Südtiroler Bauernjugend, Innovation | 04.02.2014

„Young Innovation“ - Motor für die Zukunft

Vom 28. bis 29. Jänner fand in Brüssel der zweite Europäische Kongress der Jungbauern statt. Über 400 Jungbäuerinnen und Jungbauern aus 22 EU-Mitgliedsstaaten nahmen daran teil. Darunter auch einige Vertreter der Südtiroler Bauernjugend. Neben der Präsentation und Auszeichnung innovativer Betriebskonzepte von jungen Landwirten wurde viel über die Zukunft diskutiert.

Vorne (v.l.n.r.): Cilli Mittelberger, Alfred Sinner, Andreas Telser; Hinten (stehend v.l.n.r.): Christine Tschurtschenthaler, Hannes Dosser, MEP Herbert Dorfmann, Andreas Mair, Florian Gasser.

Vorne (v.l.n.r.): Cilli Mittelberger, Alfred Sinner, Andreas Telser; Hinten (stehend v.l.n.r.): Christine Tschurtschenthaler, Hannes Dosser, MEP Herbert Dorfmann, Andreas Mair, Florian Gasser.

Elisabeth Köstinger, EU-Abgeordnete für Österreich brachte es bei ihrer Eröffnungsrede gleich auf den Punkt: „Nur sechs Prozent aller Jungbauern in Europa sind unter 35 Jahre alt. Dagegen muss etwas getan werden.“ Gemeinsam mit den EU-Abgeordneten der anderen Mitgliedsstaaten Spanien, Bulgarien und Portugal hat sie die zweite Ausgabe des Kongresses organisiert. Köstinger glaubt an den Kongress und seine Signalkraft: „Wir wollen, dass die EU junges Unternehmertum in der Landwirtschaft fördert und junge Menschen motiviert, in diesem so vitalen und innovativen Sektor tätig zu sein. In den Händen der jungen Landwirtschaft liegt die zukünftige Ernährung unseres Kontinents", sagt sie.


Innovationskraft nicht ausbremsen

Mit dieser Meinung ist Köstinger nicht allein. Auch Herbert Dorfmann und andere EU-Abgeordnete wollen eine Verjüngung vorantreiben. Herbert Dorfmann: „Der Kongress dient deshalb auch als Plattform, wo die Jungbauern ihre Probleme und Anliegen den politischen Vertretern selbst vorbringen können.“ Die Wortmeldungen folgten prompt: Die übermäßige Bürokratie belaste viele Jungbauern und bremse dadurch auch die Innovationskraft, so mehrere Teilnehmer. Sie forderten die Vertreter dazu auf, die Verfahren konsequent zu vereinfachen und vor allem Doppelgleisigkeiten bei Amtswegen zu vermeiden.

Gute Stimmung unter Jungbauern

Die Stimmung auf dem Kongress war gut. Die Jungbauern Europas blicken positiv in die Zukunft. Hannes Dosser, Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend: „Innovation ist der Schlüssel für die Zukunft. Vor allem Kleinbetriebe müssen alles daran setzen sich stets weiterzuentwickeln um nicht stehen zu bleiben.“ Die Südtiroler Bauernjugend ist überzeugt: Um innovative Ideen anzugehen braucht es vor allem Mut. „Den haben unsere Jungbäuerinnen und Jungbauern, das zeigen auch die vielen innovativen Projekte aus ganz Europa, die beim Kongress präsentiert wurden. Die besten unter ihnen wurden von einer Jury prämiert“, erklärt Dosser.

Beste Projekte Europas ausgezeichnet

Das Siegerprojekt des Zweiten Kongresses kommt aus den Niederlanden. Der Jungbauer Eric Pelleboer präsentierte dem Kongress eine Online-Plattform, auf der sich Bauern und Bürger online treffen und sich über die Landwirtschaft und die landwirtschaftlichen Produkte austauschen können. Viele Bürger in den Niederlanden leben in der Stadt und wissen immer weniger über ihr Essen. Genau da setzt die Plattform an und will ein Bindeglied zwischen Produzenten und Konsumenten sein. Zur Seite gehört auch ein Blog mit Videos. Das Siegerprojekt ist auf http://heteetcafe.eu  abrufbar.

Das innovativste Projekt Europas reichte Pedro Gallardo aus Spanien ein. Der Jungbauer entwickelte in seinem Betrieb eine andere Art der Anpflanzung von Sonnenblumenkernen, die es ihm erlaubt die Dichte der Samen pro Hektar von 70.000 auf 110.000 Samen zu erhöhen.

Das nachhaltigste Projekt Europas hingegen kommt aus Ungarn. Dániel Bakó präsentierte dem Kongress einen anderen Weg zur Herstellung von Paprika. Bei der Produktion nutzt der Jungbauer geothermische Energie.

Christine Tschurtschenthaler, Landesleiterin der Südtiroler Bauernjugend: „Es war spannend die Präsentationen der unterschiedlichen Projekte mit zu verfolgen. Europas Landwirtschaft ist vielfältig und es ist erstaunlich wie viele gute Ideen in ganz Europa entstehen und von jungen Landwirten umgesetzt werden.“