Wirtschaft | 28.03.2014

„Über Schlachthof und Viehzuchtverbände bald entscheiden“

Jetzt drückt Landesrat Arnold Schuler aufs Gaspedal: Er will schon bald eine Entscheidung zu den Themen Schlachthofstandorte und der künftigen Zusammenarbeit der Viehzuchtverbände herbei führen.

Landesrat Arnold Schuler: „Schnell klären, wie es in Zukunft weiter geht!“

Landesrat Arnold Schuler: „Schnell klären, wie es in Zukunft weiter geht!“

Wie schon vor einer Woche bei der Bauernbund-Bezirksversammlung im Wipptal ging Schuler am heutigen Freitag, 28. März auch am Rande der Jahreshauptversammlung des Südtiroler Rinderzuchtverbandes auf diese zwei Fragen ein. Er ermahnte die Viehzuchtverbände, sich dazu Gedanken zu machen. Denn schon bald wird es ein Treffen geben, zu dem Landesrat Schuler alle beteiligten Organisationen eingeladen hat: von den Verbänden aus dem Sektor der Viehwirtschaft über den Südtiroler Bauernbund bis zu den zuständigen Beamten der Landesverwaltung. Bei diesem Treffen erwartet sich Schuler einen Durchbruch sowohl in der Frage der Schlachthöfe als auch bei der Zusammenarbeit der Viehzuchtverbände. „Die Zeit drängt“, sagte er, „Es ist für alle Beteiligten wichtig, endlich zu wissen, wie es nun weiter geht. Dann können sie auch planen.“

Stadt Bozen drängt

Beim Schlachthof drängt die Frage vor allem deshalb, weil die Stadt Bozen für den derzeitigen Schlachthof in Bozen Süd nur eine provisorische Genehmigung für 2014 erteilt hat. „Die Stadt will nun wissen, wie es weitergeht“, erklärte Schuler. Im Raum steht die Frage, ob in Bozen ein neuer Schlachthof gebaut werden soll und wer ihn gegebenenfalls führt. Diese Entscheidung wirkt sich dann selbstverständlich auch auf alle anderen Schlachthöfe aus. Schuler sagte: „Zu diesem Thema habe ich fast gleich viele Meinungen gehört wie die Menschen, die ich gefragt habe.“ Jetzt will der Landesrat die Entscheidungsfindung beschleunigen. Und wer es hören wollte, konnte verstehen: Wenn sich die Vertreter der Landwirtschaft nicht einig werden, wird notfalls eben Schuler selbst diese Entscheidung treffen.

„Jetzt über Zukunft der Viehzuchtverbände nachdenken“

Ähnlicher Tenor bei der Zukunft der Viehzuchtverbände. Schuler erinnerte daran, dass aufgrund der knapperen Mittel im Landeshaushalt heuer weitere Einsparungen nötig seien. „Jetzt ist also die Zeit da, über die Zukunft nachzudenken“, sagte Schuler. Ob am Ende unbedingt eine Fusion der Verbände stehen müsse, darauf ging Schuler nicht ein. Bekanntlich war im vergangenen Jahr ein Zusammenschluss der Viehzuchtverbände gescheitert. Rinderzuchtverband-Obmann Heinrich Ennemoser rechtfertigte, warum sich sein Verband dagegen ausgesprochen hatte: „Wir stehen in der Öffentlichkeit immer wieder als die Verhinderer da! Das möchte ich zurecht rücken: Unsere Tür für eine stärkere Zusammenarbeit steht grundsätzlich weit offen.“ Der Rinderzuchtverband war nur mit der Art des geplanten Zusammenschlusses nicht einverstanden: „Wenn einige Partner privilegiert und nicht alle gleich behandelt werden, dann geht das nicht!“ Aber gerade unser Verband hat seit seiner Gründung vor 40 Jahren bewiesen, dass er imstande ist, „mit einer einzigen Verwaltung den einzelnen Rassensektionen ihre Freiheit zur Entfaltung in züchterischen Fragen zu lassen.“

„Querfinanzierung“ erklärt

Zur Sprache kam dabei auch, wie es im vergangenen Jahr zur Entnahme von rund 400.000 Euro aus dem Topf der Tiergesundheitsprämie gekommen ist. Ennemoser berichtete, dass das Land den Verbänden mitten im Jahr etliche Zuwendungen gestrichen und sie damit völlig überrascht habe. Die Tierzuchtverbände hätten bereits in den Jahren zuvor viele Einsparungen hinnehmen müssen. Der Rinderzuchtverband dann habe versucht, dies durch verschiedene Einsparungen und die Einhebung von Mitgliedsbeiträgen aufzufangen, aber auch durch eine gemeinsame Aussprache der Tierzuchtverbände mit Landeshauptmann Luis Durnwalder. Dieser habe dann die Summe von der Tiergesundheitsprämie weggenommen, aber nicht die gesamte Summe sei an die Viehzuchtverbände, sondern auch an andere Organisationen geflossen.
Nicht ganz so schnell wie bei den oben genannten Fragen, aber doch so rasch wie möglich will Schuler die neuen Kriterien für die derzeit gestoppten Förderungsmaßnahmen in der Landwirschaft ausarbeiten. Auch hier haben die Bauern ein Recht, so schnell wie möglich zu wissen, wie es weiter geht.

Obmann wiederbestätigt – 40 Jahre gefeiert
Die Jahreshauptversammlung des Südtiroler Rinderzuchtverbandes hat Obmann Heinrich Ennemoser für drei Jahre in seinem Amt wiederbestätigt. Auf den bisherigen Stellvertreter Franz Innerhofer folgt nun Walter Reiterer.

Gefeiert hat der Rinderzuchtverband sein 40-jähriges Bestehen mit einem ausführlichen Rückblick und Musikeinlagen von Sepp Messner Windschnur.