Innovation | 27.03.2014

Innovation im Schafspelz

Ob als traditioneller Pullover, als Dämmmaterial oder Wellnessanwendung: Schafwolle ist ein vielseitig einsetzbarer Rohstoff und in Südtirol reichlich vorhanden. Im Rahmen einer Pressekonferenz im TIS innovation park wurden die vielzähligen Eigenschaften der wertvollen Südtiroler Ressource Schafwolle und ihr wirtschaftliches Potential aufgezeigt. von TIS innovation park

Foto: ©TIS/M.Jaider

Foto: ©TIS/M.Jaider

Die insgesamt 46.300 Schafe in Südtirol liefern jährlich 150 Tonnen Wolle. Davon werden 30 Tonnen in Südtirol verarbeitet, 60 Tonnen exportiert und ganze 60 Tonnen landen im Müll. „Es kann nicht sein, dass eine so große Menge dieses wertvollen regionalen Rohstoffs nicht genutzt wird, Wolle ist viel zu schade für den Müll“, sagt Traudl Schwienbacher, die Präsidentin der Ultner Wollmanufaktur „bergauf“. In dieser Sozialgenossenschaft verarbeiten – vorwiegend Frauen aus dem Tal – die gewaschene Schafwolle und fertigen daraus verschiedenste Produkte, von Matratzen über Heimaccessoires bis hin zu Kleidungsstücken. „Die Genossenschaft möchte Arbeitsplätze im Tal schaffen und somit der Abwanderung entgegenwirken“, betont Schwienbacher. „Zudem arbeiten wir im Einklang mit der Natur, indem wir ausschließlich Pflanzenfarben verwenden, weite Transportwege meiden und regionale Kreisläufe schaffen“.

Mehr als Wollpulli und Filzpatschen
„Dank ihrer guten Eigenschaften ist Wolle vielseitig einsetzbar“, erklärt Stefan Kaserbacher von Ultental Marketing. „Wolle gilt wegen ihrer guten Dämmeigenschaften als ausgezeichneter Dämmstoff. In Südtirol kommt sie aber als solcher noch viel zu wenig zum Einsatz.“  Daneben könnte Wolle in Luftreinigungssystemen Anwendung finden, da sie stark entgiftend wirkt. Da Wolle aber auch ein guter Wärmeisolator, wasserabstoßend und leicht waschbar ist, eignet sie sich auch bestens für verschiedenste Funktions- und Outdoorbekleidung.“ Gemeinsam mit „bergauf“ und mit Unterstützung des Cluster Alpine Wellbeing im TIS suche man deshalb aktiv nach Kooperationspartnern und neuen Verwendungsmöglichkeiten für die Wolle. „Neben der traditionelleren Verwendung wie Bekleidung oder Filz kann Wolle auch im Wellnesssektor eingesetzt werden“, sagt Sabine Schnarf des TIS Cluster Alpine Wellbeing. Das erste konkrete Anwendungsbeispiel ist das innovative Ultner Schafwollbad, das aus der Kooperation der Sozialgenossenschaft mit der Pfitscher Unternehmerin Conny Schwitzer, der Ideatorin der Silberquarzit Ursteinmassage, entstanden ist.


tis.bz.it/de/cluster/alpine-wellbeing
www.bergauf.it
www.urstein.it