Verein Freiwillige Arbeitseinsätze, Bauernbund | 28.03.2014

Hilfe ist unverzichtbar

Für den Verein Freiwillige Arbeitseinsätze war 2013 ein Rekordjahr: Erstmals leisteten die freiwilligen Helfer über 20.000 Einsatztage auf Südtiroler Bergbauernhöfen. Etwas getrübt wird die Freude darüber durch die finanziellen Sorgen des Vereins.

2.252 freiwillige Helfer waren 2013 auf Südtiroler Bergbauernhöfen im Einsatz. Ihre Hilfe ist mittlerweile unverzichtbar.

2.252 freiwillige Helfer waren 2013 auf Südtiroler Bergbauernhöfen im Einsatz. Ihre Hilfe ist mittlerweile unverzichtbar.

Seit vielen Jahren vermittelt der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze erfolgreich freiwillige Helfer auf Südtiroler Bergbauernhöfe. „Dort helfen sie Familien, die es nicht mehr alleine schaffen, den Hof zu bewirtschaften. Die Freiwilligen sind auf den Wiesen, im Stall bzw. im Haushalt im Einsatz oder betreuen alte und kranke Menschen“, erklärte Georg Mayr, Obmann des Vereins, auf der Vollversammlung des VFA.
2.252 freiwillige Helfer, etwa fünf Prozent mehr als noch 2012, haben im letzten Jahr nur gegen Kost und Logis heimischen Bergbauernfamilien unter die Arme gegriffen. Der überwiegende Teil davon kam aus Deutschland, gefolgt von den heimischen Helfern mit 16 Prozent. Jeder zehnte Helfer, und damit doppelt so viele wie noch 2012, war aus italienischen Regionen. Männer und Frauen halten sich in etwa die Waage, während bei der Verteilung nach Alter die 40- bis 60-Jährigen etwa 40 Prozent ausmachen. Engagiert ist auch die Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen mit knapp 20 Prozent. Dass Jugendliche sehr wohl sozial interessiert sind, zeigt die Tatsache, dass die Helfer bis 20 Jahren um über 10 Prozent zugenommen haben.
Zahl der Hilfesuchenden steigt
Die Hilfe auf den Höfen wird nach wie vor gebraucht. Das zeigt die Zahl der Gesuchsteller. „2013 waren die Helfer auf 326 Höfen insgesamt 20.564 Tage im Einsatz. Diese Einsatztage würden über 90 vollen Arbeitskräften übers Jahr entsprechen. Wenn man den landwirtschaftlichen Mindeststundenlohn zugrunde legen würde, beläuft sich die geleistete Arbeit auf über 1,6 Millionen Euro, während die Kosten pro geleisteten Arbeitstag für Verwaltung und Versicherung der Freiwilligen nur ca. 8,00 € pro Tag kosten“, erklärte Georg Mayr, der wie der gesamte Vorstand auf der Vollversammlung wiedergewählt wurde.
2014 große Nachfrage
Gut gestartet ist der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze ins neue Jahr. „Bis Mitte März haben sich im Vergleich zu 2013 neun Prozent mehr Freiwillige angemeldet. Vermehrt melden sich auf Helfer, die bereit sind, in den Wintermonaten einen Einsatz zu leisten. Das ist sehr erfreulich, da viele Bauern gerade in den Wintermonaten Hilfe benötigen.“ Auch die Anzahl der Bauern, die um die Unterstützung freiwillige Helfer ansuchen, steigt an.
Finanzielle Sorgen trüben die Freude
Die Freude über die Solidarität der vielen Helfer wird durch die finanzielle Situation ein wenig geschmälert. „Der Verwaltungsaufwand und damit die Spesen steigen von Jahr zu Jahr. Daher brauchen wir zusätzliche Mittel, die nur sehr schwer zu finden sind“, erklärte Mayr. Derzeit wird der Verein zu 45 Prozent von den Trägerorganisationen selbst - Südtiroler Bauernbund, Caritas, Lebenshilfe und Jugendring – finanziert. Die öffentliche Hand unterstützt den Verein mit knapp 30 Prozent, den Rest steuern Firmen und private Spender bei. Hervorzuheben sind die Südtiroler Sparkasse und andere Banken, sowie erstmals die Firma BTS. Eine besondere Zusammenarbeit gibt es seit kurzem mit der Despar-Gruppe, erklärte Georg Mayr. „Das Unternehmen hat Tragetaschen mit dem Logo des Vereins drucken lassen. Für jede verkaufte Tasche erhält der Verein am Ende des Jahres zwei Cent.“ 
Trotz der Unterstützung und obwohl der Verein an allen Ecken und Enden spart, sind die Geldmittel knapp. „Wir hoffen, zusätzliche Sponsoren zu finden, damit wir auch zukünftig alle bäuerlichen Familien und freiwilligen Helfer betreuen können. Es wäre schade, wenn wir die Aktion einschränken müssten, nur weil dem Verein das Geld fehlt“, sagte Mayr.
Die auf der Vollversammlung anwesenden Sponsoren sowie Landesrätin Martha Stocker versprachen, den Verein weiterhin zu unterstützen. Lobende Worte kamen auch von den Trägerorganisationen Caritas, Lebenshilfe, Jugendring und Bauernbund.

Freiwillige gesucht

Viele freiwillige Helfer werden auch heuer wieder benötigt, um die zunehmenden Anfragen abzudecken. „Geholfen wird ausschließlich bedürftigen Bergbauernfamilien, wobei die Bedürftigkeit anhand von klaren Kriterien bestimmt wird. Diese können die Erschwernispunkte sein, die individuelle Bewirtschaftungsschwierigkeit, die finanzielle und soziale Notsituation und einige weitere mehr“, so Monika Thaler, Koordinatorin des Vereins. Aufgrund dieser Vorgaben würden die Höfe und die entsprechenden Helfer ausgewählt. „Wir wollen, dass der passende Helfer zum richtigen Hof kommt.“
Passende Helfer werden laufend gesucht. „Ein freiwilliger Helfer braucht vor allem die richtige Motivation und Einstellung, Lust am Arbeiten, gesundheitliche Fitness und er muss wissen auf was er sich einlässt. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig: von der Kinderbetreuung, Altenbetreuung, Mithilfe im Haushalt bis zum Arbeiten auf den steilen Wiesen, sodass für Jedermann und Jederfrau eine Mithilfe machbar und eine tolle Erfahrung ist.“ Wer Interesse an einem freiwilligen Arbeitseinsatz hat oder zusätzliche Informationen möchte, kann sich an das Büro des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze, Leegtorweg 8, 39100 Bozen, 0471 999309, info@bergbauernhilfe.it wenden.