Internationales | 31.03.2014

Moskau will Krim-Landwirte unterstützen

Moskau will den Landwirten auf der Krim unter die Arme greifen. Ein Knackpunkt ist die Wasserversorgung, die zurzeit vorwiegend über die Ukraine läuft. von AgraEurope

Bei einer Beratung zur Integration der annektierten Halbinsel in das russische Staats-, Wirtschafts- und Rechtssystem wies Ministerpräsident Dmitrij Medwedew darauf hin, dass vor allem eine Modernisierung des veralteten Maschinenparks der Agrarbetriebe wichtig sei. Außerdem solle die Landwirtschaft auf der Krim in das russische System der Agrarförderung eingegliedert werden. Medwedew räumte ein, dass dieses zwar „nicht perfekt“ sei, jedoch allemal besser als das bisherige Fördersystem der Ukraine.

Medwedew unterstrich die Notwendigkeit eines weiterhin reibungslosen Warenverkehrs über die Krim-Grenze hinweg; hier habe es zuletzt Probleme gegeben. Sowohl für die Handelsbeziehungen zur Ukraine als auch für die Exporte in Drittländer sei es wichtig, in diesem Bereich für klare Verhältnisse zu sorgen.

Mehr Wein statt Reis?

Wie ein Vertreter des russischen Umweltministeriums vor Journalisten mitteilte, könnte die Landwirtschaft auf der Krim möglicherweise neu strukturiert werden, um ihre Abhängigkeit vom Wasserbezug aus der Ukraine zu verringern. Denkbar sei beispielsweise eine Einschränkung der wasserintensiven Reisproduktion zugunsten des traditionellen Weinbaus. Für die Halbinsel sei vor allem die Versorgung mit Dnepr-Wasser über den Nord-Krim-Kanal sehr wichtig; deshalb wolle Moskau Verhandlungen mit Kiew über die Bedingungen für die weitere Wassernutzung aufnehmen. Der Ressortsprecher zeigte sich überzeugt, dass selbst eine mögliche Sperrung des Kanals keinen gravierenden Wassermangel auf der fast 27 000 qkm großen und mehr als 2,3 Millionen Einwohner zählenden Krim zur Folge haben würde. Fest stehe für Russland jedenfalls, dass die Krim in das russische Föderationsprogramm für die Entwicklung der Wasserwirtschaft 2012 bis 2020 eingegliedert werde.