Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 13.02.2014

Gewählt

Der bisherige Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes ist auch der künftige. Auf der Klausurtagung in Terlan wurde Leo Tiefenthaler mit großer Mehrheit wiedergewählt. Die einzige Änderung in der Landesführung gab es beim Ladinervertreter. von Michael Deltedesco

Sie wurden neu gewählt und bilden zusammen mit den Bezirksobmännern und den Vertretern der bäuerlichen Organisationen den Landesbauernrat: Walter Valentin, Viktor Peintner, Leo Tiefenthaler, Bernhard Burger und Oswald Schwarz.

Sie wurden neu gewählt und bilden zusammen mit den Bezirksobmännern und den Vertretern der bäuerlichen Organisationen den Landesbauernrat: Walter Valentin, Viktor Peintner, Leo Tiefenthaler, Bernhard Burger und Oswald Schwarz.

Der Südtiroler Bauernbund setzt auf Kontinuität. Über 200 Funktionäre mit über 90 Prozent der Stimmrechte haben am Freitag, 7. Februar die Landesführung neu gewählt. An der Spitze bleibt auch in den nächsten fünf Jahren Leo Tiefenthaler. Er erhielt 97 Prozent der Stimmen. Ebenfalls wiederbestätigt wurden die beiden Stellvertreter Viktor Peintner (Taisten) und Bernhard Burger (Burgstall) sowie der Vertreter der extremen Bergbauern Oswald Schwarz (Ulten). Neu ist hingegen der Ladinervertreter Walter Valentin aus Abtei.

Landwirtschaft besser „erklären“
Ein großes Anliegen ist den neu Gewählten, stärker mit der Gesellschaft in Kontakt zu treten, erklärte Tiefenthaler in der anschließenden Pressekonferenz. Auch Direktor Siegfried Rinner sagte: „Wir müssen den Konsumenten die Landwirtschaft besser erklären und sie auf unsere Leistungen aufmerksam machen.“ Dazu soll auch das „UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe“ dienen, für das eine Reihe von Aktionen geplant ist.
Rinner sieht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen: „Die Ansprüche der Bevölkerung und des Marktes an die Betriebe steigen. Wir haben bisher gut gearbeitet, dennoch müssen wir noch besser werden.“ Die Politik rief er dazu auf, die Landwirtschaft auch in Zukunft ernst zu nehmen.

Zentralisierung gefährdet ländlichen Raum
Ein Schwerpunkt bleibt weiterhin der ländliche Raum. Um diesen attraktiv zu halten, hatten Bauernbund und Gemeindenverband die „Plattform LAND“ gegründet, um gemeinsam mit weiteren Partnern den ländlichen Raum weiterzuentwickeln und die Abwanderung zu stoppen. Dazu müssten Arbeitsplätze geschaffen und funktionierende Infrastrukturen erhalten bleiben.
Allzu viel Zentralisierung gefährde den ländlichen Raum – dagegen werde sich der Südtiroler Bauernbund wehren.

Landwirtschaft mindert Hangrutschgefahr
Eine wichtige Säule der heimischen Landwirtschaft ist die Berglandwirtschaft. Sie liegt Obmann-Stellvertreter Viktor Peintner besonders am Herzen: „Die Bergbauern hierzulande stehen zwar besser da als im Ausland, dennoch wird es zunehmend schwieriger, ein ausreichendes Einkommen zu erzielen.“ Wenn Südtirol weiterhin flächendeckend bewirtschaftet werden soll, brauche es auch weiterhin die Unterstützung der öffentlichen Hand. Denn eine flächendeckende Bewirtschaftung hat, neben der Pflege der Kulturlandschaft, noch eine ganz andere Bedeutung, unterstrich Peintner: „Bewirtschaftete Hänge sind weit weniger erosionsgefährdet und schützen die Menschen im Tal vor Lawinen und Vermurungen.“ Auch forderte Peintner mehr Respekt vor bäuerlichem Eigentum und weniger Bürokratie.

„Werden uns bei Abdrift weiter verbessern“
Wie Obstbauern arbeiten und was sie leisten, möchte Obmann-Stellvertreter Bernhard Burger den Konsumenten besser vermitteln: „Gerade beim Pflanzenschutz haben wir uns in den letzten Jahren, auch dank der Integrierten Produktion, enorm weiterentwickelt. Bei der Ausbringung und Abdrift werden wir uns weiter verbessern.“ Dass die heimische Obstwirtschaft auf dem richtigen Weg ist, zeigt auch der neue Nationale Aktionsplan für den Obstbau: „Das meiste, was dort gefordert wird, ist bei uns bereits umgesetzt.“

Ladiner: Bessere Zusammenarbeit mit Tourismus
Für eine bessere Zusammenarbeit mit dem Tourismus in den ladinischen Tälern will sich der neu gewählte Ladinervertreter Walter Valentin einsetzen. „Heimische Produkte gehören in jede Küche und in jede Bar,“ forderte er. Probleme gebe es hie und da mit Mountainbikern, die nicht auf den für sie vorgesehenen Wegen bleiben. Verbessern möchte Valentin zudem den Stellenwert der Landwirtschaft gerade bei jungen Leuten: „Sie müssen wieder mit Überzeugen sagen: Ich will Bauer werden.“
Als Botschafter der extremen Bergbauern sieht sich der Ultner Oswald Schwarz. Da immer mehr Landwirte einen Zuerwerb brauchen und weniger Zeit für die Hofarbeit haben, müssen die Dienstleistungen, die die öffentliche Hand unterstützt, weiter bestehen bleiben, forderte Schwarz. Ein Schwerpunkt bleibt natürlich die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Großraubwild – sprich Bär und Wolf.
Großen Raum nahm bei der Klausurtagung auch die Diskussion der Funktionäre mit den Vertretern der Südtiroler Agrarpolitik in Bozen, Rom und Brüssel ein.