschäftigt werden können, wurde für 2014 nicht verlängert. Außerdem kann im Falle von Wertgutscheinen in Papierform die Meldung des Arbeitsbeginns nicht mehr mittels Fax getätigt werden.  
Betriebe, die von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit sind, dürfen weiterhin alle Arbeiter bis 5000 Euro mit Wertgutscheinen entlohnen.

Arbeitslose nicht verlängert
Für die Landwirtschaft gilt weiterhin, dass Schüler und Studenten im Alter von 16 bis 24 Jahren sowie Pensionisten (alle Bezieher von Renten, außer der Hinterbliebenenrente) mit Wertgutscheinen bezahlt werden dürfen. Bisher konnten auch Bezieher von Arbeitslosenzahlungen bis 3000 Euro netto auf diesem Wege bezahlt werden. Dabei handelt es sich um eine provisorische Regelung, die für 2014 noch nicht verlängert wurde. Falls dies geschieht, werden sie darüber informiert.

Online-Meldung statt Fax an INAIL
Im Falle von Wertgutscheinen in Papierform konnte die Meldung des Arbeitsbeginns bisher zusammen mit den Daten des Arbeiters per Fax an eine grüne Nummer mitgeteilt werden. Dies ist seit 15. Jänner nicht mehr möglich.
Ein INPS-Rundschreiben legt fest, dass die Meldung online über die Internetseite der INPS erfolgen muss. Da es zurzeit technische Probleme gibt, muss die Meldung an eine eigene E-Mail-Adresse der INPS erfolgen. Nähere Informationen erhalten Mitglieder in der Abteilung Arbeitsberatung/Löhne des „Südtiroler Bauernbundes“.
Weiterhin möglich bleibt die Meldung über das Contact Center oder direkt bei einer Stelle des NISF/INPS.

Einkommensgrenzen und Strafen
Für die Landwirtschaft gilt weiterhin, dass Arbeiter bis 5000 Euro netto pro Jahr mittels Wertgutscheinen beschäftigt werden dürfen. Dieses Limit ist auf den Arbeiter bezogen.  
Die Anstellung mittels Wertgutscheinen hat der Gesetzgeber für kleine, gelegentliche Zusatztätigkeiten eingeführt. Diese Einstufung als gelegentliche Zusatztätigkeit wird vor allem durch die Einkommensgrenze definiert. Aus diesem Grund ist bei Verletzung dieser Einkommensgrenze, unter Anwendung der entsprechenden Strafen, die Umwandlung in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit vorgesehen.
Es ist darum zu empfehlen, dass der Arbeitgeber vom Arbeiter eine Erklärung einholt, in der der Arbeiter bestätigt, diese Grenze nicht zu überschreiten.

Jeder Wertgutschein ist stundenbezogen
Zusätzlich zur Einschränkung über die Einkommensgrenze ist der Wertgutschein stundenbezogen.
Das heißt: Dem Arbeiter muss ein gewisser Betrag pro Stunde an Wertgutscheinen bezahlt werden. In der Landwirtschaft muss dem Arbeiter der kollektivvertraglich vorgesehene Bruttolohn der entsprechenden Tätigkeit bezahlt werden. In allen anderen Sektoren ist der Stundenwert mit zehn Euro brutto definiert worden.

Arten und Gültigkeit
Es gibt weiterhin die bisher bekannten Arten von Wertgutscheinen. Für die Landwirtschaft empfehlenswert sind vor allem jene, die über die Tabaktrafik angekauft werden. Diese müssen wie bisher auf der Internetseite des NISF/INPS aktiviert werden. Die Aktivierung gilt als Beweis gegen die Schwarzarbeit und für die Aktivierung des Versicherungsschutzes. Wertgutscheine über die Tabaktrafik haben eine Gültigkeit von einem Jahr ab Ankauf.
Als Alternative gibt es die Wertgutscheine in Papierform. Diese gelten zwei Jahre ab Ankauf beim NISF/INPS. Es sollte pro Jahr aber immer nur die Menge an Voucher gekauft werden, die auch gebraucht wird.

Saisonale Tätigkeiten
Für die Landwirtschaft gilt die Einschränkung für die Verwendung der Wertgutscheine für die saisonalen Tätigkeiten. Hier ist nun von Fall zu Fall abzuwägen, ob die Tätigkeit des Arbeiters saisonal ist. Eindeutig als solche zu klassifizieren sind z. B. die Erntetätigkeiten, das Auszupfen, der Baum- und Rebschnitt, die Tätigkeit im Urlaub auf dem Bauernhof, saisonale Tätigkeiten in Gärtnereien oder das Verkaufen am Bauernmarkt. Eindeutig nicht erlaubt sind z.B. Stall- und Waldarbeiten.

Einschränkungen in Anwendung
Nicht geeignet ist die Anstellung über Wertgutscheine für gefährliche Tätigkeiten. Außerdem dürfen Arbeiter, die auf diesem Wege bezahlt werden, nicht Arbeiten für Dritte – z.B. bei Werkverträgen – ausführen.