Wirtschaft | 23.03.2014

Hauswirtschaft ist mehr als „nur“ Haushalt

Um die künftigen Herausforderungen an die Hauswirtschaft ging es am Freitag vergangener Woche bei einer Tagung zum Internationalen Tag für Hauswirtschaft. Schauplatz war die Fachschule Haslach in Bozen.

Wie sich die hauswirtschaftlichen Berufe angesichts neuer Herausforderungen in der Pflege neu positionieren können, diskutierten die Teilnehmer der Tagung.

Wie sich die hauswirtschaftlichen Berufe angesichts neuer Herausforderungen in der Pflege neu positionieren können, diskutierten die Teilnehmer der Tagung.

Gekommen waren rund 100 Teilnehmern aus den Fachschulen, den Sozialdiensten und anderen betroffenen Gruppen, das Tagesmotto lautete „Care – Die Herausforderung der Zukunft“. Hauptreferentin war Inge Maier-Ruppert von der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft. „Hauswirtschaft steht im Spannungsfeld zwischen dem Bild der erfahrenen haushaltsführenden Personen im Privathaushalt einerseits und der Hauswirtschaft als Beruf andererseits. Ersteres haben noch unsere Mütter und Großmütter ausgeübt, diese Kompetenzweitergabe wird allerdings immer weniger“, erklärte Maier-Ruppert. In der Hauswirtschaft als Beruf, wie sie in sozialen Einrichtungen wie z.B. Seniorenheimen etc. gefragt sei, brauche es mehr Kompetenzen als nur angelernte Haushaltserfahrung. Diese müssten in hauswirtschaftlicher Ausbildung vermittelt werden.

Pflege immer seltener in der Familie

In der gesellschaftlichen Entwicklung zeichnen sich zudem ein demografischer Wandel hin zu einer überalternden Gesellschaft und eine Zunahme von Ein-Personen-Haushalten vor allem in Ballungsräumen mit einem schwindenden sozialen (Nachbarschafts-) Netz ab. „Die junge und ältere Generation leben nicht mehr räumlich nahe zusammen, daraus folgt in ein Rückgang der Angehörigenunterstützung im Bedarfs-/Krankheitsfall für allein lebende ältere Menschen aber auch für Jüngere“, betonte Inge Maier-Ruppert. Dies habe zur Folge, dass hauswirtschaftliche Basisleistungen im Bedarfsfall von familienfremden Personen erbracht werden müssen. Neben der notwendigen medizinisch-pflegerische Unterstützung, braucht es auch die „Sorgende Unterstützung“ in der Gestaltung des Alltags, also die hauswirtschaftliche Versorgung. Das Zur-Verfügung-Stellen von hauswirtschaftlichen Basis-Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen wird mit dem Schlagwort „CARE“ ausgedrückt. Diese Bedarfentwicklung bietet die Möglichkeit, die hauswirtschaftlichen Berufe in diesem Bereich neu zu positionieren.