Internationales | 18.02.2014

Deutschland hat neuen Landwirtschaftsminister

Hans-Peter Friedrich war nicht lange deutscher Landwirtschaftsminister. Nur 63 Tage nach seiner Angelobung bekommt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit Christian Schmidt einen neuen Ressortchef. von AIZ

Die Affäre Edathy – noch aus seiner Zeit als Innenminister – war Friedrich zum politischen Verhängnis geworden. Unter dem Vorwurf, Dienstgeheimnisse verraten zu haben, war er am Freitag, 14. Februar zurückgetreten.

CSU-Mann war eher Verteidigungsspezialist

Bereits am Montag darauf stand sein Nachfolger fest: Der neue Minister für Ernährung und Landwirtschaft heißt Christian Schmidt (CSU). Er war zuletzt parlamentarischer Staatssekretär im Entwicklungshilfeministerium. Der 56-Jährige ist zudem einer von vier Stellvertretern in der CSU Bayern sowie für seine Kenntnisse in der Außen- und Verteidigungspolitik bekannt.

Schmidt stammt aus Mittelfranken und wurde bereits im Alter von 33 Jahren in den Deutschen Bundestag gewählt. Der ausgebildete Rechtsanwalt hat sich laut agrarzeitung.de bisher eher als Verteidigungsspezialist etabliert. Er war Vorsitzender eines Arbeitskreises zu diesem Thema und zwischen 2005 und 2013 parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsressort. Seit vergangenem Jahr ist er als Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig. Seine erste Auslandsreise wird ihn diese Woche nach Frankreich zu den deutsch-französischen Konsultationen führen. Schmidt ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Schmidt erfüllt zwei Bedingungen für den dritten Posten der CSU im Kabinett neben Alexander Dobrindt und Gerd Müller: Er ist evangelisch und Franke.

Österreich sieht „wichtiges Zeichen“
Der österreichische Agrarminister Andrä Rupprechter sieht in der Ernennung von Christian Schmidt „ein wichtiges Zeichen für den ländlichen Raum, der ein entscheidender Impulsgeber für ein lebenswertes Europa ist. Deutschland ist einer unserer wichtigsten Partner bei der nachhaltigen Gestaltung der europäischen Landwirtschaft. Gemeinsam werden wir positive Entwicklungen verstärken und sämtliche Herausforderungen erfolgreich meistern.“
Friedrich war zurückgetreten, da ihm Indiskretion in der Affäre Edathy vorgeworfen wurde. Der politische Druck auf ihn sei zu groß geworden, um sein Amt weiter auszuüben. Vertreter der deutschen Agrarwirtschaft bedauerten den Rücktritt, mit dem es „sehr konstruktiven Gespräche“ gegeben habe.