Bauernbund | 21.03.2014

Wasser ist für Landwirtschaft überlebenswichtig

Anlässlich des Internationalen Weltwassertages macht der Südtiroler Bauernbund auf die besondere Bedeutung des Wassers für die Landwirtschaft aufmerksam. Ohne ausreichend Wasser werden nicht nur die Lebensmittelproduktion in Frage gestellt, sondern auch Arbeitsplätze im ländlichen Raum und die Kulturlandschaftspflege.

Immer mehr wird deutlich, dass sich das Klima verändert. Die Sommer werden heißer und trockener, die Winter milder. Gleichzeitig nehmen Wetterextreme zu. Dieser Wandel stellt besonders die Berglandwirtschaft vor neue große Herausforderungen. Während früher eine Bewässerungsanlage im Berggebiet die Ausnahme war, ist sie heutzutage in vielen Gebieten fast schon ein Muss. „In den letzten Jahren gab es selten einen Sommer ohne Trockenschäden und damit ohne größere Einbußen bei der Heuernte. Wollen wir die Bergbauernhöfe und damit die flächendeckende Berglandwirtschaft erhalten, müssen wir die Wasserversorgung verbessern. In vielen Gebieten fehlen derzeit funktionierende Beregnungen“, erklärt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Werden Flächen nicht mehr bewirtschaftet oder Höfe aufgegeben, habe das nicht nur Auswirkungen auf die Kulturlandschaft. „Auch Arbeitsplätze gehen verloren, da die Landwirtschaft gerade im ländlichen Raum Tausende Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen schafft.“
Für die Landwirtschaft muss deshalb ausreichend Wasser zur Verfügung stehen.  „Da in Südtirol fast das gesamte Wasseraufkommen an die Stromproduzenten vergeben ist, sind sie gefordert, das in der Landwirtschaft benötigte Wasser zur Verfügung zu stellen“, sagt Direktor Siegfried Rinner. Im Gewässernutzungsplan ist die Landwirtschaft in der Prioritätenliste daher auch gleich nach der Trinkwassernutzung und noch vor allen anderen Nutzungsarten gereiht.
Wassersparen ist oberstes Gebot
Am Internationalen Tag des Wassers erinnert Rinner an die enormen Anstrengungen der heimischen Bauern, sparsam mit Wasser umzugehen. „Als die Wiesen noch mit den Waalen bewässert wurden, waren über 2 l/sec/ha nötig. Dank moderner Bewässerungssysteme genügen heute 0,5 l/sec/ha bzw. 1 l/sec/ha Wasser.“ Noch sparsamer ist die Tropfbewässerung im Obstbau. „Damit wird der Verbrauch noch einmal halbiert. Unser Ziel muss deshalb sein, die Tropfbewässerung auszubauen.“
Der Ausbau der Bewässerung bei gleichzeitigem Wassersparen ist daher die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre, der sich die Landwirtschaft stellen wird müssen.