Bauernbund | 25.02.2014

Auszeichnung für herausragende Leistungen

Für die mustergültige Bewirtschaftung ihrer Höfe, den Zusammenhalt in der Familie und die ehrenamtliche Tätigkeit sind heute (Samstag) drei Bergbauernfamilien mit dem Bergbauernpreis 2014 ausgezeichnet worden.

Für die mustergültige Führung ihrer Höfe und den ehrenamtlichen Einsatz wurden die Familien Lechner, Außertreierhof in Steinhaus/Ahrntal, Siebenförcher, Alber in Sarnthein sowie Kofler, Ruaner, in Freienfeld, mit dem Bergbauernpreis 2014 ausgezeichnet.

Für die mustergültige Führung ihrer Höfe und den ehrenamtlichen Einsatz wurden die Familien Lechner, Außertreierhof in Steinhaus/Ahrntal, Siebenförcher, Alber in Sarnthein sowie Kofler, Ruaner, in Freienfeld, mit dem Bergbauernpreis 2014 ausgezeichnet.

Seit mehr als drei Jahrzehnte verleihen der Südtiroler Bauernbund und die Raiffeisenkassen Südtirols den Bergbauernpreis. „Damit wollen wir Familien für ihren großen Einsatz danken. Gleichzeitig soll auf die besonderen Leistungen der über 6.000 Bergbauernfamilien hingewiesen werden. Bergbauern produzieren hochwertige Lebensmittel, erhalten durch ihre tägliche Arbeit die Kulturlandschaft und pflegen Traditionen und Brauchtum. Und das alles unter oft sehr schwierigen Bedingungen hoch oben am Berg“, erklärte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Drei Familien haben den Bergbauernpreis 2014 erhalten.

Familie Luis und Martina Siebenförcher - Alberhof - Sarnthein
Mit Frau Martina, Vater Luis und Töchterchen Laura wohnt Luis Siebenförcher am Alberhof in der Fraktion Öttenbach im Sarntal. Auf 1.500 m bewirtschaften Vater und Sohn die knapp 6 Hektar Wiesen und 1,5 ha Weide. Zum Hof mit seinen 120 Erschwernispunkten gehören weiters eine Gemeinschaftsalm und 15 Hektar Wald.
Die Arbeit am Hof ist eine tagtägliche Herausforderung, da die Wiesen extrem steil und Maschinen nur begrenzt eingesetzt werden können. Die Haupteinnahmequelle am Hof ist die Viehzucht. Zudem hält Luis Siebenförcher noch ein Dutzend Schafe und zwei Schweine. Vom Verkauf der Tiere alleine könnte die junge Familie kaum leben und in den Hof investieren. Daher arbeitet Luis Siebenförcher nebenbei als Koch.
Das, was Siebenförcher dort verdient, investiert er wieder in seinen Hof. In den letzten Jahren hat er Wege gebaut und Wiesen schonend planiert. Zudem wurde ein Waldweg angelegt. Die größte Investition aber war der Neubau des Wohnhauses im Jahr 2010. Ein großes Anliegen ist es der Familie, die Tradition zu pflegen. So werden die Holzzäune rund um die Wiesen seit Jahrhunderten gleich errichtet. Seltenheitswert hat der Kornanbau auf den zwei Äckern. Das geschnittene Korn wird dann in der eigenen Mühle gemahlen.

Familie Walter und Manuela Lechner - Außertreierhof - Steinhaus/Ahrntal 
Der Außertreierhof in Steinhaus ist ein klassischer Milchviehbetrieb mit Fleckvieh, der von Walter und Manuela Lechner, Altbauer Josef und den Kindern Teresa, Florian und Katharina bewirtschaftet wird.
Daneben arbeitet Bäuerin Manuela im Winter in einem Gastbetrieb, Bauer Walter ist ganzjährig am Klausberg beschäftigt. Diese zusätzlichen Einkommen erlauben es der Familie Lechner, die Wiesen zu planieren, einen Heukran zu kaufen oder das Wohnhaus zu sanieren. Auf 118 Erschwernispunkte kommt der Außertreierhof. Die steilen und zerstückelten Wiesen machen die Heuernte zu einer Herausforderung. Die Planierungen der letzten Jahre haben die Bewirtschaftung zwar vereinfacht, dennoch muss noch immer viel mit der Hand erledigt werden. Trotz der Belastung durch die Arbeit am Hof, den Zuerwerb und die vielen Investitionen nimmt sich die Familie nach wie vor Zeit für das Ehrenamt.  Besonders Bäuerin Manuela ist im öffentlichen Leben aktiv. Sie war Lektorin und Kommunionhelferin, im Familienverband aktiv und Gründungsmitglied der örtlichen Bauernjugend. Derzeit ist sie in der örtlichen Höfekommission und Ortsbäuerin.

Familie Hans Georg und Theresia Kofler - Ruaner - Egg/Freienfeld
Mustergültig bewirtschaften auch Hans Georg und Theresia Kofler mit den Kindern Michael, Veronika, Sandra und Katharina den Ruaner-Hof in der Gemeinde Freienfeld. Mit nur 22 Jahren und als Siebtgeborener übernahm Hans Georg Kofler den elterlichen Hof. Zehn Hektar Wiesen, davon vier Hektar in Pacht, 17 Hektar Wald und 9 Hektar Alm werden bewirtschaftet. Obwohl die ganze Familie an Hof mithilft, werden gerade bei der Heuernte zusätzliche Helfer benötigt. Unterstützung bekommt Hans Georg Kofler dann von seinen Brüdern Josef und Walter.
Eine besondere Bedeutung hat die eigene Alm unter dem Penser Joch. Eine neue Zufahrtsstraße sichert auch in Zukunft die Weiterbewirtschaftung. Sie war nicht die einzige Investition: 2007 hat Hans Georg Kofler ein neues Wohnhaus errichtet. Einige Jahre zuvor hat er ein neues Wirtschaftsgebäude samt Laufstall gebaut.
In der nächsten Zeit möchte der Bauer die Milchanlieferung erhöhen.  Nebenbei arbeitet Hans Georg Kofler im Frühjahr und Herbst im Zimmereibetrieb seiner Brüder und schafft so einen wichtigen Zuerwerb. Ein kleines Einkommen erwirtschaftet Bäuerin Theresia mit dem Urlaub auf dem Bauernhof. Seit einigen Jahren vermietet sie eine Ferienwohnung am Hof. In seiner Freizeit arbeitet Hans Georg bei verschiedenen Organisationen ehrenamtlich mit.

 Der Bergbauernpreis wird von den Raiffeisenkassen Südtirol gestiftet!